Die spinnen, die Belgier …

Was Obelix immer schon wusste, scheint sich nun im Zuge der Diskussion um die eventuelle Klimaveränderung zu bestätigen: »Die spinnen, die Belgier!«

Gerade durfte ich bei RIA Novosti lesen, dass die Belgier allen Ernstes eine Grillsteuer einführen wollen:


The government of Belgium’s French-speaking region of Wallonia, which has a population of about 4 million, has approved a tax on barbequing, local media reported.

Experts said that between 50 and 100 grams of CO2, a so-called greenhouse gas, is emitted during barbequing. Beginning June 2007, residents of Wallonia will have to pay 20 euros for a grilling session.

The local authorities plan to monitor compliance with the new tax legislation from helicopters, whose thermal sensors will detect burning grills.

Wie bescheuert ist das denn? 20 Euronen für 100g CO2 ist dann doch ein bisschen viel, da müsste man ja einem Autofahrer auf dem 20km-Weg zur Arbeit runde € 520 abnehmen, auf dem Rückweg natürlich auch noch einmal.

Auch The Reference Frame hat sich dieses Themas angenommen und ist ebenfalls zum Schluss gekommen, dass diese Steuer – so es denn kein Scherz ist – etwas überteuert ist:

Because the current market value of indulgences for emitting 1 ton of CO2 is 0.87 euro, it is not hard to calculate that the tax is 300,000 times more expensive than the pseudomarket value of negative CO2 and infinitely times higher than the real market value, namely zero.

Und nein: Der Artikel stammt nicht vom 1. April, auch wenn man das vermuten könnte. Dennoch bin ich mir nicht ganz sicher, ob der zitierte Artikel wenigstens teilweise auf Fakten beruht oder aber nur ein verspäteter Aprilscherz oder eine Zeitungsente ist.

Aber auch das lässt tief blicken. Die völlig überzogene Diskussion über Schutzmaßnahmen für das Klima wegen der von vielen befürchteten Klimaerwärmung führt dazu, dass zumindest ich einen solchen Bericht im ersten Moment für voll nehme.

Dabei gäbe es wirklich viele sinnvolle Maßnahmen, Umwelt und Klima zu schützen und gleichzeitig noch etwas für Wirtschaft, Konjunktur und Gesellschaft zu tun, genannt sei hier nur eine Einführung klimaneutraler Energien wie die oft angeführten erneuerbaren Energien zur Stromgewinnung, aber auch der radikale Umstieg auf aus Biomasse gewonnenen Treibstoffen für den Verkehr. Entsprechend umgesetzt, müsste nichts teurer oder knapper werden, jeder könnte wie bislang Auto fahren oder fliegen, die Wirtschaft müsste nicht leiden. Die Gewinnung von Biokraftstoffen würde sogar das Problem der landwirtschaftlichen Überproduktion in Europa und Nordamerika lösen – was nicht verzehrt wird, kann zur Treibstoffgewinnung eingesetzt werden.

Und da die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen werden – wann auch immer genau das sein wird – werden wir diese Umstellung ohnehin irgendwann vornehmen müssen.

Ob allerdings mit einem EU-Umweltkommissar wie dem Griechen Dimas und einem Bundesumweltminister wie dem Ex-Popbeauftragten Sigmar Gabriel ein solcher Umstieg klappen kann, ist eine ganz andere Frage. Diese Herren bauen eher auf Verbote und höhere Steuern, wie Dimas erst gestern wieder unter Beweis gestellt hat, als er äußerte, es gäbe eine Menge Ansätze, der Klimakatastrophe zu begegnen, »vor allem Steuern« (O-Ton: »namely taxes«). Wer so denkt, gehört aufs politische Abstellgleis, denn er nützt weder dem Klima, noch der Umwelt, noch den Menschen.

Hoffen wir also, dass die oben zitierte Meldung über die Grillsteuer in Belgien nur eine Zeitungsente ist und das es – auch bei klimabewegten Politikern – noch ein letztes bisschen Verstand gibt.

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