The Internet is for Porn – Eine Phänomenologie
Seit einiger Zeit bereits – genauer: seit 2003 – erfreut sich das Musical Avenue Q enormer Beliebtheit bei Besuchern des New Yorker Broadways und hat auch in einigen anderen Städten Fuß gefasst. Im Musical geht es um die Bewohner der fiktiven Avenue Q, die es im realen New York gar nicht gibt. In der Originalproduktion am Broadway werden viele der Rollen nicht von menschlichen Darstellern gespielt, sondern von Puppen im Stile der Sesamstraße und der Muppet Show übernommen – auch wenn die Macher dieser Musicals Stein und Bein schwören, weder mit Jim Henson kooperiert noch von diesem abgekupfert zu haben.
The Internet is for Porn
Besonders ein Song aus Avenue Q hat es in den globalen Mainstream geschafft: »The Internet is for Porn«. In diesem Song streiten zwei Protagonisten namens Kate und Trekkie (bzw. Kate Monster und Trekkie Monster) darum, für welchen Zweck das Internet eigentlich geschaffen wurde und hauptsächlich genutzt wird.
Kate, ganz Frau, sieht die primären Vorteile des Internets im leichteren Zugang zu Informationen und nennt eLearning, Online-Banking, Online-Shopping, Online-Trading u.ä. als Hauptvorteile des Internets.
Trekkie hingegen, ganz Mann, sieht die eher … unterhaltsamen Aspekte, also den einfachen Zugang zu Pornographie.
Der Liedtext an sich ist schon ein echtes Highlight. Ein paar Auszüge gefällig?
Gerne:
Trekkie: Why you think the net was born? Porn, porn, porn.
Oder:
Trekkie: Me all night am honking me horn for porn, porn, porn.
Oder (besonders schön!): Kate zählt auf, was die männlichen Bewohner der Avenue Q alles Sinnvolles im Internet machen – Shoppen, Traden, Lernen, ... , dann kommt Trekkie:
Trekkie: And what do you think he does … after?![]()
Kate: Eeeeeeeeeeeewwww
Das Original bzw. die Originale
Da gibt es zunächst einmal die »Urfassung« aus der originalen Produktion am Broadway:
Avenue Q – Live Performance
In anderen Produktionen dieses Musicals wird auf die Puppen weitgehend verzichtet, auch das hat dann einen gewissen Reiz:
»The Internet is for Porn« mal ganz ohne Puppen
Die Adaptionen
Bislang haben wir also einen lustigen Song aus einem rundum guten Musical. Nun gibt es allerdings eine nicht geringe Zahl von Adaptionen dieses Songs durch Begeisterte, die diesen Song wahlweise in Star Wars oder die X-Men einbetten. Einige – natürlich nur die besten – dieser Adaptionen möchte ich hier einmal kurz vorstellen.
Ellen Feiss is for Porn
Remember Ellen Feiss anyone? Die Gute hat sowohl für Apple Werbung gemacht als auch – später – für Microsoft (oder war es andersrum?), wo sie sich dann als begeisterte Konvertitin von Apple OS zu MS Windows dargestellt hat. Nicht sehr glaubwürdig. Aber mit diesem Text auf den Lippen durchaus lustig …
Star Wars is for Porn
Lustig, lustig, wie Yoda abtanzt und die Imperial Storm Troopers die Background-Tänzer abgeben; auch das angeeckelte Gesicht von Prinzessin Leia über die Enthüllung, dass auch Han Solo hin und wieder mal ein paar Nackt-Konserven auspackt, ist absolut sehenswert.
World of Warcraft is for Porn
Bei dieser Adaption frage ich mich tatsächlich, ob da jemand zu viel Zeit gehabt hat. Die Figuren tanzen absolut auf den Takt, die Gestik ist (im Rahmen des in WoW möglichen) sehr gut gemacht. Zusatzfrage: Wieso können WoW-Figuren überhaupt tanzen?
X-Men are for Porn
Das hat sich Xavier wohl nicht träumen lassen, als er seine Schule für Kinder mit besonderen Fähigkeiten, a.k.a. X-Men Hauptquartier, gegründet hat. Auch hier scheint die Meinung vorzuherrschen, dass das Internet außer für die Vorbereitung des Kampfes gegen böse Mutanten auch seine … sagen wir mal unterhaltsamen Funktionen hat!
Habla espanol?
Was mir hier sehr gut gefällt: Zunächst einmal sieht man das Mädchen, das die Rolle von Trekkie (das ist der Befürworter der These »The Internet is for Porn«) übernimmt, zunächst gar nicht sehen kann – Spitzenlacher gleich am Anfang. Ein anderes Highlight im Kontext der Kernaussage des Songs ist das im Hintergrund sichtbare Kreuz an der Wand. Wie das wohl zusammenpasst …?
Animation is for Porn
Wie weit man die Adaptionen noch treiben kann, zeigt dann dieses Beispiel. Man nehme einen asiatischen (japanischen?) Animationsfilm mit vermutlich eher flacher Handlung und nutzt diesen als Hintergrund für gehobenen und doch leicht abwegigen Humor … oder so.
Aufruf
Wer noch weitere gute(!) Adaptionen kennt, schickt mir die Youtube, Google-Video- oder MyVideo-URL bitte einfach zu oder schreibt sie hier in den Kommentar. Die Sammlung wird natürlich um besonders originelle Fundstücke erweitert, falls diese nicht nur platte Imitationen der oben bereits angeführten Darbietungen sind.
Viel Spaß!
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