Al Gore: Die schlimmste Bedrohung

Der frischgebackene Klimahysteriker Energieheuchler Friedennobelpreisträger Al Gore wurde heute bei Bundeskanzlerin Angela Merkel vorstellig, und man hat sich gegenseitig dazu beglückwünscht, wie tatkräftig man in Bezug auf den Klimawandel denn so ist.

Dass ich (den öffentlichen) Al Gore nicht mag und sein eintreten für den Klimaschutz angesichts seines privaten Energieverbrauchs für sein Eigenheim von über 220.000 kWh im Jahr 2006 für eine unglaubliche Heuchelei halte, ist aus meinen bisherigen Blogposts zu Al Gore bereits ersichtlich. Eine Sache ließ mich heute aber besonders aufhorchen:

Al Gore bezeichnet tatsächlich den eventuell drohenden Klimawandel als »die größte Bedrohung, der sich die Menschheit je ausgesetzt sah«.

I beg to differ.

Unterstellen wir einmal, dass der Klimawandel tatsächlich menschengemacht ist und tatsächlich so schlimm kommt, wie Al Gore es immer wieder schwarzmalert.

Dann müssen leider Menschen in tiefergelegenen Gebieten umgesiedelt, Getreidesorten für das neue Klima fitgemacht und ein paar mehr Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ich vertraue da ganz darauf, dass sich »der Mensch« als Gattung da prima anpassen kann, genau so, wie er das bisher auch schon immer getan hat, wenn sich etwas an seiner Umgebung geändert hat.

Vergleicht man damit die jahrzehntelange und (leider!) sehr reale Gefahr eines globalen Atomkriegs, der nicht nur die Menschheit, sondern auch gleich allergrößte Teile von Fauna und Flora ausgerottet hätte, dann wird einem klar, in welchen Kategorien Al Gore denkt – in den falschen.

Aber was ist schon die Unfruchtbarmachung des gesamten Planeten gegenüber ein paar weniger verregneten Sommern in Mitteleuropa …

(Flame me … :-D )

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7 Reaktionen zu “Al Gore: Die schlimmste Bedrohung”

  1. Robert Nitsch

    “Al Gore bezeichnet tatsächlich den eventuell drohenden Klimawandel als »die größte Bedrohung, der sich die Menschheit je ausgesetzt sah«.”
    Ich finde, dass es vollkommen uninteressant ist, ob diese Aussage aller Überprüfung standhalten kann. Es ist viel interessanter, ob es berechtigt ist, eine solche Aussage zu tätigen – auch, wenn z.B. Al Gore selbst weiß, dass sie so nicht den Tatsachen entspricht.
    Mal angenommen, der “Klimawandel” tritt tatsächlich, wie prophezeit, mit zahlreichen schlimmen Folgen, auch für die Menschheit, ein: In diesem Fall wäre es m.E. berechtigt, eine solche überspitzte Aussage zu tätigen, um die Menschen noch eher auf das Problem aufmerksam zu machen.
    Außerdem möchte ich gerne diese (mögliche) Übertreibung mit dem Ansatz vergleichen, mehr zu fordern, als man eigentlich will. Damit erreicht man das, was man eigentlich will, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Mir fällt gerade nicht der Fachbegriff dazu ein, aber es ist ein bekanntes Vorgehen – das übrigens, so nimmt man in manchen Kreisen an, auch von Schäuble angewandt wird. (Er fordert sehr viel, mit der Absicht, einen Teil seiner Forderungen erfüllt zu bekommen.)

    “Dann müssen leider Menschen in tiefergelegenen Gebieten umgesiedelt, Getreidesorten für das neue Klima fitgemacht und ein paar mehr Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ich vertraue da ganz darauf, dass sich »der Mensch« als Gattung da prima anpassen kann, genau so, wie er das bisher auch schon immer getan hat, wenn sich etwas an seiner Umgebung geändert hat.”
    Abgesehen davon, dass du maßlos übertreibst:
    Es gibt eine RGT-Regel, die jeder Gymnasiast kennenlernt:
    Bei einer Erhöhung der Temperatur um 10° Celsius steigt die Reaktionsgeschwindigkeit um das 2- bis 3-fache. Das hört sich erstmal nicht schlimm an. Schließlich ist doch beim Klimawandel nur von wenigen Grad die Rede. Aber wir reden hier auch nicht von einer Reaktion, die in einem Reagenzglas abläuft, sondern von der gesamten Biospähre etc.pp.

    “Aber was ist schon die Unfruchtbarmachung des gesamten Planeten gegenüber ein paar weniger verregneten Sommern in Mitteleuropa …”
    Auch hiermit untertreibst du maßlos. Ich gehe einfach mal davon aus, dass du es damit nicht ernst meinst, sondern nur Antworten provozieren willst. Das ist dir ja gelungen… ;) Trotzdem noch eine letzte Anmerkung: Im kalten Krieg wusste man, was einen erwartet, wenn man die Atombombe einsetzt. Beim Klimawandel verhält es sich anders: Niemand kann die Tragweite dieses Phänomens mit Sicherheit abschätzen. Lieber zu vorsichtig, als später nachsichtig.

    MfG, Robert Nitsch

  2. Martin Eisenhardt

    Zunächst einmal: Ich finde auch, dass man lieber vorher vorsichtig ist als dann hinterher mit großen Augen vor einem Scherbenhaufen zu stehen.

    Dennoch muss man sich immer fragen, aus welchen Gründen manche Leute auf Angst als Mittel der Politik setzen, auf Panikmache statt auf Argumente setzen.

    Denn nichts anderes tut Al Gore: Er zeigt Bilder und Filme von kalbenden Gletschern—was ein völlig natürlicher Vorgang ist—und stellt dies dann als Folge des bereits eingetretenen Klimawandels dar. Hier täte ein wenig mehr Sachlichkeit sicherlich gut. Ich bestreite nicht, dass es Anzeichen dafür gibt, dass sich das Klima ändert. Warum verwendet Al Gore dann nicht diese weniger angreifbaren Indizien?

    Die Antwort scheint mir ganz einfach zu sein: Weil diese Indizien bei weitem nicht so gut zur Panikmache geeignet sind.

    Zu Deinen Argumenten:

    Mal angenommen, der “Klimawandel” tritt tatsächlich, wie prophezeit, mit zahlreichen schlimmen Folgen, auch für die Menschheit, ein: In diesem Fall wäre es m.E. berechtigt, eine solche überspitzte Aussage zu tätigen, um die Menschen noch eher auf das Problem aufmerksam zu machen.

    Warum schreibst Du—der die Klimahysterie doch offenbar für gerechtfertigt ansieht—Klimawandel in Anführungszeichen?

    Und nein, auch zum Erreichen eines noblen Zieles ist eben nicht jedes Mittel gerechtfertigt. Diese Ansicht—das der Zweck die Mittel schon heiligen werde—führt direkt in die Diktatur; die herrschende Elite muss sich ja nicht mehr durch Wahlen legitimieren, da sie ja nur das Beste will.

    Außerdem möchte ich gerne diese (mögliche) Übertreibung mit dem Ansatz vergleichen, mehr zu fordern, als man eigentlich will. Damit erreicht man das, was man eigentlich will, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Mir fällt gerade nicht der Fachbegriff dazu ein, aber es ist ein bekanntes Vorgehen – das übrigens, so nimmt man in manchen Kreisen an, auch von Schäuble angewandt wird. (Er fordert sehr viel, mit der Absicht, einen Teil seiner Forderungen erfüllt zu bekommen.)

    Dem stimme ich absolut zu: Schäuble und Gore sind zwei Vertreter einer Politikerkaste, deren Mittel ich absolut verachte: Sie machen Politik mit Angst. Gore erschreckt die Menschheit mit dem Märchen eines um sechs Meter steigenden Meeresspiegels (obwohl selbst das IPCC nur einige zehn Zentimeter für wahrscheinlich hält), und Schäuble möchte mit dem Feindbild der islamofaschistischen Terroristen gerne ein paar zusätzliche (und in einem Rechtsstaat zumindest diskutable) Fahndungsinstrumente an die Hand bekommen.

    Beides ist sich sehr ähnlich, und beides ist gleichermaßen unappetitlich und abzulehnen.

    Übrigens: Du kannst die Panikmache der beiden genannten Herren nicht mit einer Verhandlung zwischen zwei gleichberechtigten Partnern vergleichen. Natürlich wird dort jeder zunächst das Maximum fordern und das Minimum bieten.

    Der große Unterschied besteht darin, dass es bei einer solchen Verhandlung jeder Seite freisteht, jederzeit die Verhandlung zu beenden. Und exakt das ist bei den Herren Gore und Schäuble nicht möglich. Wer z.B. zur Debatte um CO2-Konzentrationen und globale Durchschnittstemperaturen äußert, dass er darüber nun nichts mehr hören möchte, gilt als schlechter Mensch und wird heftigst kritisiert. Offene und faire Verhandlungen sehen anders aus.

    Abgesehen davon, dass du maßlos übertreibst:

    Ich weiß jetzt nicht ganz, wo ich übertrieben habe: Der Mensch hat sich an Eiszeiten und Trockenzeiten, und Arktis, Tropen und Wüste, an küstennahe Gebiete und an kontinentale Zonen angepasst. Warum sollte dies jetzt plötzlich nicht mehr möglich sein, zumal mit der heute zur Verfügung stehenden Technik?

    Ich bin da eher optimistisch, dass die Menschheit sich auch an ein sich tatsächlich zum Negativen verändernden Klima anpassen kann.

    Es gibt eine RGT-Regel, die jeder Gymnasiast kennenlernt:
    Bei einer Erhöhung der Temperatur um 10° Celsius steigt die Reaktionsgeschwindigkeit um das 2- bis 3-fache.

    Ich kenne die Regel zwar nicht unter diesem Namen, habe sie aber auch gelernt, mit einem Faktor 2 für den Anstieg der Reaktionsgeschwindigkeit.

    Das hört sich erstmal nicht schlimm an.

    Stimmt.

    Schließlich ist doch beim Klimawandel nur von wenigen Grad die Rede. Aber wir reden hier auch nicht von einer Reaktion, die in einem Reagenzglas abläuft, [...]

    Stimmt schon wieder.

    [...] sondern von der gesamten Biospähre (sic!) etc.pp.

    Und genau da möchte ich einhaken. Die von Dir angeführte Regel bezieht sich auf Reaktionen im Reagenzglas und nicht auf athmosphärische Phänomene. Die Athmosphäre als System ist so komplex, dass die Erhöhung der Temperatur dieses Systems sicherlich Auswirkungen hat, man sich aber davor hüten sollte, in der Mittelstufe auswendig gelernte (und auch verstandene?) Daumenregeln auf diesen doch etwas komplexeren »Versuchsaufbau« zu übertragen.

    “Aber was ist schon die Unfruchtbarmachung des gesamten Planeten gegenüber ein paar weniger verregneten Sommern in Mitteleuropa …”—Auch hiermit untertreibst du maßlos. Ich gehe einfach mal davon aus, dass du es damit nicht ernst meinst, sondern nur Antworten provozieren willst.

    Auch hier kann ich nicht erkennen, an welcher Stelle ich übertreibe. Ein atomar ausgetragener Konflikt der beiden Machtblöcke hätte tatsächlich die gesamte Erdoberfläche in eine unfruchtbare, kalte und radioaktiv strahlende Wüste verwandelt.

    Vergleiche ich das mit der Notwendigkeit, die Dämme zu erhöhen und eventuell ein paar tiefergelegene Gebiete (die zu besiedeln von vornherein keine gute Idee™ war) aufzugeben, dann halte ich den Atomkrieg immer noch schlimmer, sogar um mehrere Größenordnungen schlimmer.

    Übrigens: Es wird (gerade in Europa) sehr gerne damit argumentiert, dass höhere Temperaturen im Sommer als Folge des Klimawandels eine Vielzahl von Hitzetoten, insbesondere unter den älteren Menschen, fordern würde.

    Stimmt.

    Aber es stimmt eben auch, dass bei wärmeren Temperaturen in den Wintermonaten wesentlich weniger Menschen an grippalen Infekten, Influenza und Lungenentzündung sterben würden, dass es vermutlich weniger Verkehrstote und weniger Sachschäden gäbe.

    Ein wärmeres Klima hat eben durchaus auch viele gute Effekte—und gerade Europa könnte stark davon profitieren. Damit will ich natürlich nicht davon ablenken, dass dafür andere Ländern wie etwa Bangladesch arge Probleme bekommen könnten—weil die Menschen dort unklugerweise in einem riesigen Gebiet gesiedelt haben, dass nur etwa 60 Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt, weswegen es dort auch schon seit vielen Jahrhunderten immer wieder katastrophale Überschwemmungen gibt.

    Im kalten Krieg wusste man, was einen erwartet, wenn man die Atombombe einsetzt. Beim Klimawandel verhält es sich anders: Niemand kann die Tragweite dieses Phänomens mit Sicherheit abschätzen. Lieber zu vorsichtig, als später nachsichtig.

    Naja, »man« hat das nicht gewusst, weite Teile der Bevölkerung waren über die Folgen eines atomaren Schlagabtauschs nicht oder sogar falsch informiert. Nicht umsonst hielt sich ja die Meinung—sogar in der militärischen Elite der beiden Machtblöcke—man könne einen nuklear geführten Krieg »gewinnen«.

    Uns es stimmt, dass man die Folgen des eventuellen Klimawandels nicht abschätzen kann. Man sollte sie daher auch nicht mit Panikmache soweit übertreiben, bis die Menschheit sich aus Angst der eigenen Meinung anschließt.

    Warum eigentlich gibt es immer noch angesehene (und nicht von der Ölindustrie finanzierte!) Wissenschaftler, die sich dem angeblich bereits herrschenden Konsens über den Klimawandel noch nicht angeschlossen haben? Das gibt mir dann doch zu denken.

    Wahrheit hat mit Demokratie nichts zu tun; wissenschaftliche Erkenntnisse und wissenschaftlicher Fortschritt wird nicht durch Abstimmung beschlossen, sondern durch nachvollziehbare Messungen/Beweise belegt. Aus Sicht vieler Wissenschaftler ist genau das aber noch nicht geschehen, auch wenn IPCC und Al Gore anderes behaupten.

    By the way: Für eine Energiewende bin ich auch. Ich will nachfolgenden Generationen keine atomare Müllhalde hinterlassen, und ich erkenne sehr deutlich, dass die fossilen Brennstoffe in nicht allzu ferner Zukunft erschöpft sein werden.

    Insofern habe ich vielleicht doch energiepolitische Ziele, die mit denen der Klimahysteriker kompatibel sind.

  3. Robert Nitsch

    “Warum schreibst Du—der die Klimahysterie doch offenbar für gerechtfertigt ansieht—Klimawandel in Anführungszeichen?”
    Die “Klimahysterie” halte ich nicht für berechtigt (habe ich das denn irgendwo geschrieben?). Eine “Hysterie” ist nämlich niemals etwas gutes, da sie der Sachlichkeit ganz und gar nicht dienlich ist. Die Berechtigung, die ich ansprach, bezog sich auf die Art und Weise, wie Gore sich ausgedrückt hat: »die größte Bedrohung, der sich die Menschheit je ausgesetzt sah«. Diese Überspitzung wäre genau dann berechtigt, wenn der Klimawandel eben NICHT verharmlost werden darf, denn dadurch erreicht Gore mehr Aufmerksamkeit (die Tatsache, dass wir darüber diskutieren, bestätigt dies). In Anführungszeichen habe ich den Klimawandel daher geschrieben, weil mir der Begriff nicht ganz geheuer ist.

    “Und nein, auch zum Erreichen eines noblen Zieles ist eben nicht jedes Mittel gerechtfertigt. Diese Ansicht—das der Zweck die Mittel schon heiligen werde—führt direkt in die Diktatur; die herrschende Elite muss sich ja nicht mehr durch Wahlen legitimieren, da sie ja nur das Beste will.”
    Wieso genau führt diese Ansicht in die Diktatur?

    “Ich weiß jetzt nicht ganz, wo ich übertrieben habe: Der Mensch hat sich an Eiszeiten und Trockenzeiten, und Arktis, Tropen und Wüste, an küstennahe Gebiete und an kontinentale Zonen angepasst. Warum sollte dies jetzt plötzlich nicht mehr möglich sein, zumal mit der heute zur Verfügung stehenden Technik?”
    Entschuldige, ich meinte bzw. wollte schreiben, dass du untertreibst. Eine Erhöhung um nur wenige Grad Celsius hat nämlich ungleich schwere Folgen. Es ist ja nicht nur so, dass der Meeresspiegel “um ein paar Centimeter” steigt. Ganze Klima- und Vegetationszonen werden verschoben. Und nicht zuletzt nimmt die “Frequenz” der außergewöhnlich heftigen Wetterlagen/Naturereignisse zu, z.B. starke Stürme, Überschwemmungen, Dürren etc. Die Maßnahmen, um die Menschheit an all diese in ihrem Umfang noch nicht abschätzbaren Folgen anzupassen, wären m.E. höher als nur ein paar Dämme zu errichten und ein paar Menschen umzusiedeln…

    “Und genau da möchte ich einhaken. Die von Dir angeführte Regel bezieht sich auf Reaktionen im Reagenzglas und nicht auf athmosphärische Phänomene. Die Athmosphäre als System ist so komplex, dass die Erhöhung der Temperatur dieses Systems sicherlich Auswirkungen hat, man sich aber davor hüten sollte, in der Mittelstufe auswendig gelernte (und auch verstandene?) Daumenregeln auf diesen doch etwas komplexeren »Versuchsaufbau« zu übertragen.”
    Die RGT-Regel gilt überall, daran besteht nicht der allergeringste Zweifel. Sie ist allgemeingültig für alle denkbaren Reaktionen, VOR ALLEM außerhalb des Reagenzglases.

    “Auch hier kann ich nicht erkennen, an welcher Stelle ich übertreibe. Ein atomar ausgetragener Konflikt der beiden Machtblöcke hätte tatsächlich die gesamte Erdoberfläche in eine unfruchtbare, kalte und radioaktiv strahlende Wüste verwandelt.”
    Dieses Mal hatte ich das richtige geschrieben: “Auch hiermit untertreibst du maßlos.”
    Denn: “gegenüber ein paar weniger verregneten Sommern in Mitteleuropa …” ist zu kurz gedacht. Erstens, das ist dir sicher klar, ist der Klimawandel eine globale Angelegenheit und betrifft nicht nur Mitteleuropa. Zweitens reden wir nicht von ein paar weniger verregneten Sommern (die Folgen sind weitreichender). Drittens haben selbst ein paar weniger verregnete Sommer weitreichende Folgen, v.a. für die Landwirtschaft.

    “Warum eigentlich gibt es immer noch angesehene (und nicht von der Ölindustrie finanzierte!) Wissenschaftler, die sich dem angeblich bereits herrschenden Konsens über den Klimawandel noch nicht angeschlossen haben? Das gibt mir dann doch zu denken.”
    Unterschiedliche Meinungen gibt es immer. Aber ehrlich gesagt kann ich dir auf deine Frage keine Antwort geben. Dazu müsste man mit diesen Wissenschaftlern schon selbst Kontakt haben.

    Auch wenn ich dir in ein paar Punkten widerspreche bzw. ein paar Formulierungen klarstellen möchte: Ich bin weder Vertreter des einen noch des anderen Extrems. Ich bin in erster Linie mein eigener Vertreter…

    MfG, Robert Nitsch

  4. Martin Eisenhardt

    Hallo Robert,

    Die “Klimahysterie” halte ich nicht für berechtigt (habe ich das denn irgendwo geschrieben?).

    Nein, das hast Du nicht geschrieben, da war ich wohl etwas voreilig.

    In Anführungszeichen habe ich den Klimawandel daher geschrieben, weil mir der Begriff nicht ganz geheuer ist.

    Mir auch nicht, vor allem nicht die Tatsache, dass mit der Angst vor der großen Katastrophe nicht nur Geschäfte, sondern auch noch Politik gemacht wird.

    Die Berechtigung, die ich ansprach, bezog sich auf die Art und Weise, wie Gore sich ausgedrückt hat: »die größte Bedrohung, der sich die Menschheit je ausgesetzt sah«. Diese Überspitzung wäre genau dann berechtigt, wenn der Klimawandel eben NICHT verharmlost werden darf, denn dadurch erreicht Gore mehr Aufmerksamkeit (die Tatsache, dass wir darüber diskutieren, bestätigt dies).

    Solche Überspitzungen sind nicht berechtigt – weil es sich hier eben nicht um die von Dir vermutete Verhandlungssituation handelt, sondern um wissenschaftliche bzw. politische Aussagen. Siehe nächster Punkt.

    [...] die herrschende Elite muss sich ja nicht mehr durch Wahlen legitimieren, da sie ja nur das Beste will.” Wieso genau führt diese Ansicht in die Diktatur?

    Wenn eine Gruppe von Leuten mehr und mehr Einfluss gewinnt, die ganz genau wissen, wie sie die Welt und die Menschheit (oder auch nur das eigene Volk) vor großen Schaden bewahren können, dann ist es oft verführerisch, zum einen Andersdenkende vom Entscheidungsprozess auszuschließen (»Die Diskussion um den Klimawandel ist vorbei«, »Leugner muss man nicht ernstnehmen« und einiges mehr) und zum anderen mit dem Hinweis auf den guten Zweck den Menschen mehr und mehr Freiheiten zu nehmen, denn die wissen ja offenbar nicht, was sie tun und wie sehr sie sich selbst damit schaden.

    Solche Diktaturen aus gutem Willen hat es schon vielen gegeben, man denke nur an den Sozialismus und Kommunismus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Marx und Engels vorhatten, hunderte von Millionen Menschen in Unterdrückung und Armut zu stürzen, als sie die theoretischen Grundlagen für den Kommunismus legten. Und auch Lenin oder Otto Grotewohl hatten wohl nur das Beste für ihre Völker im Sinn, als sie die Freiheit der Bürger mehr und mehr beschnitten haben.

    Letztlich kommt es nicht auf den guten Zweck oder die gute Absicht an, sondern auf den Wahrheitsgehalt und die Effekte des Handelns.

    Daher bewertet man heute Sozialismus und Kommunismus auch als das, was sie sind: falsch.

    Und daher ist auch der gute Zwecke keine Ausrede für die Mittel, die man anwendet.

    Es ist ja nicht nur so, dass der Meeresspiegel “um ein paar Centimeter” steigt. Ganze Klima- und Vegetationszonen werden verschoben. Und nicht zuletzt nimmt die “Frequenz” der außergewöhnlich heftigen Wetterlagen/Naturereignisse zu, z.B. starke Stürme, Überschwemmungen, Dürren etc. Die Maßnahmen, um die Menschheit an all diese in ihrem Umfang noch nicht abschätzbaren Folgen anzupassen, wären m.E. höher als nur ein paar Dämme zu errichten und ein paar Menschen umzusiedeln…

    Zunächst einmal: Vermutlich wird es tatsächlich nur zu einem Anstieg des Meeresspiegels um einige Zentimeter kommen; das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, es sei ein Forum der Klimaleugner, erhaben ist.

    Zum Temperaturanstieg an sich: Wenigen Menschen ist wohl klar, dass sich die globalen Temperaturen in einem steten auf und ab befinden. Während der Eiszeiten war es deutlich kühler als heute, und zur Hochzeit der Dinosaurier und auch im Mittelalter war es deutlich wärmer als heute.

    Immer haben sich Menschen an veränderte Bedingungen anpassen können (nicht zu Zeiten der Dinos, da gab es den Menschen noch nicht, ich weiß!), warum also sollte das jetzt anders sein?

    Wir haben nicht ein Problem mit zuviel Technik, die zuviel CO2 verursacht, sondern ein Problem mit zu wenig Technik, die uns die Folgen eines Klimawandels zu beherrschen hilft. Da das Klima ohnehin immer Veränderungen unterworfen ist—auch recht drastischen—wäre es ohnehin recht vorausblickend, sich mit Techniken zu befassen, mit denen man auch in trockeneren Gebieten Nutzpflanzen gedeihen lassen kann und Häuser vor Stürmen schützt.

    By the way: Was zwar immer wieder von Klimaschützern behauptet wird, tatsächlich aber ganz anders ist: Die Häufigkeit von schweren Stürmen hat nicht zugenommen, es gibt wohl auch keinen Wirkungszusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Sturmhäufigkeit oder -intensität.

    Die RGT-Regel gilt überall, daran besteht nicht der allergeringste Zweifel. Sie ist allgemeingültig für alle denkbaren Reaktionen, VOR ALLEM außerhalb des Reagenzglases.

    Ja, die Regel gilt überall, man darf aber nicht den Fehler machen, sie »einfach mal so« anzuwenden, vor allem nicht auf komplexe Systeme wie das Klima und die noch komplexere Frage, wie sich Änderungen des Klimas auf den Menschen und seine Zivilisation auswirken.

    Ein kleines Beispiel: In Griechenland werden Orangen angebaut. Bei Temperaturen von 35°C reifen diese innerhalb von 8 Wochen (diese Zahl ist nicht realistisch, but bear with me ...) und können dann geerntet werden. Wenn sich nun die durchschnittliche Temperatur um 10°C erhöht, wäre nach der von Dir genannten Regel zu erwarten, dass die Orangen bereits nach vier Wochen reif sind.

    Sind sie aber natürlich nicht, weil sie bei diesen Temperaturen am Baum verdorren.

    Beispiel 2: Der Golfstrom hat eine Stärke von etwa 150 Sverdrup bzw. eine Leistung von ca. 5 Petawatt (siehe Wikipedia). Erhöht sich die Temperatur um 10°C, könnte man davon ausgehen, dass sich die Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt, also auf etwa 300 Sv oder ca. 10 Petawatt.

    Tatsächlich steht aber zu befürchten, dass bei einem solchen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur der Eisschild Grönlands abschmilzt und durch diesen enormen Süßwasserzufluss der Golfstrom zum Erliegen kommt, da das oberflächennahe Süßwasser im Nordantlantik nicht mehr absinken würde.

    Man darf Formeln, die man in der Schule gelernt hat und die dort für die Experimente im Reagenzglas wegen deren niedrigen Komplexität prima anwendbar sind, nicht ohne Nachdenken auf hochkomplexe Systeme außerhalb des Reagenzglases übertragen. So etwas geht (fast) immer schief.

    Drittens haben selbst ein paar weniger verregnete Sommer weitreichende Folgen, v.a. für die Landwirtschaft.

    Naja, dieses Jahr z.B. hatte die Landwirtschaft in Europa damit zu kämpfen, dass es deutlich zu viel geregnet hat und die Temperaturen zu niedrig waren …

    Und das war in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall. Grund dafür ist aber nicht der Klimawandel, sondern die natürlich Schwankungen des Weltklimas, Stichworte: El Nino und La Nina.

    Auch wenn ich dir in ein paar Punkten widerspreche [...]

    Wie kannst Du nur … :-D

    bzw. Ich bin in erster Linie mein eigener Vertreter…

    Das ist sicherlich immer eine gute Idee!

  5. Robert Nitsch

    Wie kann ich eigentlich diese Einrückungen für Zitate erzeugen? blockquote ist mir offenbar nicht gestattet…

    “Zunächst einmal: Vermutlich wird es tatsächlich nur zu einem Anstieg des Meeresspiegels um einige Zentimeter kommen; das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, es sei ein Forum der Klimaleugner, erhaben ist.”

    Nichts ist über jeden Zweifel erhaben, schon gar nicht etwas, das von Menschen gemacht wird. Soweit ich weiß, sieht sich nämlich nicht nur Gore, sondern auch das IPCC Kritik ausgesetzt.
    Der vierte Sachstandsbericht z.B. wurde auf die Beanstandungen mehrerer großer Industrienationen hin in einigen Passagen abgeschwächt: http://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Sachstandsbericht_des_IPCC#Kritik

    Nicht nur das, ich zweifle deine Aussage an. Woher nimmst du die Information, dass das IPCC einen Anstieg um wenige Centimeter erwartet?!

    Zitat aus “The Regional Impacts of Climate Change” (vom IPCC!):

    ”(...), climate models project that the mean annual global surface temperature will increase by 1–3.5°C by 2100, that global mean sea level will rise by 15–95 cm, and that changes (...)”

    Ich finde, dass 15-95 cm keineswegs nur “wenige Centimeter” sind. Und nicht zuletzt ist mit 15-95 cm NICHT gemeint, dass der Anstieg irgendwo in diesem Bereich liegen wird, sondern dass der Anstieg wenigstens 15 cm und höchstens 95 cm betragen wird.

    Um das zu belegen folgt ein weiteres Zitat:

    ”(...) for example, tens of millions of people in Bangladesh would be displaced by a 1-m increase (_the top of the range_ of IPCC Working Group I estimates for 2100) in the absence of adaptation measures.”

    Der IPCC-Bericht “The Regional Impacts of Climate Change” (zu beziehen von http://www.grida.no/climate/ipcc/) bezieht sich außerdem in Abschnitt 4 auf Artikel 2 der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change), der da lautet:
    “Article 2 of the UNFCCC: Objective

    The ultimate objective of this Convention and any related legal instruments that the Conference of the Parties may adopt is to achieve, in accordance with the relevant provisions of the Convention, stabilization of greenhouse gas concentrations in the atmosphere at a level that would prevent dangerous anthropogenic interference with the climate system. Such a level should be achieved within a time-frame sufficient to allow ecosystems to adapt naturally to climate change, to ensure that food production is not threatened and to enable economic development to proceed in a sustainable manner.”

    Es besteht also die Annahme, dass der Klimawandel gefährliche Folgen haben könnte. Die Tatsache, dass sich der Bericht des IPCC auf einen solchen Artikel bezieht, stellt für mich eine Billigung der mit dem Artikel eingehenden Annahmen dar.

    Noch etwas aus dem Bericht:

    “Changes in climate have the potential to affect the geographic location of ecological systems, the mix of species that they contain, and their ability to provide the wide range of benefits on which societies rely for their continued existence. Ecological systems are intrinsically dynamic and are constantly
    influenced by climate variability. The primary influence of anthropogenic climate change on ecosystems is expected to be through the rate and magnitude of change in climate means and extremes—CLIMATE CHANGE IS EXPECTED TO OCCUR AT A RAPID RATE RELATIVE TO THE SPEED AT WHICH ECOSYSTEMS CAN ADAPT AND REESTABLISH THEMSELVES—and through the direct effects of increased atmospheric CO2 concentrations, which may increase the productivity and efficiency of water use in some plant species.”
    (Tut mir leid für die große Schrift, aber ich konnte die Textstelle aus irgendeinem Grund nicht anderweitig, z.B. kursiv, hervorheben…)

    Natürlich wird diese Geschwindigkeit des Klimawandels nur erwartet – sicher ist es keineswegs. Aber dennoch ist es ein Satz, der unter der Aufsicht des IPCC veröffentlicht wurde. Und das ist laut deiner Aussage über jeden Zweifel erhaben. (”(...) das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, (...), erhaben ist.”)

    “Zum Temperaturanstieg an sich: Wenigen Menschen ist wohl klar, dass sich die globalen Temperaturen in einem steten auf und ab befinden. Während der Eiszeiten war es deutlich kühler als heute, und zur Hochzeit der Dinosaurier und auch im Mittelalter war es deutlich wärmer als heute.”

    Mir ist das klar. Eine tolle Grafik dazu findet man hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/CO2#CO2_in_der_Atmosph.C3.A4re_und_Treibhauseffekt
    Die Eiszeitzyklen sind an den extremen Schwankungen der blauen Linie leicht zu erkennen. ABER: Am Ende steigt die Linie steil nach oben, höher als sie jemals zuvor war.

    “Immer haben sich Menschen an veränderte Bedingungen anpassen können (nicht zu Zeiten der Dinos, da gab es den Menschen noch nicht, ich weiß!), warum also sollte das jetzt anders sein?”

    Weil der derzeit beobachtete Klimawandel anders ist, als alles, was vorher war. Im Westen kann man ohnehin relativ beruhigt sein. Bei uns ist sowieso alles gut. Aber wie schon einmal gesagt, der Klimawandel ist eine globale Angelegenheit, und nicht überall hat man die Möglichkeiten, die wir hier haben:

    In Abschnitt 6.1 des Berichts lautet es:

    “Conclusions: The African continent is particularly vulnerable to the impacts of climate change because of factors such as widespread poverty, recurrent droughts, inequitable land distribution and overdependence on rain-fed agriculture. Although adaptation options, including traditional coping strategies, theoretically are available, in practice the human, infrastructural and economic response capacity to effect timely response actions may well be beyond the economic means of some countries.”

    Jetzt zum nächsten:

    “Wir haben nicht ein Problem mit zuviel Technik, die zuviel CO2 verursacht, sondern ein Problem mit zu wenig Technik, die uns die Folgen eines Klimawandels zu beherrschen hilft. Da das Klima ohnehin immer Veränderungen unterworfen ist—auch recht drastischen—wäre es ohnehin recht vorausblickend, sich mit Techniken zu befassen, mit denen man auch in trockeneren Gebieten Nutzpflanzen gedeihen lassen kann und Häuser vor Stürmen schützt.”

    Wie im obigen Zitat zu ersehen kann es sich nicht alle Welt leisten, derartige Technik einzusetzen. Im Bericht des IPCC wird dies mehrfach und in verschiedenen Zusammenhängen betont.

    “By the way: Was zwar immer wieder von Klimaschützern behauptet wird, tatsächlich aber ganz anders ist: Die Häufigkeit von schweren Stürmen hat nicht zugenommen, es gibt wohl auch keinen Wirkungszusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Sturmhäufigkeit oder -intensität.”

    Ich habe mal ein paar Zitate aus dem Bericht dazu gesammelt:

    “Changes in climate will affect coastal systems through sea-level rise and an increase in storm-surge hazards and possible changes in the frequency and/or intensity of extreme events.”

    “An estimated 46 million people per year currently are at risk of flooding from storm surges. Climate change will exacerbate these problems, leading to potential impacts on ecosystems and human coastal infrastructure.”

    Auch Dürren werden häufiger und extremer vorkommen:

    “Africa’s climate. However, climate change will further exacerbate the frequency and magnitude of droughts in some places.”

    Jetzt bin ich bald fertig:

    “Ja, die Regel gilt überall, man darf aber nicht den Fehler machen, sie »einfach mal so« anzuwenden, vor allem nicht auf komplexe Systeme wie das Klima und die noch komplexere Frage, wie sich Änderungen des Klimas auf den Menschen und seine Zivilisation auswirken.
    (...)
    Man darf Formeln, die man in der Schule gelernt hat und die dort für die Experimente im Reagenzglas wegen deren niedrigen Komplexität prima anwendbar sind, nicht ohne Nachdenken auf hochkomplexe Systeme außerhalb des Reagenzglases übertragen. So etwas geht (fast) immer schief.”

    Ich habe sie nicht “einfach mal so” angewandt.

    “Und das war in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall. Grund dafür ist aber nicht der Klimawandel, sondern die natürlich Schwankungen des Weltklimas, Stichworte: El Nino und La Nina.”

    Diese Aussage ist keineswegs gesichert. Ich halte es für möglich, dass die Effekte dieser an sich ja zugegeben natürlichen Phänomene durch den Klimawandel verstärkt werden.

    Ganz allgemein eine kleine Kritik:

    In deinem letzten Kommentar hast du mehrere Aussagen getätigt und als allgemein anerkannt/bestätigt dargestellt, die jedoch keineswegs gesichert und teilweise sogar grundfalsch sind (naja, das wird sich in deiner nächsten Antwort ggf. noch zeigen). Am besten wäre es daher, wenn wir fortan stets unsere Quellen angeben… Informationen aus erster Hand sind schließlich die besten.

    MfG, Robert Nitsch

  6. Martin Eisenhardt

    Zunächst einmal: Hier auf diesem Blog wird Textile für Mark-Up verwendet; mit Textile kann zumindest ich wesentlich schneller schreiben als mit HTML. Letztlich ist das eine Geschmackssache.

    Deine Kritik am IPCC-Bericht kann ich nur teilen, allerdings aus einer vielleicht anderen Richtung. Für mich sollten wissenschaftliche Ergebnisse frei von jeglichem politischen Einfluss sein. Das schließt im Falle des IPCC zum einen Regierungen ein, die auf einer Entschärfung drängen, zum anderen aber eben auch Politiker wie Al Gore, der eher ein Scharfmacher ist (gleichzeitig in seinem Haus pro Jahr aber über 220.000 kWh Strom verbraucht; ein Schelm, wer hier Heuchelei unterstellt!).

    Der IPCC-Bericht ist letztlich kein wissenschaftlicher Report, sondern eine politische abgestimmte Meinungserklärung; daher kann ich ihn auch nicht wirklich ernst nehmen—was wiederum nicht bedeutet, dass ich die in diesem Bericht getätigten Aussagen nur deswegen für widerlegt halte.

    Ich finde, dass 15-95 cm keineswegs nur “wenige Centimeter” sind.

    Doch, genau das sind wenige Zentimeter. Wenn Du mal mein Posting liest, dann schreibe ich darin von einem wahrscheinlichen Anstieg von »einigen zehn Zentimetern«, halte also zum Beispiel einen Anstieg von 40 cm für wahrscheinlich.

    Ich verstehe auch nicht, warum Du konsequent “Centimeter” schreibst. Habe ich mich da irgendwo mal verschrieben?

    Und nicht zuletzt ist mit 15-95 cm NICHT gemeint, dass der Anstieg irgendwo in diesem Bereich liegen wird, [...]

    Doch, eigentlich schon.

    [...] sondern dass der Anstieg wenigstens 15 cm und höchstens 95 cm betragen wird.

    Was ist denn der Unterschied zwischen »irgendwo zwischen 15 und 95 cm« und »mindestens 15, höchstens 95 cm«? Beides definiert doch das Interval [15; 95] als Bereich, in dem der Anstieg liegen wird?

    (...) for example, tens of millions of people in Bangladesh would be displaced by a 1-m increase (_the top of the range_ of IPCC Working Group I estimates for 2100) in the absence of adaptation measures.

    Und hier scheint mir, dass Du diesen Abschnitt anders verstehst als ich und wohl auch anders, als er gemeint ist.

    Dort steht, dass einige zehn Millionen Menschen in Bangladesh durch den Anstieg des Meerespiegels bedroht werden,

    wenn dieser am oberen Ende des geschätzten Intervals liegt

    und wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen (wie etwa Dammbau oder Umsiedlung) getroffen werden.

    Adaptation, die in dem Zitat gefordert wird, bedeutet Anpassung. Das, was Al Gore vorschwebt, ist prevention, also Verhinderung.

    Insofern unterstützt dieser Auszug aus dem Bericht des IPCC meine weiter oben gemachten Aussagen, dass zum einen der Anstieg nicht wie von Al Gore herausposaunt sechs Meter beträgt (sondern eben deutlich weniger) und zum anderen mit geeigneten Gegenmaßnahmen die Klimaänderungen »abgewettert« werden können.

    Das Problem ist nicht, dass man das nicht machen kann. Das Problem ist—und das schreibst Du in Deinem Kommentar dann ja auch—dass hierfür in einigen der betroffenen Ländern nicht genügend Kapital zur Verfügung steht.

    Und genau da muss man ansetzen: Statt Milliarden für Kyoto und Co. auszugeben, könnte man diese Mittel auch in die Entwicklung der bislang noch benachteiligten Gebiete dieser Erde stecken.

    Denn eines muss auch klar sein: Wenn das Klimasystem tatsächlich so funktioniert wie von Al Gore und IPCC propagiert, dann können wir schon jetzt nichts mehr tun, um den Anstieg der Meere wirklich und wirksam zu mindern oder dieser tatsächlich zu verhindern. Alles, was man gewinnt, sind ein paar Zentimeter weniger Anstieg, die aber die Probleme z.B. für Bangladesh nicht aus der Welt schaffen. Stattdessen könnte man in die Anpassung an den Klimawandel investieren—das wäre ein Konzept der Nachhaltigkeit.

    Oder, wie es der Däne Lomborg fasst: In 50 Jahren wird der Bewohner der weniger entwickelten Teile der Welt (also z.B. ein Bangladeshi) ungefähr soviel Geld haben wie ein Mitteleuropäer heute. Diese Länder werden dann in der Lage sein, entsprechend viel für Dämme und andere Techniken auszugeben.

    Die Frage, die uns heute lebenden dann gestellt werden wird, ist: »Warum habt Ihr damals lieber etwas gegen die Krankheiten, gegen Analphabetismus, gegen Fanatismus und Armut getan? Dann hätte mein Großvater vielleicht länger als 40 Jahre gelebt.«

    Mir ist das klar. Eine tolle Grafik dazu findet man hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/CO2#CO2_in_der_Atmosph.C3.A4re_und_Treibhauseffekt
    Die Eiszeitzyklen sind an den extremen Schwankungen der blauen Linie leicht zu erkennen. ABER: Am Ende steigt die Linie steil nach oben, höher als sie jemals zuvor war.

    Und hier machst Du einen leider häufig anzutreffenden Fehler: Die von Dir verlinkte Grafik zeigt nicht den Temperaturverlauf, sondern den der CO2-Konzentration in der Athmosphäre. Bis heute ist nicht wirklich geklärt, ob höher CO2-Konzentrationen zu höheren Temperaturen oder aber höhere Temperaturen (z.B. durch Methan als Treibhausgas oder durch höhere Sonneneinstrahlung) zu höheren CO2-Konzentrationen durch Ausgasung aus den Ozeanen und schneller Verwitterung führen.

    Hinzu kommt, dass die CO2-Graphen aus rekonstruierten Daten beruhen, die ihrerseits nicht direkt gemessen werden können, sondern aus so genannten proxies (z.B. der Breite von Baumringen) abgeleitet werden. In wieweit man diesen Rekonstruktionen also trauen kann, ist nicht einfach zu beantworten.

    Hauptkritikpunkt ist und bleibt aber die Tatsache, dass es sich hierbei um die CO2-Konzentration und nicht um die Temperatur handelt.

    Weil der derzeit beobachtete Klimawandel anders ist, als alles, was vorher war.

    Wer kann das schon sagen angesichts der etwas unklaren Faktenlage?

    Ich habe mal ein paar Zitate aus dem Bericht dazu gesammelt: “Changes in climate will affect coastal systems through sea-level rise and an increase in storm-surge hazards and possible changes in the frequency and/or intensity of extreme events.”—- “An estimated 46 million people per year currently are at risk of flooding from storm surges. Climate change will exacerbate these problems, leading to potential impacts on ecosystems and human coastal infrastructure.”

    Tatsächlich sind in den letzten Jahren die Sturmsaisons eher schwächer ausgefallen als davor. Dies kann natürlich nur eine temporäre Schwankung sein, scheint aber auf den ersten Blick der vorausgesagten Zunahme der Stürme zu widersprechen.

    Außerdem gilt die alte Weisheit, dass sich zwar die Zahl der Schäden (Personen- und Sachschäden) durch Naturkatastrophen immer weiter erhöhen, das aber nicht an einer Zunahme der Naturkatastrophen selber liegt, sondern an den immer weiter wachsenden Siedlungsgebieten der Menschheit.

    Ich habe sie (die RGT-Regel, Anm.) nicht “einfach mal so” angewandt.

    Aus meiner Sicht schon, da Du deren Aussage (Verdopplung der Reaktiongeschwindigkeit pro 10 K Temperaturzuwachs) auf die Athmosphäre bzw. Biosphäre übertragen hast, ohne diese Aussage an die völlig andere Komplexität dieses Systems anzupassen. Und genau da liegt der Fehler.

    “Und das war in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall. Grund dafür ist aber nicht der Klimawandel, sondern die natürlich Schwankungen des Weltklimas, Stichworte: El Nino und La Nina.”
    bq. Diese Aussage ist keineswegs gesichert.

    Doch, die ist gesichert, diese Phänomene sind seit einigen Jahrzehnten bekannt. Deren Auswirkungen auf das Weltklima/-wetter sind gründlich untersucht worden, siehe etwa bei der Wikipedia . Tatsächlich kann eine Veränderung der globalen Temperaturverhältnisse dieses Phänomen beeinflussen, also verstärken oder auch dämpfen. Darüber habe ich noch nichts gelesen.

    Und noch eine Sache:

    [...] Und das ist laut deiner Aussage über jeden Zweifel erhaben. (”(...) das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, (...), erhaben ist.”)

    Wenn Du mich schon zitierst (und ich fühle mich geehrt … :-D ), dann mach das bitte auch richtig und nicht sinnentstellend.

    Ich habe geschrieben, dass das IPCC über jeden Zweifel erhaben sei, eine Gruppe von Leugnern des Klimawandels zu sein.

    Das ist etwas ganz anderes als die Aussage, das IPCC sei über jeden Zweifel erhaben.

    Ich habe nämlich erheblich Zweifel an der Konstruktion, die Erkenntnisse von Wissenschaftlern, die alle einer bestimmten »Schule« entstammen, am Schluss noch einmal von der Politik »abstimmen« zu lassen.

    Da kann nur Unsinn rauskommen, der weder die tatsächliche Gefahr adäquat wiedergeben, noch tatsächlich wahr sein kann.

  7. Robert Nitsch

    Erstmal, du hast Recht, die entsprechenden Zitate des IPCC-Berichts kann man tatsächlich unterschiedlich verstehen. Für mich machte, wie ich zu erklären versuchte, aber folgendes Sinn:

    Was ist denn der Unterschied zwischen »irgendwo zwischen 15 und 95 cm« und »mindestens 15, höchstens 95 cm«? Beides definiert doch das Interval [15; 95] als Bereich, in dem der Anstieg liegen wird?

    »irgendwo zwischen 15 und 95 cm« => überall auf der Welt genau XX cm. XX liegt zwischen 15 und 95.

    »mindestens 15, höchstens 95 cm« => überall auf der Welt steigt der Meeresspiegel um MINDESTENS 15 cm. An manchen Stellen bis zu 95 cm.

    Das ist schon ein Unterschied.

    Und hier scheint mir, dass Du diesen Abschnitt anders verstehst als ich und wohl auch anders, als er gemeint ist.

    Schon möglich.

    Dort steht, dass einige zehn Millionen Menschen in Bangladesh durch den Anstieg des Meerespiegels bedroht werden, – wenn dieser am oberen Ende des geschätzten Intervals liegt – und wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen (wie etwa Dammbau oder Umsiedlung) getroffen werden.

    Du hast schon Recht. Nur bin ich der Meinung, dass “the top of the range of IPCC Working Group I estimates for 2100” nicht eindeutig ist. Wörtlich bedeutet es: “der höchste Wert, den die IPCC Arbeitsgruppe I für 2100 erwartet”. Ist damit gemeint: der höchste Wert für diese Region oder der höchste Meeresspiegelanstieg weltweit?
    Ich verstand das gegebene Intervall von 15-95 cm nämlich so: »mindestens 15, höchstens 95 cm«. Bin mir da aber zugegeben nicht sicher, ich halte deine Auffassung für ebenso, wenn nicht sogar für plausibler.

    Adaptation, die in dem Zitat gefordert wird, bedeutet Anpassung. Das, was Al Gore vorschwebt, ist prevention, also Verhinderung.

    Nur eine Frage zum Verständnis: Das IPCC hat doch den Menschen als einen der Verursacher des Klimawandels bestätigt. Wenn der Mensch das, was er tut, nicht verändert oder ganz bleiben lässt, dann müsste der Treibhauseffekt doch auch weiterhin immer stärker werden, oder?

    Zitat Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erw%C3%A4rmung):

    Ihre hauptsächliche Ursache liegt nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Verständnis „sehr wahrscheinlich“[1] in der Verstärkung des Treibhauseffektes durch den Menschen.

    [1] – Die Aussage folgt dem wissenschaftlichen Sprachgebrauch des IPCC, wonach „sehr wahrscheinlich“ eine mindestens 90-prozentige Wahrscheinlichkeit beinhaltet.

    Außerdem heißt es (http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt):

    Heute fasst man den Begriff viel weiter und bezeichnet den atmosphärischen Wärmestau der von der Sonne beschienenen Erde als atmosphärischen Treibhauseffekt, wegen ähnlicher physikalischer Grundlagen beider Vorgänge.

    Jetzt mal rein von der Logik her: Wenn die Menschen so weitermachen wie bisher, wird es immer wärmer.

    Außerdem: Seit wann ist Verhinderung ein Widerspruch zu Anpassung? Verhinderung ist gut, Anpassung ist auch gut. Wieso nicht beides zusammen?

    Und hier machst Du einen leider häufig anzutreffenden Fehler: (...)

    Du bist extrem voreilig.

    Die von Dir verlinkte Grafik zeigt nicht den Temperaturverlauf, sondern den der CO2-Konzentration in der Athmosphäre.

    Ja, klar. Ich habe auch nicht geschrieben, dass es der Temperaturverlauf wäre.

    Bis heute ist nicht wirklich geklärt, ob höher CO2-Konzentrationen zu höheren Temperaturen oder aber höhere Temperaturen (z.B. durch Methan als Treibhausgas oder durch höhere Sonneneinstrahlung) zu höheren CO2-Konzentrationen durch Ausgasung aus den Ozeanen und schneller Verwitterung führen.

    Was macht das für einen Unterschied? Ich sagte: An dieser Kurve kann man die Eiszeiten gut erkennen. Darum steht dort auch “Eiszeit-Zyklen”.

    Zitat von Wikipedia (Globale Erwärmung – Anthropogener Treibhauseffekt):

    In der Klimatologie ist es Konsens, dass diese gestiegene Konzentration der vom Menschen in die Erdatmosphäre freigesetzten Treibhausgase die wichtigste Ursache der globalen Erwärmung ist [9][10], da ohne sie die gemessenen Temperaturen nicht zu erklären sind.[11][12] Das IPCC schätzt den Grad des wissenschaftlichen Verständnisses über die Wirkung von Treibhausgasen als „hoch” ein.

    CO2 ist ein solches Treibhausgas. Wie man an der Kurve, die ich verlinkte, sehen kann, steigt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit der Industrialisierung extrem an. Egal, ob CO2 früher für die Eiszeiten verantwortlich war oder “andersrum”. Heute steht fest, dass CO2 am heutigen Klimawandel maßgeblich beteiligt ist.

    Zugegeben:

    Der Grad der Bindung zusätzlichen Kohlendioxides ist einer der größten Unsicherheitsfaktoren der Klimamodelle zum anthropogenen Treibhauseffekt.

    Tatsächlich sind in den letzten Jahren die Sturmsaisons eher schwächer ausgefallen als davor. Dies kann natürlich nur eine temporäre Schwankung sein, scheint aber auf den ersten Blick der vorausgesagten Zunahme der Stürme zu widersprechen.

    Ich bitte um eine Quelle.

    Außerdem gilt die alte Weisheit, dass sich zwar die Zahl der Schäden (Personen- und Sachschäden) durch Naturkatastrophen immer weiter erhöhen, das aber nicht an einer Zunahme der Naturkatastrophen selber liegt, sondern an den immer weiter wachsenden Siedlungsgebieten der Menschheit.

    Sturm ist Sturm, basta. Entweder eine Statistik erfasst Naturkatastrophen oder Naturkatastrophen an Siedlungsgebieten. Was eine Statistik X nun genau erfasst, und was nicht, das wird schon genau definiert worden sein.

    Aus meiner Sicht schon, da Du deren Aussage (Verdopplung der Reaktiongeschwindigkeit pro 10 K Temperaturzuwachs) auf die Athmosphäre bzw. Biosphäre übertragen hast, ohne diese Aussage an die völlig andere Komplexität dieses Systems anzupassen. Und genau da liegt der Fehler.

    Ich habe nicht gesagt, WAS aufgrund dieser Regel passieren wird.

    Tatsächlich kann eine Veränderung der globalen Temperaturverhältnisse dieses Phänomen beeinflussen, also verstärken oder auch dämpfen. Darüber habe ich noch nichts gelesen.

    Nichts anderes wollte ich durch “Das ist keineswegs gesichert” ausdrücken. (In den darauffolgenden Sätzen habe ich das ja auch geschrieben.)

    Ich habe geschrieben, dass das IPCC über jeden Zweifel erhaben sei, eine Gruppe von Leugnern des Klimawandels zu sein.

    Du hast geschrieben:

    das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, es sei ein Forum der Klimaleugner, erhaben ist

    Das habe ich verstanden als:

    das meint jedenfalls das IPCC, das wohl über jeden Zweifel, seien es die Zweifel eines Klimaleugnerforums, erhaben ist

    Kann passieren, sorry.

    MfG, Robert Nitsch

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