Die Klima-Inquisition
Wer sich kritisch mit der angeblich kurz bevorstehenden Klimakatastrophe auseinandersetzt, der kennt dieses Phänomen wohl leider auch aus eigener Erfahrung: Äußert man seine Zweifel, wird man als Ewig-Gestriger, als Egoist, Kleingeist oder Schlimmeres bezeichnet. Statt Argumenten bringen einem die durch-ideologisierten Anhänger der Quasi-Religion des climate change wüste Beschimpfungen, Verachtung und mehr entgegen.
Mich habe nun zwei Vorfälle besonders betroffen gemacht. Über den ersten kann man im lawblog nachlesen. Dort wurde auf die Beifahrertür eines etwas größeren Autos ein schmuckes »CO2« eingeritzt. Das lässt auf den Geisteszustand und das Rechtsbewusstsein des Täters schließen – beides scheint da etwas im Argen zu liegen.
Interessant an dieser Sache ist nicht nur der Vorfall selbst, den man eventuell als einfachen Fall von Wandalismus abtun könnte. Viel interessanter sind aber die Kommentare zum Bericht beim lawblog. Dort gibt es doch tatsächlich einige, die dieses Vorgehen auch noch verteidigen. Schließlich schädige der Fahrer eines solchen Wagens die Umwelt (und – natürlich! – das Klima), daher sei es nur recht und billig, gegen solche Autos vorzugehen.
So etwas zeigt dann den Geisteszustand weiter Teile der Fraktion der Klimaschützer. Mir ist schon klar, dass man nicht alle über einen Kamm scheren darf; unter den Wissenschaftlern, Politikern und Normalbürgern, die sich um die Entwicklung des Klimas sorgen, sind auch viele, die das sicherlich nicht (oder nicht in erster Linie) aus Profilierungssucht, Neid (auf diejenigen, die sich angeblich klimaschädigendes Verhalten leisten können) oder Dummheit tun.
Warum aber – so frage sicherlich nicht nur ich mich – distanziert man sich dann nicht von solchen Radikalen, bei denen statt der Sorge um das Klima doch ganz offensichtlich etwas ganz anderes im Vordergrund steht: der Kampf gegen das »Schweinesystem«, in dem sich Leistungsträger eben mehr leisten können als andere, z.B. einen größeren Wagen.
Der zweite Vorfall, über den ich heute in slashdot lesen durfte/musste, hat mich noch weitaus mehr erschüttert. Wie man in einem Bericht (Originalquelle: The Telegraph) mit dem Titel »Scientist Threatened for “Climate Denial”« lesen kann, wurde ein Wissenschaftler, der sich kritisch mit der prognostizierten Klimaveränderung auseinandergesetzt hat, mit dem Tode bedroht.
So etwas schockt mich. In der Wissenschaft sollte es eigentlich so sein, dass jeder einzelne Wissenschaftler die Ergebnisse anderer (und auch seine eigenen) immer wieder kritisch hinterfragt und bei offensichtlichen Ungereimtheiten diese auch nennen darf. Offenbar gilt das aber nicht für die quasi-religiöse Verkündung des baldigen Untergangs der Menschheit durch den Klimawandel. Da wird auch die kritische Diskussion zu einem waghalsigen, weil lebensbedrohlichen Unterfangen.
In dem Bericht heißt es unter anderem:
Western governments have pumped billions of dollars into careers and institutes and they feel threatened,” said the professor. “I can tolerate being called a skeptic because all scientists should be skeptics, but then they started calling us deniers, with all the connotations of the Holocaust. That is an obscenity. It has got really nasty and personal.
Und weiter:
Scientists who dissent from the alarmism have seen their funds disappear, their work derided, and themselves labelled as industry stooges. Consequently, lies about climate change gain credence even when they fly in the face of the science.
Genau das ist auch meine Vermutung: Es wurde derart viel Geld in die Erforschung nicht des Klimas, sondern der Bedrohung durch den menschengemachten Klimawandel gesteckt, dass nun derart viele Karrieren und Institute daran hängen, dass man einfach nicht mehr zurück kann. Jeder Wissenschaftler, jedes Institut ist neben der reinen Wahrheit auch dem eigenen Wohlergehen verpflichtet. Also werden Fördergelder für die Finanzierung benötigt.
Dabei ist der Konsens in der Wissenschaft bei weitem nicht so hergestellt, wie es in den Massenmedien (und da schließe ich auch die »besseren« Medien wie ZDF, FAZ, Spiegel, ... mit ein) gerne dargestellt wird. Es gab und gibt viele Wissenschaftler, die da ihre Zweifel haben.
Statt eines wissenschaftlichen Diskurses aber werden z.B. beim IPCC quasi-wissenschaftliche Berichte per Beratung und politischem Beschluss erstellt, Skeptiker werden niedergemacht, Gegner gar nicht erst eingeladen. Das hat mit Wissenschaft wenig, mit radikalem Glauben hingegen sehr viel zu tun. Bis hin zu inquisitorischen Maßnahmen gegen die blasphemischen Leugner des einzig wahren Glaubens.
Ob das allerdings der wissenschaftlichen Erkenntnis als solcher und dem Klima hilft, wage ich mal dezent zu bezweifeln.
Ähnliche Artikel in diesem Blog:
Tags: Automobil, CO2, Klima, Klimakatastrophe, Klimawandel








Am 15. März 2007 um 14:12 Uhr
Tur mir einen gefallen:
Gib mir nur einie einzige Studie, die die Hauptaussagen des IPCC in Frage stellt.
In der Wissenschaft gibt es keine Zweifel mehr.
Am 15. März 2007 um 19:09 Uhr
Ich habe da noch etwas besseres als eine unabhängige Studie: Wie wäre es mit einer unabhängigen Zusammenfassung des IPCC-Berichts? Der basiert ja auf dem veröffentlichten Text, da kann man also keine anderen Eingangsdaten o.ä. unterstellen.
Zu finden ist der z.B. hier: The Fraser Institute: Independent Summary for Policy Makers
Besonders empfehlenswert ist die Lektüre von Punkt 3.2a auf Seite 36:
und
Das hört sich doch dann ganz anders an als die verstümmelten und fehlleitenden Interpretationen, die derzeit durch die Medien geistern.
Das hört sich glatt so an, als gäbe es in der Wissenschaft schon noch Diskussionsbedarf gibt. Und es waren nur zwei kurze Zitate aus einer Vielzahl ähnlich gelagerter Stellen.
Übrigens: Dass das IPCC als vorrangig politische Veranstaltung (der IPCC-Report wurde von Juristen und politischen Gesandten geschrieben und verhandelt, nicht von Wissenschaftlern!), zu der in der Hauptsache »genehme« Wissenschaftler geladen werden, in den Augen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit nicht unbedingt als über jeden Zweifel erhaben dasteht, das kann auch kaum verwundern.
Am 15. März 2007 um 20:16 Uhr
Und welchen Peer-Review Prozess hat die “unabhängige Zusammenfasung” durchgemacht?
Keinen? Dann interessiert sie mich nicht.
Aber Dein Zitat aus dem Bericht find ich schon ganz lustig. Wenn der Hockeystick so grundfalsch ist, warum kommen dann alle neuen Rekonstruktionen zu sehr ähnlichen Werten (alle lagen bisher im Unsicherheitsbereich des Hockeysticks)?
Ja, der IPCC Report ist von Juristen und politischen Gesanten geschrieben? Interessant zu wissen. Dann haben diese Leutchen ihren Namen wohl nur zum Spaß druntergeschrieben: http://www.grida.no/climate/ipcc_tar/wg1/558.htm
Am 15. März 2007 um 21:21 Uhr
Frag mal jemanden, der dabei war, der wird Dir dann sicherlich erklären, dass die Wissenschaftler mit dem endgültigen Bericht nicht so viel zu tun hatten. Und Peer-reviewed ist der IPCC im Übrigen auch nicht.
Am 17. März 2007 um 10:45 Uhr
Ja natürlich. Dann sag mir doch mal welche Anwälte z.B. dieses Kaptiel geschrieben haben: http://www.grida.no/climate/ipcc_tar/wg1/pdf/TAR-06.PDF
Die Anwälte würde ich gerne mal sehen
“Statt eines wissenschaftlichen Diskurses ”
Der wissenschaftliche Diskurs findet in Fachzeitschriften statt. Und ich würde jetzt gerne einen Einblick in diesen Diskurs haben. Also gib mir doch bitte ein einziges Paper, dass die globale Erwärmung in frage stellt. Sonst glaub ich Dir nicht, dass sich die Wissenschaft nicht einig ist. Oder werden die klimaskeptischen Studien unterdrückt?
Am 28. März 2007 um 11:46 Uhr
Zuerst einmal gratuliere ich zu Ihrem Bericht. Auch ich beobachte als Wettermann regelmäßig die aktuelle Diskussion der Klimaforschung.
Dabei ist wirklich zu sehen, dass nur die wissenschaftlichen Veröffentlichungen ans Tageslicht der Medien finden. Alle nicht-schockierenden Meinungen verebben im Nichts. Dies wird, wie Sie ja auch vermutet haben, mit Geld zu tun haben.
Demnach ist die Diskussion über den Klimawandel witterungsabhängig, was sie nicht sein dürfte (Näheres dazu, wenn Sie auf meinen Namen klicken).
Ein Tipp aber noch zum Schluss: für solche Fälle empfehle ich immer “Die Eiszeit kommt! – und andere Presseirrtümer!”, http://www.pik-potsdam.de/~stefan/eiszeitkommt.html von Stefan Rahmstorf aus dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Dieser Text stammt übrigens aus dem Jahr 1999! Auch sonst, wenn es um weitgehend unabhängige Ergebnisse aus der Klimaforschung geht, ist Stefan Rahmstorf einer der besten Ansprechpartner.
Viele liebe Grüße!
Am 28. März 2007 um 16:18 Uhr
@hoha:
Offenbar ist Dir nicht ganz bewusst, wie es zum IPCC-Bericht gekommen ist bzw. wie genau die »Produktion« dieses Berichts abläuft.
In einer ersten Phase werden Wissenschaftler eingeladen, die zu den einzelnen Kapiteln (z.B. Bewältigung des Klimawandels) ihre jeweilige wissenschaftliche Meinung einbringen. Als so genannter Skeptiker (Skeptizismus ist im Übrigen eine feine Wissenschaftstugend!) hat man da allerdings geringe Chancen, eingeladen zu werden – auch dann, wenn man publiziert hat. Über die von den geladenen Wissenschaftlern vorgebrachten Meinungen wird diskutiert und dann wird abgestimmt, welcher Standpunkt wohl der richtige sei.
Das ist ein Vorgang, der mir aus meiner wissenschaftlichen Arbeit fremd ist. Natürlich gibt es zu einem Thema meist mehr als eine Theorie, und man kann eine Theorie niemals als richtig beweisen – man kann lediglich durch Vergleich der Voraussagen einer Theorie mit empirisch gewonnen Daten nachweisen, dass diese Theorie falsch ist – nämlich genau dann, wenn die über diese Theorie gewonnen Voraussagen nicht auf die Messdaten passen.
Demokratie ist eine feine Sache, hat allerdings im wissenschaftlichen Diskurs – soweit es um die Beurteilung der wissenschaftlichen Ergebnisse geht! – absolut nichts zu suchen.
Eine weitere wissenschaftliche Grundtugend besteht darin, dass man zusammen mit seiner Theorie bzw. seiner Deutung gewonnener Messdaten auch die verwendeten »Handwerkszeuge« – also Messdaten, Methoden, Software, ... – offenlegt, so dass andere Wissenschaftler diese überprüfen können.
Gerade in der Fraktion der Klimaphobiker sind nun aber einige, die dies rundheraus ablehnen – und damit sind deren Ergebnisse nicht mehr wissenschaftlich überprüfbar, somit unbrauchbar.
Wie dem auch immer sei, das bis hierhin geschilderte ist lediglich die mehr oder weniger wissenschaftliche Vorbereitung des Reports.
In come the clowns.
Denn jetzt wird der endgültige Bericht tatsächlich von Gesandten der im IPCC vertretenen Staaten verhandelt. Es wird von diesen Gesandten entschieden, welche der im wissenschaftlichen »Vorprogramm« erarbeiteten Materialien in welcher Zusammensetzung in den Bericht aufgenommen werden.
Dieses Machwerk dann als wissenschaftliches Dokument zu bezeichnen, ist ein schlechter Witz, der allerdings nicht wirklich überraschend ist. Denn IPCC bedeutet ja nicht »Unabhängige wissenschaftliche Kommision zur Klimaforschung«, sondern Intergovernmental Panel on Climate Change. Wer bei einem solchen Namen des Gremiums davon ausgeht, dass die vertretenen governments, also Regierungen, keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen, ist ein bisschen naiv und auf einem Auge blind.
Natürlich ist das so entstehende Dokument ein politisches und kein wissenschaftliches Dokument.
Inzwischen gibt es allerdings erfreulicherweise auch einige namhafte Klimaforscher, die zwar nicht den Klimawandel als solchen bezweifeln, wohl aber die marktschreierische und den Weltuntergang herbeisehnende mediale Vermarktung. Ein kleines Beispiel sei nur das Interview mit Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum im Spiegel 11/2007, den es – leider nur in englischer Übersetzung – auch bei SPON gibt.
von Storch sieht die Sache richtig: Energie-Effizienz steigern, Emissions-Level senken: das sind richtige Ansätze. Ob man allerdings den Deutschen nun (aus Verbrauchersicht) vernünftige Autos, Flugreisen usw. verbieten soll, stellt auch er in Frage.
Er schlägt vielmehr vor, die Angstmacherei und Schwarzmalerei zu unterlassen, innovativ nach neuen Energieformen zu forschen und sich auf den Wandel vorzubereiten.
Übrigens: Auch Hans von Storch betont, dass der Klimawandel – so er denn kommt – nicht nur negative Folgen haben wird, falls es diese überhaupt geben wird: Die prognostizierte Zunahme starker Stürme bspw. lässt auf sich warten, obwohl nach den Modellen im IPCC bereits seit einiger Zeit eine starke Zunahme zu erwarten wäre.
Gerade in Deutschland werden die Folgen eines wärmeren Klimas jedoch recht positiv sein: Weniger Energieverbrauch für Wärme, weniger Unfälle im Winter, längere Wachstumsperioden in der Landwirtschaft, »schöneres« Wetter (wenn man Sonne mag), ...
Trotzdem, um noch einmal auf den Hauptpunkt zurückzukommen:
Der IPCC-Bericht ist kein wissenschaftliches Dokument, ist nicht peer-reviewed; während seiner Erstellung wurden grundlegende wissenschaftliche Praktiken ignoriert, abweichende Meinungen werden oftmals nicht zugelassen.
Und das beste kommt – wie häufig – zum Schluss: Trotz all der erwähnten Mängel und Beeinflussungen ist ist der 4. IPCC-Bericht tatsächlich weit weniger pessimistisch als der 3. Bericht. Nur die mediale Darstellung (z.B. auch durch unseren Bundesumweltsigmar Gabriel) ist halt extremer geworden.
Auch ein Weg, sein Budget zu sichern.
Am 14. August 2008 um 15:08 Uhr
Spannende Sache! Die Zeitschrift “ZeitGeist” hat kürzlich eine Ausgabe herausgebracht, in der die Machenschaften rund um die “Klimakatastrophe” ebenfalls mit einer Religion verglichen werden. Verrückterweise zeigen sich tatsächlich zahlreiche Parallelen, wie etwa Angstmache, Schuldeinredung, Prophetie, Höllenvorstellung und ganz offensichtlich der Ablasshandel. Ideologie wäre vielleicht treffender gewesen, Religion bringt dafür noch den Faktor Glaube (und damit die Möglichkeit der Manipulation) mit ein.
[ Werbung entfernt; Red. ]