#failmeier

Zugegeben, #failmeier habe ich nicht selbst erfunden, sondern bei joa@chim vom antibürokratieteam geklaut. Aber es war einfach zu gut, um es nicht weiterzuverwenden. Danke also an jo@chim und Hochachtung für die schöpferische Leistung.

Wobei: Genaugenommen liegt diese Bezeichnung für Frank »Minuswalter« Steinmeier extrem nahe. Denn bei ihm läuft im Wahlkampf so einiges schief. Er kommt nicht wirklich beim Wähler an, noch nicht einmal bei der SPD-Stammklientel. Und das heißt schon einiges, denn Sozialdemokraten wählen sonst so ziemlich alles, was den Stempel »SPD« trägt und die Verhinderung von CDU/CSU-FDP-Koalitionen in Bund, Ländern und Kommunen verspricht – Stichwort: »Neoliberalismus!«

Wir sehen, bei den Genossen liegt momentan so einiges im Argen. Warum aber muss man nun unbedingt mit aller Macht dem bisherigen Versagen noch weiteres Elend hinzufügen? Zunächst hatte man damit um das Vertrauen und die Stimme der Wähler geworben, dass auch die Gewerkschaften (insbesondere deren Führer) den SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier unterstützen und zu dessen Wahl aufrufen.

Das war – formulieren wir es vorsichtig – etwas verfrüht gemeldet; die Gewerkschaften dementierten heftigst, eine solche Wahlempfehlung abgegeben zu haben und stellten schnurstraks die Distanz zur SPD wieder her. Autsch. Das muss für die Sozialdemokratie wirklich schmerzhaft sein, dass sogar die Gewerkschaften nichts mehr von ihr wissen wollen.

Dann behaupteten die Genossen, dass der WWF und dessen Deutschland-Chefin die SPD unterstützen und Frank-Walter Steinmeier gaaaanz, gaaaanz toll finden.

Das war schon wieder – vorsichtig formuliert – reines Wunschdenken der Genossen. Die WWF-Chefin fühlte sich gegen ihren ausgesprochenen Willen vereinnahmt und dementierte zügigst ihre Unterstützung für Steinmeier und die SPD, und drohte den Sozialdemokraten sogar gerichtliche Schritte an. Deutlichste Worte wurden gesprochen, von den Sozis aber offenbar nicht gehört.

Denn inzwischen gibt es einen dritten Fall. Die SPD, genauer gesagt der äußerst optimistisch benannte Verein »Steinmeier wird Kanzler«, haben mit der Unterschrift Senta Bergers für Steinmeier geworben. Und das wiederum, ohne das mit der Schauspielerin abgesprochen zu haben. Diese zog dann auch die Konsequenz und hat öffentlich klargestellt, dass sie sich nicht für diese Kampagne bereit erklärt hat und dem ominösen »Verein« dies sogar noch vor der Veröffentlichung der Anzeige mitgeteilt hat; die Anzeige wurde gleichwohl dennoch geschaltet. Senta Berger betont obendrein, dass sie mit der Politik der CDU im Kulturbereich mehr als zufrieden ist und daher überhaupt nicht für einen Wechsel in diesem Bereich ist.

Was genau geht eigentlich in den Köpfen der Wahlkämpfer der Genossen vor? Was für ein Problem haben sie, zuerst die Prominente um ihre Unterstützung zu bitten, und erst dann die entsprechende Kampagne zu starten?

Weil sich inzwischen ein gewisses Muster erkennen lässt – schließlich ist das jetzt schon das dritte Mal, dass die SPD sich mit Prominenten bzw. Meinungsmachern schmückt, die das gar nicht wollen -, hege ich nun einen bösen Verdacht: Könnte es sein, dass von den vielen angeblichen Unterstützern der SPD tatsächlich kaum jemand seine Zustimmung gegeben hat? Dass es tatsächlich kaum Unterstützung für die SPD in den Reihen der incluencer, Multiplikatoren und Prominenten gibt?

Mir scheint das nicht unwahrscheinlich zu sein.

Eine Sache aber offenbart diese Angelegenheit: Für die SPD geht es immer weiter bergab. Eigentlich ist es schade, dass eine so alte, stolze Partei, die viele wichtige und heute selbstverständliche Rechte erkämpft hat, nun die politische Bühne wohl immer mehr verlassen wird – denn so scheint es ja zu sein.

Vielleicht aber hat sich eine Idee, eine Partei irgendwann auch einmal überlebt.

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2 Reaktionen zu “#failmeier”

  1. aschenputtel

    Ehm, da verstehst du was Falsch! Steinmeier hat im Gegesatz zu Angela “ichauch” Merkel zugelegt!

  2. Martin Eisenhardt

    Wären wir hier im Deutsch-Unterricht (was wir glücklicherweise nicht sind!), dann würde meine Bewertung lauten: »Thema verfehlt!«

    Es geht in dem Blogpost doch um die Tatsache, dass die SPD es innerhalb weniger Tage geschafft hat, gleich dreimal(!) mit Testimonials von Prominten oder einflussreichen Persönlichkeiten an die Öffentlichkeit zu gehen und zu werben, die – das muss man so hart sagen – gefälscht waren.

    So ein Verhalten zeigt mir nur eines: Der SPD kann ich meine Stimme auf gar keinen Fall geben. Wer so unzuverlässig oder sogar vorsätzlich handelt, dem kann ich nicht unser Land anvertrauen.

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