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	<title>node-0 &#187; Sport</title>
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		<title>Schützt den Täter!</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jul 2006 08:24:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[SPON]]></category>

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		<description><![CDATA[	Immer mehr Quellen berichten darüber, dass es nicht nur ein Disziplinarverfahren gegen Zinedine Zidane wegen dessen Kopfstoß gegen den italienischen Spieler Materazzi im Endspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 geben wird, sondern auch ein Verfahren gegen Materazzi selbst wegen der vermuteten (und wahrscheinlich auch tatsächlich vorgefallenen) Beleidigung.
	In letzter Konsequenz könnte dies sogar dazu führen, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,426180,00.html">Immer</a> <a href="http://www.welt.de/data/2006/07/11/954872.html">mehr</a> <a href="http://caipi.limone.de/index.php/2006/07/11/kostet-materazzis-beleidigung-gegenuber-zidane-italien-den-wm-titel/trackback/">Quellen</a> <a href="http://blog.blechkopp.net/allgemein/fussnall-wm-2006-zidane-kopfstoss-materazzi-146/trackback/">berichten</a> <a href="http://www.ringfahndung.de/archives/wm2006/italien_zu_frueh_gefreut.html">darüber</a>, <a href="http://blog.fanfaktor.de/wird-italien-den-titel-los/2006/07/12/trackback/">dass</a> es nicht nur ein Disziplinarverfahren gegen Zinedine Zidane wegen dessen Kopfstoß gegen den italienischen Spieler Materazzi im Endspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 geben wird, sondern auch ein Verfahren gegen Materazzi selbst wegen der vermuteten (und wahrscheinlich auch tatsächlich vorgefallenen) Beleidigung.</p>
	<p>In letzter Konsequenz könnte dies sogar dazu führen, dass die FIFA der italienischen Mannschaft bei der WM errungenen Titel wieder aberkennt. Immerhin hat sich die FIFA im März 2006 neue Disziplinar-Richtlinien gegeben. In denen heißt es u.a.:</p>
	<blockquote>
		<p>Verhalten sich Spieler, Offizielle von Verbänden oder Clubs sowie Zuschauer in irgendeiner Form diskriminierend oder menschenverachtend gemäss Abs. 1 und/oder 2 dieses Artikels, so werden der betreffenden Mannschaft, sofern zuordbar, bei einem ersten Vergehen automatisch drei Punkte abgezogen.</p>
	</blockquote>
	<p>und</p>
	<blockquote>
		<p>In Spielen ohne Punktevergabe wird die entsprechende Mannschaft, sofern zuordenbar, disqualifiziert.</p>
	</blockquote>
	<p>Das passt in die aktuelle Tendenz, den Ausraster von Zizou  zu rechtfertigen, wie das unter anderem <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,426051,00.html">Thomas Hüetlin im SPON</a> tut. Diese so typisch deutsche Unart, das Verhalten eines Täters durch die Provokation des Opfers zu erklären, ist unerträglich. Zidane ist ausgerastet, hat Rot gesehen, musste von Platz. <a href="http://node-0.mneisen.org/2006/07/11/was-erlauben-zidane/">Als Profi mit unglaublicher Erfahrung darf er sich ein solches Verhalten einfach nicht erlauben</a>, da hilft auch nicht der Hinweis auf vorangegangene Provokationen oder seine eher südländische Mentalität.</p>
	<p>In zivilisierter Gesellschaft werden Konflikte mit Worten und nicht mit Fäusten (oder Kopfstößen) ausgetragen. Daran muss man sich auch in Extremsituationen halten. Allein zum Schutz der eigenen körperlichen Unversehrtheit oder der Unversehrtheit eines Dritten darf körperliche Gewalt eingesetzt werden.</p>
	<p>Mitleid mit dem Täter ist <em>völlig</em> fehl am Platz.</p>
	<p>Dass Materazzi <em>auch</em> bestraft werden sollte &#8211; so er dann tatsächlich und beweisbar eine üble Beleidigung geäußert hat &#8211; steht auf einem anderen Blatt. Schließlich stellt auch die Strategie, den Gegner mit Beleidigungen weichzukochen, eine <a href="http://www.bissige-liberale.com/2006/07/11/ein-wuerdiger-weltmeister/trackback/">Armutszeugnis</a> für den italienischen Fußball dar.</p>

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		<title>Was erlauben Zidane?</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jul 2006 13:27:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[SPON]]></category>

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		<description><![CDATA[	Ja, was hat er sich denn da erlaubt, unser guter alter Zizou? Statt sich unsterblich zu machen und für immer in die Rumeshalle des Weltfußballs einzuziehen, hat sich Zinedine Zidane durch seinen Kopfstoß gegen Materazzi wohl seiner Lorbeeren beraubt. Und es scheint, dass dies eine eher typische Aktion für diesen großen Spieler war.
	Bereits als Jugendlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ja, was hat er sich denn da erlaubt, unser guter alter Zizou? Statt sich unsterblich zu machen und für immer in die Rumeshalle des Weltfußballs einzuziehen, hat sich Zinedine Zidane durch seinen Kopfstoß gegen Materazzi wohl seiner Lorbeeren beraubt. Und es scheint, dass dies eine eher typische Aktion für diesen großen Spieler war.</p>
	<p>Bereits als Jugendlicher fiel Zidane immer wieder dadurch auf, dass er auf dem Spielfeld den Vorteil nicht nur mit fairen Mitteln suchte. In einigen Berichten (z.B. bei <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,425976,00.html">SPON</a>) wird erwähnt, er sei damals in jedem dritten Spiel wegen Tätlichkeiten vom Platz geflogen. Eine sich selbst auferlegte &#8220;Therapie&#8221; bestand dann im Schrubben der Toiletten im Vereinsheim &#8211; und wer die hygienischen Verhältnisse (halb-) öffentlicher Toiletten in Süd-Frankreich kennt, der weiß, dass das keineswegs ein Zuckerschlecken war &#8230; <img src='http://node-0.mneisen.org/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </p>
	<p>Aber auch als Profi-Fußballer ist Zizou mehr als einmal vom Platz geflogen, weil er sich nicht beherrschen konnte und den Gegner nicht nur mit seinen überragenden Ballkünsten, sondern auch mit überaus fiesen und verabscheuungswürdigen Fouls und Tätlichkeiten zu besiegen suchte. Unvergessen bleiben z.B. Zidanes Auftreten im Champions League-Spiel von Juventus Turin gegen den Hamburger SV (rote Karte wegen Kopfstoß(!) gegen Kientz) oder bei der WM 2002 in Südkorea und Japan (rote Karte wegen Tritts in den Rücken eines am Boden liegenden Spielers).</p>
	<p>Im nun vorliegenden Fall <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,426118,00.html">scheint es so zu sein</a>, dass Materazzi üble Beleidigungen gegen Zidane losgelassen hat &#8211; aber selbst dann bleibt die Tätlichkeit an sich und die Brutalität dieser Tätlichkeit im Besonderen völlig unverständlich.</p>
	<p>Wäre es denn nicht eine viel größere Genugtuung gewesen, zehn Minuten nach Materazzis Beleidigung den FIFA-Pokal in Händen zu halten und als Weltmeister auf eine gescheiterte italienische Mannschaft zu blicken? Hätte ein Sieg bei der WM nicht für alles entschädigt, selbst für die schlimmsten möglichen Beleidigungen?</p>
	<p>Es ist mir unverständlich, wie ein Spieler internationalen Formats wegen einer Beleidigung derart ausrasten kann &#8211; Beleidigungen gehören (leider!) auch in niederen Klassen zum Alltag, zur bewussten Provokation des Gegners. In diesen Augenblicken muss man dann die Souveränität beweisen, die Beleidigungen des Gegners ins Leere laufen zu lassen und gar nicht darauf einzugehen &#8211; das macht ihn nämlich umso wütender und wilder, und wer erst einmal wütend ist, der macht Fehler &#8211; Fehler, die man ausnutzen kann, um zu gewinnen.</p>
	<p>Sicherlich waren die von Materazzis geäußerten Beleidigungen nicht von schlechten Eltern; man hört, er habe Zidane den <em>Sohn einer Terroristen-Hure</em> genannt, was auch immer das sein soll. Zu bedenken ist auch, dass Zidanes Mutter offenbar kurz vor dem Endspiel ins Krankenhaus eingeliefert wurde und er sicherlich unter noch größerem emotionalen Stress stand, als das in einem WM-Endspiel ohnehin schon der Fall wäre. Es gibt aber auch andere Beispiele: Michael Schuhmacher, dessen Mutter verstarb, viele andere Sportler, deren Angehörige krank waren oder im Sterben lagen, und auch außerhalb des Sports viele, die trotz des Unbills des Lebens ihre Leistung bringen.</p>
	<p>Dass Zidane so reagiert hat, ist menschlich verständlich.</p>
	<p>Wer versucht, Zidanes Verhalten mit Materazzis Beleidigung zu rechtfertigen, liegt aber völlig falsch.</p>
	<p>Und wer in Zizous Alter und mit einer solch enormer Erfahrung auf dem internationalen Parkett noch immer auf Beleidigungen einsteigt &#8211; der hat es eben auch nicht verdient, Weltmeister zu werden.</p>
	<h5>Mehr zu diesem Thema:</h5>
	<ul>
		<li><a href="http://node-0.mneisen.org/2006/07/10/sich-zum-zidane-machen/">Sich zum Zidane machen &#8230;</a></li>
	</ul>
	<ul>
		<li><a href="http://node-0.mneisen.org/2006/07/10/do-the-zidane/">Do the Zidane</a></li>
	</ul>

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		<item>
		<title>Do the Zidane &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jul 2006 15:47:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Seltsames]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[	A German Blog called Spreeblick invented a new German idiom: &#8220;sich zum Zidane machen&#8221; which translates loosely to &#8220;do the Zidane&#8221;.
	An entry in a dictionary might look like the following lines.
	
		do the Zidane &#8211; to commit something utterly stupid, literally ten minutes before being elevated to eternal national stardom, for no good reason. See: Twilight [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>A German Blog called <a href="http://www.spreeblick.com">Spreeblick</a> invented a new German idiom: &#8220;sich zum Zidane machen&#8221; which translates loosely to &#8220;do the Zidane&#8221;.</p>
	<p>An entry in a dictionary might look like the following lines.</p>
	<blockquote>
		<p><strong>do the Zidane</strong> &#8211; to commit something utterly stupid, literally ten minutes before being elevated to eternal national stardom, for no good reason. <em>See:</em> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ragnarok">Twilight of the Gods</a></p>
	</blockquote>
	<p><strong>Note:</strong> <em>Normally, this is a German blog, but this calls for some internationalilty.</em></p>

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		<title>Sich zum Zidane machen &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jul 2006 15:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[	Spreeblick lenkt die Aufmerksamkeit auf eine nette neue Wortschöpfung :
	
		sich zum Zidane machen &#8211; buchstäblich zehn Minuten, bevor man zum unsterblichen Nationalhelden aufsteigt, aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine unglaubliche Dummheit begehen. Siehe auch: Götterdämmerung.
	

 ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.spreeblick.com">Spreeblick</a> lenkt die Aufmerksamkeit auf <a href="http://www.spreeblick.com/2006/07/10/richtmikrofon/trackback/">eine nette neue Wortschöpfung</a> :</p>
	<blockquote>
		<p><strong>sich zum Zidane machen</strong> &#8211; buchstäblich zehn Minuten, bevor man zum unsterblichen Nationalhelden aufsteigt, aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine unglaubliche Dummheit begehen. <em>Siehe auch:</em> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ragnar%C3%B6k">Götterdämmerung</a>.</p>
	</blockquote>

 ]]></content:encoded>
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		<title>Unappetitliches aus Italien</title>
		<link>http://node-0.mneisen.org/2006/07/03/unappetitliches-aus-italien/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Jul 2006 09:35:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[	Wie einer meiner Kollegen ganz richtig sagte: Italien hatte die große Chance, den Betrugsskandal im italienischen Profifußball, zu dem so gut wie jeder Club der ersten Liga gehörte, vergessen zu machen, aber sie haben diese Chance nicht genutzt. Stattdessen versucht man nun wieder, ein Fußballspiel außerhalb des Platzes zu entscheiden. Und das ist aus mehreren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Wie einer meiner Kollegen ganz richtig sagte: Italien hatte die große Chance, den Betrugsskandal im italienischen Profifußball, zu dem so gut wie jeder Club der ersten Liga gehörte, vergessen zu machen, aber sie haben diese Chance nicht genutzt. Stattdessen versucht man nun wieder, ein Fußballspiel außerhalb des Platzes zu entscheiden. Und das ist aus mehreren Gründen unappetitlich.</p>
	<ul>
		<li>Italien beschuldigt Torsten Frings, während des von argentinischer Seite per Fußtritt in die Hundert von Per Mertesacker angezettelten Gerangels nach dem deuutschen Sieg im Viertelfinal am 01. Juli 2006 einen Faustschlag gegen den Argentinier Julia Cruz ausgeteilt zu haben. Selbst wenn das stimmen sollte (und die Bilder lassen eine solche Deutung zu): Was hat Italien damit zu tun? Wenn sich die Argentinier beschweren: Naja, sie haben selbst angefangen, aber zurückschlagen macht einen Spieler eben mitverantwortlich. Aber Italien? Passiert so etwas (Forderung nach Verwarnung eines gegnerischen Spielers) auf dem Platz, wird das mindestens mit Gelb geahndet. <strong>Wertung: unappetitlich.</strong></li>
		<li>An Stelle der Italiener würde ich nicht so laut schreien und Fernsehbeweise anfordern: Die italienische Mannschaft hat im letzten Testspiel(!) vor der WM gegen die Schweiz &#8211; als es also um nichts ging &#8211; mit einem äußerst rüden Foul und einer groben Unsportlichkeit auch nicht gerade Punkte für das fairste Team gesammelt. Gut, der Spieler mit dem rüden Foul ist inzwischen auch bei der WM gesperrt, der andere (der mit seinen Stollenschuhen über einen auf dem Boden liegenden Schweizer lief) ist allerdings noch dabei. <strong>Wertung: unappetitlich.</strong>
	<p>Mir stellt sich die Frage, warum die Italiener nicht den Mumm haben, gegen eine vollzählige deutsche Mannschaft anzutreten. Ist das vielleicht das typische südländische Macho-Gehabe, bei dem immer gerne ausgeteilt wird, Einstecken aber eher schwierig ist? Gewinner feiern, Verlierer weinen wie die Babys?</p>
	<p>Man tut der italienischen Mannschaft eventuell Unrecht, da die oben genannten Forderungen in der Zeitung <em>La Reppublica</em> aufkamen; distanziert hat sich davon aber weder die italienische Nationalmannschaft noch der italienische Fußballverband. Und auch das ist <strong>unappetitlich.</strong></p>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>In Dubio Contra Reo: Jan Ullrich fährt nicht bei der Tour de France</title>
		<link>http://node-0.mneisen.org/2006/06/30/in-dubio-contra-reo/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jun 2006 14:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[	Heute morgen hat das Team T-Mobile bekannt gegeben, dass die Fahrer Jan Ullrich und Oscar Sevilla sowie deren Betreuer Rudi Pevenage suspendiert sind und die beiden Fahrer damit morgen nicht bei der Tour mitfahren werden. Grund hierfür sind Verdächtigungen, die Fahrer könnten durch die spanische Doping-Affäre belastet sein. Nach einer Besprechung der Chefs der an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Heute morgen hat das Team T-Mobile bekannt gegeben, dass die Fahrer Jan Ullrich und Oscar Sevilla sowie deren Betreuer Rudi Pevenage suspendiert sind und die beiden Fahrer damit morgen nicht bei der Tour mitfahren werden. Grund hierfür sind Verdächtigungen, die Fahrer könnten durch die spanische Doping-Affäre belastet sein. Nach einer Besprechung der Chefs der an der Tour de France teilnehmenden Teams werden nun auch ca. 55 andere Fahrer nicht starten &#8211; auch ihre Namen sind bei den Untersuchungen in Spanien aufgetaucht.</p>
	<p>Das alles hat jetzt einige Folgen:</p>
	<ul>
		<li>Die diesjährige Tour wird ohne markante Fahrer und Spitzenleute auskommen müssen. Der normale Zuschauer, der sich eher mit einem der nun suspendierten Stars identifiziert hat, wird also eher abschalten.</li>
		<li>Zumindest die Karriere von Jan Ullrich dürfte damit zu Ende gehen; ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass sich Ullrich das alles noch einmal antut &#8211; egal, ob er nun überführt und gesperrt wird oder nicht.</li>
		<li>Was mich am meisten aufregt: Bislang stehen nur Behauptungen und Verdächtigungen im Raum, es gibt keine Belege und Beweise, die auch nur einen der nun suspendierten ca. 60 Fahrer eindeutig belasten. Dennoch erdreistet sich das &#8220;Team&#8221; T-Mobile, von ihren beiden suspendierten Fahrern nun den <em>Beweis ihrer Unschuld</em> zu verlangen. Die Unschuldsvermutung und das Prinzip <em>in dubio pro reo</em> scheint den Damen und Herren vom Management gänzlich fremd zu sein.</li>
		<li>Statt dessen ist es die Aufgabe der verfolgenden Entitäten (z.B. Staatsanwaltschaft, Sportverbände, Anti-Doping-Agenturen, ...) die Schuld der Verdächtigen nachzuweisen. Gelingt ihnen das nicht schlüssig und unumstößlich, dann sollte es auch keine Folgen für die Beschuldigten geben &#8211; auch das ist ein rechtsstaatliches Prinzip.
	<p>Zu bedenken ist doch auch Folgendes: Wenn Ullrich (und all die anderen) nun morgen startet und sich dann herausstellt, dass der eine oder andere (oder auch alle nun Verdächtigten?) gedopt haben, kann man sie ohne Weiteres und ohne Probleme aus dem Rennen werfen, und es ist kein Schaden entstanden &#8211; außer für die gedopten Fahrer, die dann eindeutig überführt sind und für die ein Ausscheiden <em>während</em> der Tour wohl schmerzlicher und ehrenrühriger ist als ein Startverbot.</p>
	<p>Andersherum ist die Sache allerdings problematisch: Wenn die Verdächtigten nun nicht starten dürfen und sich herausstellt, dass zumindest einzelne (oder gar alle?) Fahrer nichts mit dieser Doping-Affäre zu tun haben, kann man sie nicht nachträglich ins Rennen schicken.</p>
	<p>Und in Rechtsstaaten (zu denen ich Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, ... eigentlich zähle) sollten zwei Rechtsgrundsätze gelten: zum einen die Unschuldsvermutung &#8211; und die Pflicht zur Schadensminimierung. Ich halte dieses Vorgehen für grob falsch.</p>

 ]]></content:encoded>
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