Monatsarchiv für August 2006

Keine Software-Patente im UK

Donnerstag, den 17. August 2006

Laut einer Meldung bei heise.de hat ein Beamter des Britischen Patentamtes dem Konzern Sony die Erteilung von Patenten auf bestimmte P2P-Techniken verweigert.

Begründung: Software sei nicht patentierbar.

Weiter so!

Die Apologeten des Günter Grass

Mittwoch, den 16. August 2006

Nun geht der Kampf um die Deutungshoheit los: Ist es verwerflich gewesen, dass Günter Grass in der Waffen-SS gedient hat? Darf man unserem Nationalheiligtum Günter Grass vorwerfen, was er in seiner Jugend gemacht hat? Oder, dass er es jahrzehntelang verschwiegen hat?

Es gibt tatsächlich einige Stimmen, die Günter Grass in Schutz nehmen, sowohl unter Bloggern (z.B. Joerch, politikblog, ...) als auch in den Printmedien (z.B. bei der Zeit: Historiker Bernd Wegner über Grass: Skandalöse Reaktion von Seiten der Öffentlichkeit).

So wird angeführt, dass

  • Günter Grass mit 17 Jahren sicherlich noch nicht genau wusste, was er tat bzw. die moralischen Implikationen noch nicht vollständig überblickte;

Syrische Logeleien

Mittwoch, den 16. August 2006

Gestern wollte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier eigentlich nach Damaskus reisen, um den syrischen Präsidenten Assad zu treffen. Gegenstand der Gespräche sollte der Friedensprozess im Nahen Osten sein. Doch nach einer hetzerischen Rede Assads überlegte es sich Steinmeier anders und reiste von Jordanien aus gleich nach Saudi-Arabien weiter.

Dafür muss ich Frank-Walter Steinmeier zunächst einmal zutiefst empfundene Anerkennung und Zustimmung aussprechen, auch wenn sich das pathetisch anhört. Mit Leuten, die wie Assad reden, kann man nicht vernünftig kommunizieren oder gar zusammenarbeiten.

Assad äußerte eine Reihe von Punkten, die dem geneigten Zuhörer in Ländern ohne undemokratisches, islamistisches Regime die Schuhe ausziehen:

Kauf mich!

Mittwoch, den 16. August 2006

Günter GraSS kann es nicht laSSen: Nach seiner Beichte, er sei Mitglied der Waffen-SS gewesen, legt er jetzt noch einmal drauf.

Auf die Frage im ZDF Heute Journal gestern abend, warum er denn in die Waffen-SS eingetreten sei und ob seine Beichte jetzt nicht doch ein wenig spät käme, antwortet Günter Grass:

Lesen Sie meine Biographie, da steht alles drin.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daSS Günter Grass jetzt wenigstens finanziell seine Schäfchen ins Trockene bringen möchte, nachdem das mit der Beichte doch eher nach hinten losgegangen ist: Viele Menschen verstehen nämlich nicht, warum Grass jahrzehntelang bei jeder sich bietenden Gelegenheit (und oft brauchte es diese nicht einmal) seine Moral-Polemik herausposaunt hat und dabei offenbar nie die Zeit gefunden hat zu erwähnen, daSS er aus Erfahrung spricht.

Voll Grass …

Montag, den 14. August 2006

... war für mich das Eingeständnis unseres Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass, er sei gegen Kriegsende Mitglied der Waffen-SS gewesen.

Dabei hat mein Entsetzen über diese Enthüllung durchaus mehrere Aspekte:

  • Viele Zeitzeugen – gerade auch deutsche Schriftsteller, also Kollegen von Grass – sagen aus, dass man sich dem Dienst in der Sturmstaffel durchaus hat entziehen können, indem man sich etwa zur “normalen” Wehrmacht gemeldet hat. Der Wahrheitsgehalt der Aussage von Grass, er sei gegen seinen Willen in die Waffen-SS eingezogen worden, obwohl er sich eigentlich zur U-Boot-Waffe gemeldet habe, darf also bezweifelt werden.

Späte Abrechnung

Donnerstag, den 10. August 2006

Wir Spätgeborenen haben eine seltene Gnade erfahren dürfen: Für in Westdeutschland nach 1945 Geborene gibt es eine Periode dauerhaften Friedens, wie sie bislang in Mitteleuropa eigentlich noch nie aufgetreten ist. Wir haben gelernt, dass zumindest der Zweite Weltkrieg das Werk eines machtbessenen Wahnsinnigen war, dass Krieg an sich schlecht ist, und dass man das Leid der einen nicht gegen das Leid der anderen aufrechnen darf. Haben nur wir das gelernt?

Man gewöhnt sich an allem, selbst am Dativ …

Freitag, den 4. August 2006

... könnte man jedenfalls meinen. Gerade kam auf Kabel1 ein Teaser für den allsamstäglichen Edgar-Wallace-Abend:

Er wird Ihnen das Fürchten lehren.

Soweit ich mich erinnere, müsste das doch heißen:

Er wird Sie das Fürchten lehren.

Schließlich lehre ich nicht dem Studenten etwas, sondern ich lehre den Studenten etwas. Aber vielleicht wurde bei Kabel1 ja auch dem Texter geleert … :-D