Microsoft und Software-Patente
Shuttleworth sieht den Grund dafür in der Behinderung freier Innovation in der Software-Industrie durch so genannte »strategische Patente« – und diese werden mehr und mehr entweder von Microsofts Wettbewerbern oder aber gar von Investmentfirmen gehalten, die in Intellectual property, kurz IP, investieren und natürlich einen klaren return on investment sehen wollen.
Diese Investment-Firmen sind der eigentlich Gegner, und Mark Shuttleworth entwickelt daraus die Voraussage, dass in nicht allzu ferner Zukunft Microsoft, andere Software-Firmen und die Open-Source-Szene auf ein- und derselben Seite in diesem Konflikt stehen werden. Gegen andere Software-Produzenten können sich Firmen wie Microsoft nämlich recht gut wehren – in dem etwa die Patente gegenseitig lizensiert werden und damit ein »Waffenstillstand« an der Patentefront erreicht wird.
Gegen einen Investor in IP hilft das aber nicht – der ist ja gar nicht daran interessiert, selbst Software zu entwickeln und dabei Nutzungsrechte an eventuellen Patenten des Gegners gegen die eigenen Patente auszutauschen. Ziel ist ja, mit dem geistiges Eigentum selbst direkt Rendite zu erwirtschaften. Und das ist genau die gleiche Grundhaltung, wie wir sie auch bei den Rechteverwertern in der Unterhaltungsindustrie erkennen können.
Daraus lässt sich aber auch ein klein wenig Mut für die Zukunft schöpfen – in der Musik- und Filmbranche zeigen sich erste Risse in der Front derjenigen, die sich am liebsten jede einzelne Mediennutzung (also jedes Abspielen eines Songs!) vergüten lassen wollen. EMI machte den ersten Schritt und kündigte an, über iTunes und bei Amazon die eigenen Titel ohne DRM anzubieten.
Vielleicht steht ähnliches dann auch dem in den USA grassierenden Unwesen der Software-Patente bevor: Verweigerung der Kunden, Umgehung der Lizenzierung, schließlich vielleicht sogar die Abschaffung dieses bürokratischen und die Weiterentwicklung behindernden Ungetüms.
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