Pressefreiheit nach dem Geschmack der Musikindustrie
Woran wir uns bereits gewöhnt hatten: Das Anbringen von Hyperlinks auf die Website von AllOfMP3.com ist verboten, da das Angebot von AllOfMP3.com nach Ansicht der viele neue Entwicklungen verschlafenden Musikindustrie und einiger offenbar über das Wesen und die Funktionsweise von Hyperlinks und des World Wide Web schlecht informierten Richter illegal ist. Das Verlinken auf AllOfMP3.com sei dabei das Zugänglichmachen eines offensichtlich illegalen Angebots. Da bin ich zwar deutlich anderer Meinung (wie viele andere auch), aber wie gesagt: Daran hatten wir uns schon fast gewöhnt.
Nun kommt es aber noch dicker: Die Musikindustrie hat Beschwerde beim Presserat gegen das PC Magazin eingelegt, da dieses in einer früheren Ausgabe über illegale Downloadangebote (vor allem in China) berichtet hatte. Wohlgemerkt: Ohne Hyperlinks anzubringen. Der Presserat hat dieser Beschwerde stattgegeben und das PC Magazin zum Abdruck einer Rüge »gebeten«. Wie sich eine solche Bitte bzw. deren potentielle Nicht-Befolgung auswirken kann, das kann ich mir lebhaft vorstellen.
Es ist also inzwischen so weit, dass eine Industrie, die
- etwa 15 Jahre lang die technische Entwicklung verschlafen hat,
- ihre Kunden als Kriminelle ansieht und verfolgt,
- den »dummen Ehrlichen« mit einem unsagbaren System von »Digital Restriction Management« gängelt,
- ihm dabei sogar Root-Kits unterschiebt,
- damit die Sicherheit und Funktionsweise seines Computers gefährdet;
dass eine solche Industrie mehr oder weniger entscheidet, wie und was in den Medien berichtet wird.
Einfach nur traurig, und ich möchte das zeitlos gültige Zitat von Max Liebermann anbringen:
Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.
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Tags: Digital Restriction Management, Digital Rights Management, DRM, IP, Musikindustrie, Rechteverwerter, Urheberrecht








Am 7. März 2009 um 09:51 Uhr
dieses land hat ja viele erfahrungen in solchen sachen und die seilschaft zieht alle register….