Afrika! Afrika!

15. September 2008

Wenn man bei einem großen deutschen Konzern arbeitet, dann bringt das neben vielen Unannehmlichkeiten und Problemen – vor allem in Zeiten der Kostenreduktion in der Verwaltung – manchmal auch ein paar Vorteile mit sich. Nun arbeite nicht ich in einem solchen Konzern (dieser Kelch ging an mir vorüber), sondern die beste Ehefrau von allen (Hallo, Ephraim Kishon!), im Ergebnis hingegen bleibt festzustellen: Wir hatten Freikarten für »Afrika! Afrika!« in Nürnberg, und das für die Vorstellung am Samstagabend.

Too Big To Fail?

14. September 2008

Das Konzept »Too Big To Fail« beschreibt die Tatsache, dass manche Akteure auf Märkten, insbesondere auf den Finanzmärkten, aufgrund ihrer Größe derart wichtig für das Funktionieren dieses Marktes und der gesamten Volks- oder gar Weltwirtschaft sind, dass sie im existenzbedrohenden Krisenfall mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Dabei können sowohl Staaten als auch andere Marktteilnehmer intervenieren und den angeschlagenen Akteur unterstützen.

Diese Unterstützung wir dabei keineswegs aus Nächstenliebe gewährt. Vielmehr gilt es, einen befürchteten (und vermutlich auch tatsächlich drohenden) Dominoeffekt zu verhindern, der dazu führen würde, dass dem ersten gestürzten Riesen bald weitere folgen würden.

99,5 Prozent

13. September 2008

Wenn ich höre, dass ein Politiker ein Wahlergebnis von 99,5 Prozent erzielt hat, dann wird mir immer ein bisschen mulmig. Das hört sich immer ein bisschen nach Ostblock, Kommunismus und Wahlfälschung an.

Im aktuellen Fall hingegen können wir davon ausgehen, dass es bei der Wiederwahl von Kurt Beck zum Landesvorsitzenden der SPD in Rheinland-Pfalz alles mit rechten Dingen zuging.

Dennoch dürfte das Ergebnis insbesondere unter dem Eindruck des nur wenig verschleierten Rauswurfs Kurt Becks aus dem Vorstand der Bundes-SPD zustande gekommen sein. Sicherlich, Kurt Beck hat selbst hingeschmissen, kam damit einer Meuterei aber wohl nur um ein paar Stunden oder gar Minuten zuvor.

Die Konter-Revolution frisst ihre Kinder

9. September 2008

Am Wochenende wurde Kurt Beck von der Brücke der Alten Dame gespült, heute war dann Hubertus Heil dran. Die Welle war zwar leider nicht ganz so stark wie bei Kurt Beck, so dass sich Hubertus Heil immer noch an Bord befindet und nominell seinen alten Job behält – mit der Berufung von Kajo Wasserhövel als Wahlkampfleiter für die Bundestagswahl 2009 hat das neue Dreamteam der SPD aus Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier jedoch klargemacht, dass sie das Amt des Generalsekretärs als eben das sehen: Als Sekretärsjob, und nicht als wirkliches Mitglied der Führungsmannschaft.

Beck ist weg

8. September 2008

Auch wenn der Kalauer im Titel anderes vermuten lässt, geht es hier nicht um eine launige Abrechnung mit dem wohl erfolglosesten SPD-Vorsitzenden der Bundesrepublik. Dass Kurt Beck den Weg nun frei gemacht hat für seinen Vornachfolger Franz Müntefering und damit für jemanden, der in Bezug auf die Ganzganzlinken wohl nicht den gleichen unsäglichen Schlingerkurs fahren wird wie Beck, ist sehr zu begrüßen. Müntefering wird hier wohl »klare Kante« zeigen. Erfreulich, aber angesichts des unpolitischen Unprogramms der Linken war es dafür auch höchste Zeit.

Rattenfänger oder Popstar?

24. Juli 2008

Ich weiß nicht, was von beidem Barack Obama ist, jedenfalls betreibt er seine Politik hauptsächlich mit Emotionen und nicht mit Argumenten. Wohin das führen kann und wie gefährlich das ist, zeigt der folgende Ausschnitt aus Obamas Rede an der Siegessäule in Berlin:

For the people of Afghanistan, and for our shared security, the work must be done. America cannot do this alone. The Afghan people need our troops and your troops; our support and your support to defeat the Taliban and al Qaeda, to develop their economy, and to help them rebuild their nation. We have too much at stake to turn back now.

HDL? STFU!

17. Juli 2008

Über das Deppendeutsch mancher Business-Kasper habe ich mich schon einmal ausgelassen. Dass die Jugend nicht so arg viel besser ist, war mir schon klar. Wie man dagegen ankommt, eher nicht.

Versuchen wir es mit ein bisschen Musik:

[ via hostblogger ]

Obama at the Gate

16. Juli 2008

Zur Debatte, ob und wo der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten Barack Obama auf seines Besuchs in Berlin Mitte/Ende Juli sprechen soll, möchte ich auch noch kurz meine “2 cents” beitragen – auch, wenn meine Position dazu sicherlich keine neue sein dürfte.

Zunächst einmal halte ich – wie auch Angela Merkel und viele andere – den Wahlkampfauftritt eines Politikers im Ausland für zumindest problematisch. Warum sollte Deutschland (oder Frankreich, oder Italien, oder …) einem demokratisch nicht legitimierten US-Bürger, der sich zudem nicht in offizieller Mission, sondern auch einer Wahlkampftour befindet, dadurch ein möglichst breites Forum bieten, indem man ihn/sie an einem der symbolträchtigsten Orte Deutschlands (Frankreichs/Italiens/...) sprechen lässt?

Protectionism at its best

9. Juli 2008

Schützt mich!

Letzte Woche wurde von der bayrischen Vertretung ein Gesetzesvorhaben in den Bundesrat eingebracht, mit dem der Internet-Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder verboten werden soll – nachdem er vor nicht allzu langer Zeit ja erst erlaubt worden war.

Neben den offensichtlichen Argumenten gegen solchen Aktivismus stellt sich mir vor allem eine Frage: Warum?

Es ist ja nicht so, dass DocMorris und Co. verschreibungspflichtige Medikamente einfach so an jeden verkaufen und verschicken würden. Nein, auch die so genannten Internet-Apotheken prüfen in jedem einzelnen Fall, ob eine entsprechende Verschreibung durch den behandelnden Arzt (das “Rezept”) vorliegt, das Medikament also abgegeben werden darf.

Zustandsbeschreibung der SPD

8. Juli 2008

Aus dem Spiegel Online:

Kurt Beck, Andrea Nahles und all ihre Gesinnungsgenossen in der SPD erinnern bei ihrem Umgang mit dem Erbe der Schröder-Politik an einen Schwimmer, der einen langen breiten Strom durchschwimmt und nach drei Viertel der Strecke das Gefühl hat: Ich schaffe es nicht, das halte ich nicht durch. Ich dreh’ um.

Genau Exakt so ist auch mein Eindruck. Statt den durchaus mutigen Reformprozess weiterzugehen, der unter Gerhard Schröder begonnen wurde, sprintet man zurück in klassenkämpferische Ideologie, mit der sich zwar die Arbeitnehmerschaft schön anheizen lässt, die aber vermutlich sowohl den Wahlerfolg als auch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit kosten werden.