Main Stream Media und die Hypo Real Estate

Gestern habe ich ein paar Korrekturen zur Wahrnehmung der Krise bei der Hypo Real Estate in den Medien zusammengefasst.

Wenn ich dann heute im Spiegel Online lesen muss, dass die Situation rund um die HRE den Bundeshaushalt gefährdet, kann ich mich kaum zurückhalten. Was reitet die Autorin Corinna Kreiler bloß, so etwas zu schreiben? Selbst wenn sich Peer Steinbrück etwas unglücklich äußert, dann wäre es doch ihre Aufgabe, ein bisschen zu recherchieren, statt dumpf irgendeinen von einem Politiker verzapften Dünnsinn weiterzureichen.

Und was reitet eine Redaktion (gibt es eine solche bei SPON überhaupt?), einen solchen Artikel auch noch freizugeben? Gibt es da keine Qualitätskontrolle? Werden nicht mal ein paar Fakten geprüft, jenseits von »Na, wenn der Steinbrück das gesagt hat, dann wird es auch stimmen«?

Interessant ist auch, dass der Artikel ziemlich tendenziös ist. Zunächst werden recht reißerisch die nicht sonderlich wahrscheinlich und außerdem überaus gut besicherten Risiken für den Bundeshaushalt (und damit für »den Steuerzahler«) aufgelistet. Erst gegen Ende des Artikels lässt man dann durchscheinen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die HRE die gewährte Kreditlinie voll ausschöpft und dann nichts zurückzahlen kann.

Kurz erwähnt wird auch noch, dass die als Sicherheit hinterlegten Forderungen gegen Kreditnehmer der HRE die Kreditlinie doch recht deutlich übersteigen, dass das Risiko der Bundesrepublik und des Bankenkonsortiums also selbst im Falle eines Totalausfalls der Hypo Real Estate nahe Null liegt.

Ich gelange mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass es auch für Medien, die auf allzu große Buchstaben auf der Titelseite verzichten, nicht um den Transport tatsächlicher Information geht, sondern vielmehr um eine möglichst übersteigerte Darstellung der Fakten, um so mehr Aufmerksamkeit zu erregen.

Traurig, aber wohl dennoch wahr.

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