Kubuntu: Upgrade von Dapper Drake auf Edgy Eft
Hinweis: Einen Visual Guide für das Upgrade von Kubuntu 6.10 »Edgy Eft« nach Kubuntu 7.04 »Feisty Fawn« gibt es hier .
Nachdem ich schon verschiedentlich gelesen hatte (z.B. bei Ende der Vernunft), dass das Upgrade von (K)Ubuntu 6.06 LTS (Codename: »Dapper Drake«) auf die Version 6.10 (»Edgy Eft«) zwar nicht direkt schwierig ist, aber doch ihre Tücken aufweist, habe ich (in mir unbekannter Geduld) erst einmal ein bisschen abgewartet, bis ich auch diesen Schritt wage. Jetzt ist es soweit: Mein Rechner am Arbeitsplatz ist schon upgedated (mit nur wenigen Problemchen), jetzt gerade läuft das Upgrade meines Laptops. Mein PC im Arbeitszimmer folgt dann irgendwann.
Motivation
Warum upgraden, wenn alles gerade so schän läuft? Nun, wenn ich meine Rechner als reine Büromaschinen einsetzen würde, also nur für Openoffice, Kontact (eMail, Adressen, Kalendar), Web-Browsing und vielleicht ein bisschen Multimedia (MP3, Digikam, ...) – dann hätte ich mir das auch noch einmal überlegt. Solche »normalen« Anwender müssen sicherlich noch nicht updaten.
Wenn man allerdings auf den Maschinen entwickelt, dann hat man schon ganz gerne etwas frischere Software am Start. Insbesondere finde ich das Upgrade auf Mozilla Firefox 2.0 und endlich eine etwas modernere Variante von Subversion ganz hilfreich – obwohl Subversion 1.3.2 auch nicht wirklich »aktuell« genannt werden kann, da gibt es schon die Version 1.4.2 (Stand: 25.11.2006).
Die Empfehlung ist also ganz klar und sieht so aus, wie es bei Software-Updates immer ist: Wenn alles so läuft, wie man das möchte, wenn man keine weiteren Features oder neuere Programmversionen benötigt und für die aktuelle Serie auch noch Sicherheitsupdates herausgegeben werden (bei 6.06 LTS – »Long Term Support« – ist das noch einige Jahre so), dann sollte man auch nicht updaten. Sonst schon.
Ablauf des Updates
Auf den Seiten bei Kubuntu ist die Prozedur für das Upgrade eigentlich sehr gut erklärt. Zunächst sollte man in seinen apt-Sources alle Vorkommen von »dapper« durch »edgy« ersetzen:
$ cd /etc/apt $ sudo sed -ibkp -e 's/dapper/edgy/g' sources.list
Danach holt man sich dann per
$ sudo apt-get update
die neuen Paket-Beschreibungen aus den Repositories und startet das Upgrade mittels
$ sudo apt-get dist-upgrade
Das kann jetzt ein bisschen dauern: In meinem Fall mussten ca. 1,4 GByte Pakete heruntergeladen werden, was auch bei DSL 2000 etwa 1,5 h in Anspruch nahm (macht nix, ich wollte eh zum Friseur :-D).
Während des Upgrade kann es verschiedentlich zu kleinen Problemchen kommen. Darunter ist aber nichts, was sich nicht mir einem beherzten
$ sudo dpkg --configure -a
beheben ließe. Im Extremfall muss man ein Paket temporär entfernen und kann es erst wieder nach dem Upgrade installieren. Ein solcher Fall war auf meinem Laptop courier-authlib und verwandte Pakete. Da ich die aber ohnehin nur zum Ausprobieren einiger Details installiert hatte, flogen die gleich ganz runter und werden vorerst auch nicht mehr installiert.
Hinweis: Die Sache mit courier-authlib ist im Übrigen ein »known bug«, für den es ein ziemlich übles Workaround gibt.
Der Trick ist besteht dabei tatsächlich darin, das Paket zu de-installieren (die Abhängigkeiten haben sich in »Edgy Eft« geändert). Die De-Installation ist allerdings mit ein bisschen Gewalt verbunden:
$ cd /var/run
$ sudo rm -rf courier
$ sudo dpkg --force-remove-reinstreq -P courier-authdaemon
Danach geht es dann weiter mit
$ sudo dpkg --configure -a $ sudo apt-get dist-upgrade
Hässlich, aber wirkungsvoll …
Bei einigen Paketen fragt apt auch nach, wie sie konfiguriert werden sollen. Da ist dann jeder sich selbst bzw. jedem sein Geschmack überlassen, ob man die neuen »plain-vanilla« config-Files aus dem Upgrade übernimmt und dann nachher anhand der vorher gesicherten alten config-Files anpasst, oder ob man einfach die alten config-Files behält, mit dem Risiko, dass da dann auch nicht alles passt. Ich persönlich wähle da immer die erste Alternative.
Ein letzter Schritt ist dann noch notwendig, um das Upgrade abzuschließen:
$ sudo apt-get install kubuntu-desktop python-qt3 \
python-kde3 ubuntu-minimal
Nach einem kurzen (hoffentlich) Reboot befindet man sich dann in einem Kubuntu 6.10 »Edgy Eft«.
(OK, der Desktop sieht jetzt irgendwie genau so aus wie vorher auch: Zum einen werden die nutzer-individuellen Einstellungen wie z.B. Wallpaper etc. übernommen, zum anderen hatte ich auch vorher schon KDE 3.5.5. Einziger Hint: Die Fenster-Deokrationen wurden auf »Lipstick« upgedated, vorher war es »Plastik«.)
Fazit
Das Upgrade ist nicht schwierig durchzuführen und dürfte auch dem Laien bei Befolgen der “Anleitung auf Kubuntu.com”: recht mühelos gelingen. Für Angsthasen Vorsichtige (so wie ich es einer bin) empfiehlt sich eventuell, vorher ein komplettes Backup des Rechners, zumindest aber der System-Partition anzulegen.
Nach dem Update hat man ein Kubuntu-System mit frischen Paketen, darunter KDE 3.5.5, OpenOffice 2, Mozilla Firefox 2, ...
Warum allerdings Kubuntu kein Update-Tool wie Ubuntu hat – diese Frage stelle ich mir immer wieder …
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Tags: Kubuntu, Open Source, OSS, Python, Ubuntu









Am 1. Dezember 2006 um 08:51 Uhr
Danke fuer’s seeden von Ubuntu – dank dir hab ich das iso super schnell runterladen koennen und kann mich jetzt an meine Installation wagen
Gruss,
Marco
Am 1. Dezember 2006 um 09:39 Uhr
Hallo marco,
danke für den Dank!
Ist für mich Ehrensache, dass ich (K)Ubuntu per Bittorrent bereitstelle und auch zum Download per HTTP – schließlich bin ich sehr zufriedener Kubuntu-Nutzer (Laptop, 2x Desktop) und habe kein Traffic-Limit …
Viel Spaß mit Ubuntu!
Am 8. März 2007 um 23:50 Uhr
Hallo Martin,
vielen Dank für diese fehlerfreie und zudem noch kinderleichte Anleitung.
Ich habe Ubuntu mit Hilfe dieser Anleitung ohne problem auf Version 6.10 upgegraded…
So soll`s sein!!! ^^
Am 17. April 2007 um 15:52 Uhr
hey danke
Am 2. Mai 2007 um 12:23 Uhr
[...] Wer noch Kubuntu 6.06 »Dapper Drake« verwendet, muss zunächst auf »Edgy Eft« upgraden – ein direktes Upgrade ist leider nicht möglich. Das Upgrade von »Dapper Drake« nach »Edgy Eft« ist hier beschrieben. [...]
Am 5. Mai 2007 um 22:02 Uhr
Auch dir danke ich. Hatte heute keinen CD-Brenner, so dass ich von 6.06 zu 6.10 zu 7.04 upgraden musste ;-).
Am 30. Juli 2007 um 22:45 Uhr
Vielen Dank! Mit dieser Anleitung ist es auch superrookies (aka DAU) möglich, ein Upgrade durchzuführen. Toll.