Galileo: Europas Navigationssystem geknackt
Das Crypto-Verfahren, mit dem die Daten des europäischen satelliten-gestützten Navigationssystems Galileo vor nichtzahlenden unberechtigten Nutzern geschützt werden sollte, ist offenbar gebrochen worden. Wie slashdot und Newswise berichten, gelang es Mitarbeitern des Global Positioning System (GPS) Laboratory der Cornell University, den Pseudo-Zufallszahlengenerator (_pseudo random number generator_, PRNG) des Systems zu analysieren und seine Zahlenfolge vorhersagbar zu machen.
Damit steht die unentgeltliche Nutzung von Galileo jedermann offen – ein schwerer Schlag gegen das Geschäftsmodell von Galileo, das sich – anders als das amerikanische Gegenstück GPS – nicht auf eine vom Militär in Europa getragene Finanzierung stützen kann, sondern bewusst ein ziviles System sein sollte.
Es verwundert daher auch nur mäßig, dass dieser “Durchbruch” ausgerechnet einem amerikanischen Forscherteam gelang – die Amerikaner sind zwar in der Kryptographie durchaus mit an der Weltspitze (wobei der AES aus Europa kommt
), allerdings handelt es sich beim Global Positioning System (GPS) Laboratory wohl eher nicht um ein kryptographisches Forschungsinstitut, sondern eher um eine Gruppe, die dem amerikanischen Navigationssystem GPS verschrieben ist.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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