Pressearbeit in Zeiten des Internet

Wie das lawblog ganz richtig bemerkt:

So ganz durchschaut haben das mit dem Internet noch nicht mal Presseabteilungen.

Stimmt, denn bei der Prosieben Television GmbH kann schon eine Pressemitteilung lesen, die erst ab heute abend zugänglich sein sollte – anders kann man jedenfalls den Hinweis auf die Sperrfrist nicht verstehen.

Dass jetzt nicht nur Journalisten das WWW nutzen, kommt für die Presseabteilung dieser Firma wohl ganz überraschend – und ohne Furcht vor Repressionen oder Konsequenzen kann auch jeder Blogger auf die Pressemitteilung verlinken. Denn wir Blogger sind ja schließlich nicht darauf angewiesen, uns Presseabteilungen gegenüber freundlich zu verhalten, da wir von diesen nicht abhängig sind.

Der Blogwald rauscht schon wieder. Mal sehen, in wie vielen Blogs der Sieg von CMH beim Deutschen Comedy Preis 2006 bis zum Ablauf der “Sperrfrist” (wie süß!) noch zu lesen ist … :-D

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3 Reaktionen zu “Pressearbeit in Zeiten des Internet”

  1. Bob

    Manche habens eben nicht verstanden, aber das kann uns Bloggern ja egal sein. Wir haben Material, über das wir schreiben können. ;)

  2. Ulf-Hendrik Schrader

    Hallo, im Prinzip stimme ich der Aussage Deines Artikels zu, diese Pressestelle hat das Medium ganz offensichtlich nicht verstanden.

    Weniger einverstanden bin ich hingegen mit der Argumentation “Denn wir Blogger sind ja schließlich nicht darauf angewiesen, uns Presseabteilungen gegenüber freundlich zu verhalten, da wir von diesen nicht abhängig sind.”

    Ich möchte eigentlich nicht in einer Welt leben, in der Freundlichkeit nur denen entgegengebracht wird, von denen man abhängig ist. Das mag jetzt ein bisschen arg moralisch daherkommen, aber ganz ehrlich: Freundlichkeit und Fairness sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit im normalen Umgang miteinander sein. Ich sage nur: Kategorischer Imperativ. Und der gilt doch auch für Blogger, oder?

  3. Martin Eisenhardt

    Hallo Ulf-Hendrik!

    Ich möchte eigentlich nicht in einer Welt leben, in der Freundlichkeit nur denen entgegengebracht wird, von denen man abhängig ist.

    Ich auch nicht, ehrlich gesagt.

    Das mag jetzt ein bisschen arg moralisch daherkommen, aber ganz ehrlich: Freundlichkeit und Fairness sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit im normalen Umgang miteinander sein.

    Leider kennen wir uns nicht persönlich; ich versuche immer, anderen gegenüber freundlichen oder zumindest höflich zu sein – manchen gegenüber ist mein Vorrat an Freundlichkeit dann doch eher schnell erschöpft … :-D

    In dem Artikel ging es mir nicht so sehr um die Argumentationslinie »Wir Blogger sind nur nett zu den Leuten, von denen wir abhängig sind.« Das würde extrem gegen meine eigentlich anthropophil geprägte Grundeinstellung gehen.

    Ich fand nur die von der betroffenen Pressestelle ausgesprochene Drohung gegenüber denjenigen, die die Meldung noch vor Ablauf der Sperrfrist veröffentlichen wollten, ziemlich, nun, wenig zielführend.

    Denn ich kann nur dann drohen, wenn ich eine glaubwürdige Sanktionierung habe – also ein entsprechendes Drohpotential mit negativen Folgen für den anderen, wenn er sich meiner Drohung nicht beugt.

    Dies ist vielleicht im Verhältnis PR-Abteilung/Journalist gegeben – wenn Journalisten von ihren traditionellen Nachrichtenquellen abgeschnitten werden, kann das ganz schnell das berufliche Aus bedeuten.

    Einem Blogger kann man so hingegen nicht drohen – die angedrohten negativen Konsequenzen sind einfach nicht-existent.

    Daher der Artikel, daher diese Formulierung.

    Ich sage nur: Kategorischer Imperativ. Und der gilt doch auch für Blogger, oder?

    Der kategorische Imperativ ist eine meiner Leitlinien, und der gilt – zumindest aus meiner Sicht – insbesondere auch für Blogger. Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu.

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