Monatsarchiv für September 2008

Near miss …

Montag, den 29. September 2008

Im Zug unterwegs zu einem Kunden, der in der vergangenen Nacht beinahe insolvent gegangen wäre: Ein extrem seltsames Gefühl.

Und ein gutes Gefühl: Zum Glück ist es der Kunde, dem es schlecht geht, und nicht wir selbst.

Eines ist klar: Die Einschläge kommen näher …

Jede Zelle meines Körpers ist glücklich …

Donnerstag, den 25. September 2008

... oder auch besoffen, oder in Wacken, ...

Der inoffizielle Sommer-Hit 2008 hat es inzwischen auch bis in unser Unternehmen geschafft. Morgens und abends wird folgendes Lied mit Inbrunst gespielt bzw. von YouTube gestreamt:

Davon gibt es dann auch eine Version vom Wacken Open Air, in dem echte Metal-Fans zu diesem Esoterik-Quatsch … nun ja, nennen wir es »tanzen«:

Was darf da als Antwort nicht fehlen? Na klar, die ziemlich entgegengesetzte Musikrichtung: Ein paar Fans der elektronischen Musik demonstrieren, dass man auch nach Alkohol (und eventuellem Konsum von ein paar anderen Substanzen) durchaus auch noch in jeder Zelle seines Körpers glücklich sein kann:

Bücherspende

Donnerstag, den 18. September 2008

Gestern abend bei »Hart aber Fair« in der ARD: Zum Thema »Absturz aus Gier – verzocken Banker unseren Wohlstand?« waren unter anderem Hilmar Kopper, der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, und der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel, anwesend.

Die traditionelle Schlussfrage in die Runde lautete dieses Mal: »Wenn Sie jetzt € 50.000 erben würden – wem aus dieser Runde würden Sie dieses Geld geben, um es sinnvoll anzulegen?«

Rudolf Hickel würde dieses Geld Hilmar Kopper geben, weil der sich gestern als eher konventioneller und konservativer Investor outete; nach seinen Angaben besitzt er kein einziges von einer Investmentbank begebenes Zertifikat.

Ausschweifungen im Bundestag

Dienstag, den 16. September 2008

Gerade in der Tagesschau gesehen: Peer Steinbrück sagt über den typisch deutschen Pessimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung:

Diese Sado-Maso-Einstellung ist mir ein Rätsel.

Da hat er Recht—wir Deutsche sollten wirklich ein bisschen optimistischer in die Zukunft blicken und nicht immer vom schlimmsten Fall ausgehen.

Allerdings stellt sich mir auch die Frage, ob das Niveau im Reichstag nicht doch ein bisschen sinkt: Sexualpraktiken wie die oben genannte sind zwar nicht verwerflich, haben aber in der politischen Öffentlichkeit eigentlich nichts zu suchen.

Vielleicht bin ich aber auch einfach zu spießig. Einzelne SPD-Genossen (z.B. Peter Struck) sieht man ja durchaus hin und wieder in Lederkluft … :-D

Afrika! Afrika!

Montag, den 15. September 2008

Wenn man bei einem großen deutschen Konzern arbeitet, dann bringt das neben vielen Unannehmlichkeiten und Problemen – vor allem in Zeiten der Kostenreduktion in der Verwaltung – manchmal auch ein paar Vorteile mit sich. Nun arbeite nicht ich in einem solchen Konzern (dieser Kelch ging an mir vorüber), sondern die beste Ehefrau von allen (Hallo, Ephraim Kishon!), im Ergebnis hingegen bleibt festzustellen: Wir hatten Freikarten für »Afrika! Afrika!« in Nürnberg, und das für die Vorstellung am Samstagabend.

Too Big To Fail?

Sonntag, den 14. September 2008

Das Konzept »Too Big To Fail« beschreibt die Tatsache, dass manche Akteure auf Märkten, insbesondere auf den Finanzmärkten, aufgrund ihrer Größe derart wichtig für das Funktionieren dieses Marktes und der gesamten Volks- oder gar Weltwirtschaft sind, dass sie im existenzbedrohenden Krisenfall mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Dabei können sowohl Staaten als auch andere Marktteilnehmer intervenieren und den angeschlagenen Akteur unterstützen.

Diese Unterstützung wir dabei keineswegs aus Nächstenliebe gewährt. Vielmehr gilt es, einen befürchteten (und vermutlich auch tatsächlich drohenden) Dominoeffekt zu verhindern, der dazu führen würde, dass dem ersten gestürzten Riesen bald weitere folgen würden.

99,5 Prozent

Samstag, den 13. September 2008

Wenn ich höre, dass ein Politiker ein Wahlergebnis von 99,5 Prozent erzielt hat, dann wird mir immer ein bisschen mulmig. Das hört sich immer ein bisschen nach Ostblock, Kommunismus und Wahlfälschung an.

Im aktuellen Fall hingegen können wir davon ausgehen, dass es bei der Wiederwahl von Kurt Beck zum Landesvorsitzenden der SPD in Rheinland-Pfalz alles mit rechten Dingen zuging.

Dennoch dürfte das Ergebnis insbesondere unter dem Eindruck des nur wenig verschleierten Rauswurfs Kurt Becks aus dem Vorstand der Bundes-SPD zustande gekommen sein. Sicherlich, Kurt Beck hat selbst hingeschmissen, kam damit einer Meuterei aber wohl nur um ein paar Stunden oder gar Minuten zuvor.

Die Konter-Revolution frisst ihre Kinder

Dienstag, den 9. September 2008

Am Wochenende wurde Kurt Beck von der Brücke der Alten Dame gespült, heute war dann Hubertus Heil dran. Die Welle war zwar leider nicht ganz so stark wie bei Kurt Beck, so dass sich Hubertus Heil immer noch an Bord befindet und nominell seinen alten Job behält – mit der Berufung von Kajo Wasserhövel als Wahlkampfleiter für die Bundestagswahl 2009 hat das neue Dreamteam der SPD aus Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier jedoch klargemacht, dass sie das Amt des Generalsekretärs als eben das sehen: Als Sekretärsjob, und nicht als wirkliches Mitglied der Führungsmannschaft.

Beck ist weg

Montag, den 8. September 2008

Auch wenn der Kalauer im Titel anderes vermuten lässt, geht es hier nicht um eine launige Abrechnung mit dem wohl erfolglosesten SPD-Vorsitzenden der Bundesrepublik. Dass Kurt Beck den Weg nun frei gemacht hat für seinen Vornachfolger Franz Müntefering und damit für jemanden, der in Bezug auf die Ganzganzlinken wohl nicht den gleichen unsäglichen Schlingerkurs fahren wird wie Beck, ist sehr zu begrüßen. Müntefering wird hier wohl »klare Kante« zeigen. Erfreulich, aber angesichts des unpolitischen Unprogramms der Linken war es dafür auch höchste Zeit.