Archiv der Kategorie 'Wirtschaft'

Opel: Wir leben …

Dienstag, den 15. September 2009

... und zwar offenbar in Saus und Braus.

Was denkt sich Opel bzw. das Opel-Management eigentlich, unsere Steuergelder – und um die handelt es sich schließlich bei den Stützen für den maroden Autobauer – für doppelseitige(!) Farb-Anzeigen und TV-Spots zur besten Sendezeit auszugeben, in denen nicht etwa neue Produkte beworben werden (und die hätte Opel dringendst nötig), sondern einfach nur die Botschaft »Wir leben (Autos)« vermittelt wird?

Gibt es da momentan keine dringenderen Baustellen? Hätte man dieses Geld nicht effizienter verwenden können?

Mir fallen da gleich einige dringendere Projekte ein:

  • Entwicklung besserer Fahrzeuge mit einem modernen Design;

»Opel wird russisch«: Deutsches Know-How auf dem Weg zum Ural

Freitag, den 11. September 2009

Der Spiegel schreibt zur Übernahme von Opel durch das Konsortium aus Magna, Gaz udn Sberbank:

»Opel wird russisch«: Moskaus Presse triumphiert über den Sieg in der Bieterschlacht um Opel. Dabei lässt man keinen Zweifel daran, worauf es die Sberbank und der marode Autobauer Gaz eigentlich abgesehen haben – auf die deutsche Technik.

Wer hätte das bloß ahnen können? Keiner Ach ja, zum Beispiel ich, auch wenn ich sicherlich kein Experte auf dem Gebiet internationaler Merger und Acquisitions bin.

Was auch sonst hätte das Dreiergespann aus Kanada/Österreich und dem Reich des Bösen Russland interessieren sollen?

Unverschämtheit

Dienstag, den 25. August 2009

General Motors (GM) will nun u.U. die Adam Opel GmbH doch behalten und nicht verkaufen.

Aus meiner Sicht eine von zwei sinnvollen Alternativen. Entweder, man verkauft an RHJI (Ripplewood), oder aber man behält Opel. Ein Verkauf an Magna, wie von der Politik und den Gewerkschaften immer wieder gefordert, ist hingegen sicherlich die schlechteste Wahl.

Magna und die russischen Partner verfügen über ausreichende und sehr moderne Fertigungskapazitäten. Sie dürften bei einem Opel-Kauf vor allem an Technik und Know-How interessiert sein, die mitgekauften Werke und übernommenen Mitarbeiter aber eher als Last empfinden. Daran ändern auch anderslautende Beteuerungen seitens Magna nichts.

HRE-Rettung kostete keine Steuermittel

Mittwoch, den 19. August 2009

Disclaimer: Wie ich hier im Blog schon verschiedentlich angedeutet habe, ist die HRE (Hypo Real Estate) ein wichtiger Kunde des Unternehmens, für das ich arbeite.

Erst heute morgen hatte ich darüber geschrieben, wie unsachlich und auch falsch die Berichterstattung über die Rettung der Hypo Real Estate (HRE) in vielen Medien ist, und wie wenig viele »Journalisten« von diesem Thema zu verstehen scheinen. Da wird immer wieder gerne die Zahl von 100 Milliarden Euro genannt, mit denen die Bundesrepublik Deutschland angeblich die HRE vor dem Untergang gerettet hat – nur, dass es sich dabei eben um Bürgschaften/Garantien und nicht um tatsächlich ausgezahlte Kredite handelt. Es floss also kein Geld. Dennoch bezahlt die HRE monatlich Bereitstellungsentgelte in Höhe von vielen Millionen Euro. Für den Staat also ein gutes Geschäftsmodell.

HRE: Tendenziöse Berichterstattung

Mittwoch, den 19. August 2009

Disclaimer: Wie ich hier im Blog schon verschiedentlich angedeutet habe, ist die HRE (Hypo Real Estate) ein wichtiger Kunde des Unternehmens, für das ich arbeite.

Dass Journalisten von der Materie, über die sie schreiben, manchmal nur das wissen, was sie über die Nachrichtenagenturen mitbekommen – geschenkt.

Auch dass momentan Kapitalismuskritik en vogue ist und auf die Gier von Banken und Managern geschimpft wird, während in der Verstaatlichung und immer stärkerer Kontrolle des Wirtschaftsgeschehens und des privaten Lebens das Mittel der Wahl gesehen wird, ist nichts Neues.

Alternativen

Samstag, den 4. Juli 2009

Alles, wirklich alles ist besser, als Opel via Magna an Russland zu verschachern (siehe auch den SpON). Ob die bessere Lösung nun darin besteht, doch noch Fiat zum Zuge kommen zu lassen, oder aber Opel an chinesische Investoren zu verkaufen – bei jeder dieser Alternativen ist die Chance für Opel auf ein langfristiges Überleben besser als bei einer Übernahme durch Magna und die mit Magna verbundenen russischen Unternehmen.

Warum ist das so?

Magna und Konsorten verfügen bereits jetzt über hochmoderne Produktionsstätten mit Überkapazitäten. Was fehlt, sind Baupläne für moderne Fahrzeuge. Was würde also vermutlich passieren, wenn Magna Opel übernimmt? Das geistige Eigentum Opels wandert Richtung Ural, und die Produktionsstätten in Deutschland werden nach einer Schamfrist bzw. nach der vertraglich zugesicherten Zeit dicht gemacht.

»Umweltprämie«: Mein Auto kriegt ihr nicht!

Donnerstag, den 26. März 2009

Nun ist die Abwrackprämie also aufgestockt worden, und als Folge davon wird noch mehr Volksvermögen als bisher schon vernichtet.

Mir will nicht in den Kopf, warum es im Interesse der Konjunktur sein soll, wenn deutsche Bürger ihre zwar schon alten, aber noch funktionstüchtigen Automobile verschrotten lassen sollen, um sich stattdessen neue Autos zu kaufen, die dann auch noch mit staatlicher Hilfe subventioniert werden.

Und natürlich schlägt der nette Händler von »um die Ecke« deshalb auch noch großzügig ein bisschen was auf den Preis drauf – schließlich zahlt der Kunde ja nicht mehr so viel aus eigener Tasche, kann also einen höheren Gesamtpreis akzeptieren, ohne diesen selbst zu finanzieren – jedenfalls tut er dass nicht sofort, auf längere Sicht allerdings schon.

Gewinne veschieben? Das kann doch jeder …

Montag, den 17. November 2008

Eines vorneweg: Ich bin kein Opel-Fan, ganz im Gegenteil. Ich finde die von Opel entwickelten Automobile spießig und furchtbar öde, und die Image-Kampagne, die Opel ein jugendliches Image verleihen soll (»C’mon Babe!«) ist einfach nur peinlich.

Dennoch ist Opel eine deutsche Traditionsmarke und beschäftigt nicht zuletzt einige hunderttausend Arbeitnehmer, entweder direkt oder indirekt.

Was sich der Mutterkonzern der schon lange nicht mehr eigenständigen Adam Opel GmbH nun erlaubt, ist einfach die allerunterste Schublade: Statt endlich einmal den schon lange fälligen Zahlungsverpflichtungen in Milliardenhöhe gegenüber der Tochter Opel nachzukommen (diese waren u.a. für Entwicklungsarbeiten und ähnliche Dienstleistungen angefallen), weist die Konzernmutter General Motors ihrer deutschen Tochter Schulden in Milliardenhöhe zu; Schulden, die Opel nicht verursacht hat, jetzt aber verantworten muss. Opel steht damit vor dem aus, denn besonders gut läuft das Geschäft schon seit Jahren nicht mehr.

Geehrte Fahrgäste, wir ersetzen den Ersatz

Mittwoch, den 12. November 2008

Heute auf dem Hauptbahnhof Nürnberg: Normalerweise fahren um 8:23h und 8:27h gleich zwei ICEs von Nürnberg nach München; der eine hält noch einmal in Ingolstadt, der andere erst wieder in München.

Seitdem die Bahn völlig überraschend feststellen musste, dass nicht nur die Achsen des in Köln aus den Schienen gesprungenen ICEs überprüft werden müssen, sondern auch die aller baugleichen ICEs, ist der Fahrplan im Fernverkehr ein kleines bisschen aus dem Tritt geraten.

Daher ist inzwischen der ICE um 8:23h ganz offiziell zum IC degradiert worden, und manchmal fährt dann auch tatsächlich der versprochene Ersatzzug. Meistens aber eher nicht, z.B. am Montag dieser Woche.

Main Stream Media und die Hypo Real Estate

Donnerstag, den 2. Oktober 2008

Gestern habe ich ein paar Korrekturen zur Wahrnehmung der Krise bei der Hypo Real Estate in den Medien zusammengefasst.

Wenn ich dann heute im Spiegel Online lesen muss, dass die Situation rund um die HRE den Bundeshaushalt gefährdet, kann ich mich kaum zurückhalten. Was reitet die Autorin Corinna Kreiler bloß, so etwas zu schreiben? Selbst wenn sich Peer Steinbrück etwas unglücklich äußert, dann wäre es doch ihre Aufgabe, ein bisschen zu recherchieren, statt dumpf irgendeinen von einem Politiker verzapften Dünnsinn weiterzureichen.