Rattenfänger oder Popstar?
Ich weiß nicht, was von beidem Barack Obama ist, jedenfalls betreibt er seine Politik hauptsächlich mit Emotionen und nicht mit Argumenten. Wohin das führen kann und wie gefährlich das ist, zeigt der folgende Ausschnitt aus Obamas Rede an der Siegessäule in Berlin:
For the people of Afghanistan, and for our shared security, the work must be done. America cannot do this alone. The Afghan people need our troops and your troops; our support and your support to defeat the Taliban and al Qaeda, to develop their economy, and to help them rebuild their nation. We have too much at stake to turn back now.
[Zitiert nach MyBarackObama ]
In Klartext übersetzt: »Tut mir leid, aber auch die Deutschen werden mehr Truppen, mehr Soldaten nach Afghanistan schicken müssen. Das erwarte ich von Euch, das ist Eure Pflicht.«
Inhaltlich hat er völlig recht: Die freiheitlichen Demokratien müssen sich stärker in den Krisenregionen der Welt engagieren, auch und vor allen Dingen militärisch. Der Wiederaufbau eines Landes ist sicherlich wichtig, aber zuvor muss dieses Land von den terroristischen Elementen befreit und gesäubert werden. Und dazu benötigt man Soldaten, die sich nicht als Ingenieuere, Architekten und Bauarbeiter betätigen, sondern das tun, wozu sie ausgebildet sind: Den Feind aufspüren, bekämpfen und überwältigen – oder, wie mir das in meiner Zeit bei der Bundeswehr beigebracht wurde: »Sichten und vernichten.«
Einsicht in diese Wahrheit ist allerdings in Deutschland bislang Mangelware. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen möchte die Soldaten aus Afghanistan abziehen, da offenbar der falsche Pazifismus und die Appeasement-Haltung tief in deutschen Köpfen sitzt. Dass man durch einen solchen Rückzug ein völlig falsches Signal der eigenen Schwäche an die Terroristen schickt und sie quasi dazu einlädt, sich weiter auszubreiten und uns Ungläubige weltweit zu bekämpfen und zu ermorden, das ist für viele Deutsche nicht einsichtig. Viele denken, dass die Islamisten sich schon damit zufrieden geben werden, wenn wir sie nur nicht mehr bei sich zu Hause bekämpfen.
Das würde mit einem rationalen Gegner (vielleicht!) funktionieren; Islamisten aber sind nicht rational.
Halten wir also fest: Barack Obama hat völlig recht, wir (die freiheitlichen Demokratien) müssen mehr Truppen in den Nahen und Mittleren Osten schicken.
Eine Frage bleibt dann noch: Warum jubeln die Deutschen bei diesem Satz? Warum würde jeder deutsche Politiker direkt nach einer solchen Äußerung mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt und nie wieder gewählt, während Barack Obama dafür Applaus bekommt?
Die Antwort ist einfach: Barack Obama fasziniert nicht wegen seiner Politik und seinen Aussagen. Barack Obama begeistert allein durch seine Rhethorik und ein gesunde Prise Demagogie. Er verführt Menschen; sein ständiges Mantra vom »Change« und »Yes, we can« lullt die Menschen ein, wie eben auch ein gut choreographierter Auftritt eines möglichst knapp bekleideten Popsternchen fasziniert.
Ob er nun Popstart oder Rattenfänger ist, wird die Zukunft zeigen. Ich denke aber, dass viele der Deutschen, die Obama jetzt noch zujubeln und ihn sich als nächsten Präsidenten der USA wünschen, recht bald nach seinem möglichen Amtsantritt derbe enttäuscht sein werden.
Spätestens dann, wenn ein möglicher US-Präsident Barack Obama seine bereits jetzt im Klartext gegebenen Ankündigungen wahr macht und auch von Deutschland mehr Kampftruppen für den absolut notwendigen Krieg gegen den Terror fordert.
Mal sehen, wer dann noch jubelt, hier in Deutschland.
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