Die Konter-Revolution frisst ihre Kinder

Dienstag, den 9. September 2008

Am Wochenende wurde Kurt Beck von der Brücke der Alten Dame gespült, heute war dann Hubertus Heil dran. Die Welle war zwar leider nicht ganz so stark wie bei Kurt Beck, so dass sich Hubertus Heil immer noch an Bord befindet und nominell seinen alten Job behält – mit der Berufung von Kajo Wasserhövel als Wahlkampfleiter für die Bundestagswahl 2009 hat das neue Dreamteam der SPD aus Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier jedoch klargemacht, dass sie das Amt des Generalsekretärs als eben das sehen: Als Sekretärsjob, und nicht als wirkliches Mitglied der Führungsmannschaft.

Beck ist weg

Montag, den 8. September 2008

Auch wenn der Kalauer im Titel anderes vermuten lässt, geht es hier nicht um eine launige Abrechnung mit dem wohl erfolglosesten SPD-Vorsitzenden der Bundesrepublik. Dass Kurt Beck den Weg nun frei gemacht hat für seinen Vornachfolger Franz Müntefering und damit für jemanden, der in Bezug auf die Ganzganzlinken wohl nicht den gleichen unsäglichen Schlingerkurs fahren wird wie Beck, ist sehr zu begrüßen. Müntefering wird hier wohl »klare Kante« zeigen. Erfreulich, aber angesichts des unpolitischen Unprogramms der Linken war es dafür auch höchste Zeit.

Zustandsbeschreibung der SPD

Dienstag, den 8. Juli 2008

Aus dem Spiegel Online:

Kurt Beck, Andrea Nahles und all ihre Gesinnungsgenossen in der SPD erinnern bei ihrem Umgang mit dem Erbe der Schröder-Politik an einen Schwimmer, der einen langen breiten Strom durchschwimmt und nach drei Viertel der Strecke das Gefühl hat: Ich schaffe es nicht, das halte ich nicht durch. Ich dreh’ um.

Genau Exakt so ist auch mein Eindruck. Statt den durchaus mutigen Reformprozess weiterzugehen, der unter Gerhard Schröder begonnen wurde, sprintet man zurück in klassenkämpferische Ideologie, mit der sich zwar die Arbeitnehmerschaft schön anheizen lässt, die aber vermutlich sowohl den Wahlerfolg als auch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit kosten werden.

Andrea Nahles, leicht gegrillt

Dienstag, den 29. Januar 2008

Andrea Nahles, ihres Zeichens nach stellvertretende Bundes-Vorsitzende der SPD, war heute im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Thema war natürlich die Situation nach der Landtagswhal in Hessen, deren Ergebnis für eigentlich alle Parteien suboptimal ist; schließlich können nur eine große Koalition aus CDU und SPD oder aber eine der vielen theoretisch zwar möglichen, praktisch aber genauso unbeliebten wie unstabilen Drei-Parteien-Koalitionen eine Regierungsmehrheit sichern.

Das Gesprächsklima war freundliche, Andrea Nahles hat viel gelacht; die Fragen an sie waren allerdings exakt die richtigen, und besonders viel Substantielles konnte Andrea Nahles leider nicht von sich geben.

SPON: Wir wiederholen die Wiederholung

Samstag, den 7. Juli 2007

Ja, ich weiß, wenn jemand am Boden liegt, soll man nicht nachtreten; und Fehler anderer sind nicht lustig. Das Folgende ist aber ein sehr schönes Beispiel für den sprachlichen und stilistischen Niedergang der Mainstream-Medien (MSM), in diesem Falle geht es um den Spiegel Online als Ableger des »Sturmgeschützes der Demokratie«, dem Magazin DER SPIEGEL.

Unter der Überschrift Linke bringt SPD auf Schlingerkurs lesen wir (Hervorhebungen von mir):

Münte’s Abgang

Montag, den 31. Oktober 2005

Nach der Niederlage seines Kandidaten Kajo Wasserhövel für den Posten als SPD-Generalsekretär nimmt Parteischef Müntefering konsequenterweise seinen Hut. Die SPD zerfleischt sich wieder einmal selbst.

Andrea Nahles als neue Generalsekretärin – das hätte wohl vor der heutigen Sitzung des Parteivorstands niemand für möglich gehalten. Die parteilinke Unruhestifterin, die sich gerne mal auf Kosten des Vorsitzenden und der Partei profiliert – Hauptsache, man selbst ist in den Nachrichten -, trat zur geheimen Kampfabstimmung im Parteivorstand an und gewann – und der Vorsitzende gab daraufhin bekannt, er werde im November 2005 nicht wieder zur Wahl für dieses Amt antreten.