Den Doktor sehen kostet aber was …

Endlich macht die Regierung in der Gesundheitspolitik mal einen Schritt in die richtige Richtung. Nach einem Bericht über höhere Praxisgebühren bei SPIEGEL ONLINE soll künftig ein Besuch bei Onkel Doktor prinzipiell fünf Euro kosten. Das dürfte den Ansturm auf manche Arztpraxis ein wenig reduzieren – und die Kosten für die Krankenkassen und damit für die Versicherten senken.

Denn seinen wir doch einmal ehrlich: das bisherige Prinzip mit den zehn Euro pro Quartal konnte ja gar nicht dazu führen, dass die Besuche beim Arzt merklich zurückgingen. Schließlich müssen viele Menschen regelmäßig zum Arzt, sei es zur Krebsvorsorge, Zahnvorsorge, zum Gynäkologen o.ä. Die Leute, die bereits vor der Einführung der Praxisgebühren den Besuch beim Arzt als eine Art der Freizeitbeschäftigung begriffen und den Allgemeinmediziner auch als Geprächstherapeuten ansehen – diese Leute werden zehn Euro pro Quartal zwar als ärgerlich, als lästig und vielleicht sogar als ungerecht empfinden, aber dennoch die Wartezimmer verstopfen.

Wenn nun aber tatsächlich pro Arztbesuch ein – wenn auch kleiner – Betrag fällig wird, dann heißt das für einen “normalen Kranken”, dass er u.U. sogar günstiger wegkommt als bisher, während der Dauergast beim Arzt ohne ernsthafte Erkrankung sein Fehlverhalten wohl recht schnell am eigenen Geldsäckel zu spüren bekommt.

Eventuell wäre es eine Maßnahme, die Gebühr pro Arztbesuch in ihrer Existenz oder Höhe vom Befund des Arztes abhängig zu machen: Wer tatsächlich etwas hat, der bezahlt € 1, wer nur zum Reden gekommen ist, der zaht € 5.

Update: Leider sieht es so aus, als wäre die Bundesregierung von diesen Plänen wieder abgewichen – eventuell ist das aber auch nur ein temporärer Rückzug, bis sich die Wogen der Empörung bei der Sozialverbänden, die das oben beschriebene Problem grundsätzlich abstreiten, etwas geglättet haben. Hoffen wir das Beste.

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