Mayday
Erschreckt hat mich heute eine Meldung, in der über Probleme mit einem Flugzeugtyp von Bombardier namens Dash berichtet wird. Mit diesem Flugzeugtyp hat es in den letzten Tagen mehrere ernsthafte Pannen inklusive holpriger Notlandung gegeben. In der Meldung kann man lesen,
Wenige Stunden zuvor war eine SAS- Maschine dieses Typs in der litauischen Hauptstadt Vilnius mit defektem Fahrwerk notgelandet. Alle 48 Passagiere und die vier Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Das Flugzeug sei bei der Notlandung “kräftig demoliert worden”, teilte ein SAS-Sprecher im Rundfunk mit.
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Bereits am Sonntag war bei einer dramatischen Notlandung im dänischen Aalborg ein Fahrwerk gebrochen. Anfang der Woche mussten zwei Maschinen auf dem Weg nach Berlin sowie nach Prag wegen technischer Defekte in der Luft umkehren.
Bombardier empfiehlt, dass erst einmal alle Maschinen dieses Typs am Boden bleiben, jedenfalls diejenigen, die mehr als 10.000 Starts und Landungen hinter sich haben.
Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Bei der Dash handelt es sich um ein relativ kleines Flugzeug, es wird hauptsächlich als Zubringer und für wenig frequentierte Kurzstrecken eingesetzt. Aus wirtschaftlichen Gründen verbringen Flugzeuge nur recht wenig Zeit am Boden, häufig geht es nach 45 Minuten schon wieder weiter.
Unterstellt man fünf Flüge pro Tag (und das dürfte schnell zusammenkommen auf Strecken wie Frankfurt-München, Frankfurt-Hamburg, München-Graz o.ä.), dann haben wir schon zehn Starts und Landungen am Tag und benötigen lediglich 1.000 Tage, um auf die genannten 10.000 Starts und Landungen zu kommen.
Gehen wir von fünf solchen Tagen pro Woche aus, heißt das für die obige Aussage von Bombardier: Wenn eine Dash drei bis vier Jahre alt ist, sollte sie am Boden bleiben. Und vier Jahre sind kein Alter für ein Flugzeug. Viele sind weitaus älter, auch wenn man das wegen neuer Lackierung und neuem Innenausbau eventuell nicht immer sehen kann.
Warum interessiert mich alles jetzt so sehr?
Ganz einfach, wegen eines weiteren Zitats aus dem SPON-Artikel:
Lufthansa teilte mit, das unter ihrem Logo vier Flugzeuge des betroffenen Typs im Einsatz sind. “Die Maschinen gehören zu Augsburg Airways, die für uns im Regionalverbund fliegen”, sagte ein Lufthansa-Sprecher.
Diese Information hätte ich dem Spiegel auch geben können. Ich saß nämlich am Sonntag in einer solchen Dash auf dem Weg von München nach Nürnberg.
Glück gehabt, muss man wohl annehmen …
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