Microsoft und Novell: Ballmers FUD untersucht

Selbst nach dem Kooperationsvertrag zwischen Microsoft und Novell sondert Microsoft-CEO Steve Ballmer FUD ab und orakelt über vermeintliche Verletzungen von Microsofts Patenten durch Linux. Konkretes wird da nicht genannt, aber das gehört ja zum Geschäft.

Eine nette Auseinandersetzung mit dem Thema findet sich beim Zufallsbit im Artikel »The new and extended FUD«. Dort wird unter anderem dargelegt, dass sich ein Ausspruch Mahatma Ghandis wieder einmal bewahrheitet:

First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.

Microsoft hat Linux lange Zeit ignoriert, dann mit vielen unsäglichen (Des)informationskampagnen versucht, das Vertrauen in Linux zu erschüttern und befindet sich nun in der Phase, Linux aktiv zu bekämpfen.

Bei Zufallsbit wird dazu aufgerufen, von Windows und Suse Linux weg hin zu Linux-Distributionen wie Debian, Fedora, Gentoo oder Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu zu migrieren, um über den Marktdruck zum einen das Microsoft-Novell-Abkommen zu torpedieren und zugleich diesem »Deal mit dem Teufel« die Brisanz zu nehmen.

Diesem Aufruf möchte ich mich nicht wirklich anschließen: Zwar bevorzuge ich auf Servern Gentoo und am Desktop Kubuntu, ich will aber auch keinem sein Suse Linux madig machen. Das ist doch eine gute Distribution.

Und der Deal zwischen Novell und Microsoft ist für mich kein »Pakt mit dem Teufel«, sondern vielmehr ein Kooperationsabkommen, um die Interoperabilität der Systeme zu erhöhen. Das ist aus Kunden- und Anwendersicht absolut zu begrüßen. Schließlich wird damit der »eiserne Vorhang« zwischen beiden Betriebssystem-Welten ein Stück weit durchlässiger, und es werden zukünftig wohl mehr Windows-Anwender auch einmal mit Linux in Berührung kommen; also auch eine Art »Guerilla-Marketing«.

Schließlich sollte das Ziel der Linux-Community (entgegen der Vermutungen aus dem Microsoft-Lager) nicht die totale Weltherrschaft sein. Monokulturen sind immer schädlich. Das zeigt sich jetzt, wo auf den Desktops zu über 90% Windows-Betriebssysteme eingesetzt werden, und das würde sich wohl auch zeigen, wenn Linux oder Mac OS eine ähnliche Dominanz hätten – wenn ich auch glaube, dass die Sicherheitsprobleme von Windows nicht nur auf der hohen Exponiertheit wegen der großen Verbreitung beruhen, sondern dass Windows auch durch seine häufig laxe Umsetzung von Sicherheitsanforderungen den Angreifern das Leben besonders leicht macht und Linux zumindest diesen Fehler nicht hat.

Alles in allem ist es aber doch schön, wenn die Interoperabilität zwischen Windows und Linux zunimmt (oder zumindest zunehmen soll). Das zeigt immerhin schon einmal, dass Microsoft nicht mehr in der Phase »then they laugh at you« ist.

Welche Phase kam bei Ghandis Ausspruch nochmal am Schluss? Ach ja: »Then you win.« :-D


Zu diesem Thema im WWW:

Eine Reaktion zu “Microsoft und Novell: Ballmers FUD untersucht”

  1. Zufallsbit Blog

    The new and extended FUD II

    node-0 (eins der Blogs die ich regelmäßig lese, und gleichzeitig mein erster Trackback, hehe) kommentierte meinen Beitrag zum Micosoft/Novell Deal und zieht etwas andere Schlüsse als ich, deshalb möchte ich nochmal kurz darauf eingehen.Erstmal möch

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