Opel: Wir leben …

... und zwar offenbar in Saus und Braus.

Was denkt sich Opel bzw. das Opel-Management eigentlich, unsere Steuergelder – und um die handelt es sich schließlich bei den Stützen für den maroden Autobauer – für doppelseitige(!) Farb-Anzeigen und TV-Spots zur besten Sendezeit auszugeben, in denen nicht etwa neue Produkte beworben werden (und die hätte Opel dringendst nötig), sondern einfach nur die Botschaft »Wir leben (Autos)« vermittelt wird?

Gibt es da momentan keine dringenderen Baustellen? Hätte man dieses Geld nicht effizienter verwenden können?

Mir fallen da gleich einige dringendere Projekte ein:

  • Entwicklung besserer Fahrzeuge mit einem modernen Design;
  • Aufbau eines Qualitäts-Images der Marke »Opel«, weg vom Billig-Image;
  • soziale Abfederung der bevorstehenden Entlassungen, z.B. durch Umschlungen, Qualifizierungen, Weitervermittlung;
  • Minimierung des Einflusses von Gaz und Sberbank und Verringerung deren Zugriffs auf Opel-Know-How;
  • etc.
Wäre der Return-on-Investment nicht bei jeder einzelnen der genannten Maßnahmen deutlich höher als bei einer so überflüssigen Kampagne wie »Wir leben (Autos)«?

Hier zeigt sich vermutlich einfach wieder nur, dass eine Insolvenz von Opel die bessere Lösung gewesen wäre. Denn die hätte ja nicht bedeutet, dass die Werke geschlossen worden wären. Vielmehr wäre lediglich die Führung des Unternehmens aus den offensichtlich unfähigen Händen des momentan Managements genommen worden; eine neue Riege mit neuen Ideen, frischem Kapital und neuer Energie hätte die Zügel übernommen.

So aber wurde jede Chance vertan, das bislang bei Opel Schiefgelaufene zu korrigieren.

Und das Ergebnis sieht man jetzt: Eine teure Werbekampagne ohne Inhalt, ohne Wirkung – finanziert aus Steuermitteln.

Danke, Opel.

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