Feuchte Träume (linke Version)
Welcher Teufel reitet eigentlich Frank Bsirske, wenn er angesichts des Steuerskandals rund um BND, Klaus Zumwinkel, Peer Steinbrück und Liechtenstein einen Spitzensteuersatz von 80 Prozent für Managergehälter über zwei Millionen Euro jährlich fordert?
Mal ganz davon abgesehen, dass durch eine solche Forderung ganz deutlich zu werden scheint, dass linke Seelen offenbar von Neid und Missgunst zerfressen sind: Was verspricht sich Bsirske davon?
Zunächst einmal ist festzustellen, dass auch für Großverdiener die normalen Gesetze und natürlich auch die grundgesetzlich verbrieften Bürgerrechte gelten. Und da ist nun einmal so, dass die Gesamtbelastung für den Steuerpflichtigen die Marke von 50 Prozent nicht überschreiten darf. Eine kurze überschlägige Rechnung ergibt, dass ein Grenzsteuersatz von 80 Prozent deutlich darüber liegt und damit gar nicht machbar ist.
Lässt man diese aus linker Sicht lästige Einschränkung des fiskalischen Gestaltungsspielraums mal außer Acht, stößt man schnell auf das nächste Problem: Die wirtschaftliche Elite kann es sich durchaus leisten, durch Ausweichhandlungen diesen horrenden Steuersatz zu umgehen. Wer sollte z.B. die Deutsche Bank, Daimler, BMW und Co. daran hindern, die Konzernzentrale in eine ausländische Holding auszulagern, so dass die hochbezahlten Manager de facto plötzlich in – sagen wir mal – Liechtenstein angestellt sind – und den Konzern natürlich auch von dort aus lenken. Konzerngewinne würden dann natürlich auch nicht mehr in Deutschland anfallen, sondern eben in der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg oder sonstwo versteuert werden.
Wer solche Steuersätze fordert, der zwingt Unternehmen schon fast dazu, Deutschland den Rücken zu kehren und bestraft gleichzeitig Leistungswillen und Einsatzbereitschaft.
Warum sich anstrengen, wenn die Kompensation für die zusätzlich erbrachte Leistung ohnehin zum größten Teil über die staatliche Umverteilung anderen zugute kommt?
Die linke Utopia der Gleichheit aller Menschen ist vergeblich. Chancengleichheit ist eben nicht das gleiche wie Ergebnisgleichheit. In einer wettbewerblich orientierten Gesellschaft gibt es naturgegeben starke Einkommensunterschiede, die bedauerlicherweise nicht immer auf Unterschieden der Leistungsfähigkeit in gleicher Relation beruhen und auch mal moralisch-ethisch weniger gefestigte Menschen begünstigen.
Was aber wäre die Alternative? Ein Umverteilungsstaat, der eben nicht Chancengleichheit, sondern Ergebnisgleichheit anstrebt. Den hatten wir zwar schon einmal auf deutschem Bodern, und dieser Versuch war von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Lediglich die staatlichen Restriktionen hinsichtlich der Mobilität der bedauernswerten Versuchsobjekte und der Druck des Brudervolkes aus dem Osten hat einen schnelleren Zusammenbruch verhindert.
Ein solcher Umverteilungsstaat, in dem Leistungsträger die Früchte ihrer Arbeit nicht genießen, sondern mit weniger Leistungsfähigen oder Leistungsbereiten zu teilen gezwungen sind, ist die Summe aller feuchten Träume der politischen Linken.
Zum Scheitern verurteilt, sicherlich.
Aber die Gutmenschenseele so unvergleichlich beruhigend.
Ähnliche Artikel in diesem Blog:
Tags: BND, Chancengleichheit, Deutschland, Die Linke, Ergebnisgleichheit, Frank Bsirske, Gleichheit, Großverdiener, Klaus Zumwinkel, Liechtenstein, Luxemburg, Peer Steinbrück, Schweiz, Spitzensteuersatz, Steuersatz, Umverteilungsstaat







