Beliebigkeit und wohin sie führt
Bei Gay West kann man nachlesen, dass doch tatsächlich eine anglikanische Pastorin meint, gleichzeitig auch Moslemin sein zu können, da sich Christentum und Islam gegenseitig nicht ausschließen.
Nun bin ich natürlich sehr für ein friedliches Miteinander der Religionen – aber das geht dann doch ein bisschen weit und trägt der guten Dame auch den Vorwurf der Beliebigkeit ein.
Glaube ist keine Veranstaltung über political correctness. Wenn ich einer Glaubensrichtung anhänge, dann glaube ich an deren Richtigkeit; damit sind für mich alle anderen Glaubensrichtigungen, ob es nun andere Konfessionen des gleichen Religionskreises oder gar andere Religionen sind, doch eindeutig als Fehlglauben anzusehen.
Dass man nun seinen Nachbarn nicht deswegen den Kopf einschlägt, weil der an etwas glaubt, was ich als falsch betrachte, das versteht sich von selbst. Man kann sich respektieren und achten, man muss sich einander aber nicht bestätigen, dass der jeweils andere Glaube ja auch irgendwie richtig und voll gut ist.
Dass eine Pastorin – also eine Art Über-Gläubige – sich nicht zu schade ist zu behaupten, dass Christentum und Islam ja doch irgendwie das Gleiche sind, das schlägt dann doch dem Fass den Boden aus.
Anne Holmes Redding – so heißt die gute Dame – sollte sich dann doch mal entscheiden, was sie nun ist: Ist sie Christin oder Moslem? Ist sie Pastorin (und damit ihrem Glauben – dem einzigen! – verpflichtet), oder darf sie als Laiin aus dogmatischer Sicht krude Äußerungen von sich geben?
Letztlich wurde ihr diese Entscheidung abgenommen, sie wurde von ihrem Pastorenamt entbunden und lehrt jetzt als Theologie-Professorin in Seattle. Arme Studenten, kann man da nur sagen.
Bei Gay West werden Anne Holmes Redding dann auch ein paar schöne Sätze in den Mund gelegt (»Ich bin Mann und Frau.«, »Ich bin schwarz und weiß.«, ...), und einen davon möchte ich hier noch einmal zitieren, weil er so schön passt und ich mir gut vorstellen kann, wie Anne Holmes Redding ihn – mit dem tiefen Brustton der Überzeugung – von sich gibt:
Ich bin balla und balla.
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Am 13. Juli 2007 um 21:23 Uhr
Beliebigkeit ist das richtige Wort.
Ich musste zwar historisch-kritische Exegese büffeln, aber zum Glück ist nicht die ganze Saat in mir aufgegangen, sondern nur das, was ich auch ruhigen Gewissens übernehmen konnte.
Man könnte auch noch theologische Indifferenz oder Synkretismus sagen.
Angesichts solcher Aussagen wundert mich auch nicht, dass viele Christen (Rudolf Bultmann, mir graut vor dir) mit Muslimen in einem Boot sitzen, wenn es gegen Juden geht.
Besonders deutlich wird das an den Beispielen der lateinischen und griechischen Patriarchen in Jersualem – aber auch meine Kollegen von der evang. Fraktion üben sich nicht immer in vornehmer Zurückhaltung; man denke nur an die Israel-Reisen der Bischöfe beider Konfessionen.
War das ein Graus….
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P.S.: Frau Prof. Dr. Schirrmacher (Evang. Allianz) hat auf ihrer Webseite ganz hervorragend dagestellt, wie islamische Apologeten die historische-kritische Exegese verwenden, um sie gegen die Christen selbst zu richten. Ein Meisterstück von Taqiyya.
http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M5b35ae1903f.0.html
Am 11. August 2007 um 17:29 Uhr
Sehr amüsant. Doppelte Staatsbürgerschaft mal anders.
Es soll ja Leute geben, welche der Meinung sind, das Christentum und Moslems im Kern an das Gleiche “glauben”, ihrem Unmut darüber aber auf verschiedene Weise Luft machen.