Geehrte Fahrgäste, wir ersetzen den Ersatz

Mittwoch, den 12. November 2008

Heute auf dem Hauptbahnhof Nürnberg: Normalerweise fahren um 8:23h und 8:27h gleich zwei ICEs von Nürnberg nach München; der eine hält noch einmal in Ingolstadt, der andere erst wieder in München.

Seitdem die Bahn völlig überraschend feststellen musste, dass nicht nur die Achsen des in Köln aus den Schienen gesprungenen ICEs überprüft werden müssen, sondern auch die aller baugleichen ICEs, ist der Fahrplan im Fernverkehr ein kleines bisschen aus dem Tritt geraten.

Daher ist inzwischen der ICE um 8:23h ganz offiziell zum IC degradiert worden, und manchmal fährt dann auch tatsächlich der versprochene Ersatzzug. Meistens aber eher nicht, z.B. am Montag dieser Woche.

Schell und die Kur

Donnerstag, den 18. Oktober 2007

Beim Antibürokratieteam ist M.M. der Ansicht, dass durch den Kur-Urlaub von Manfred Schell die Reihen der Lokführer im Streik schwanken und der Arbeitskampf für die Arbeitnehmerseite verloren sei.

Warum das denn?

Natürlich ist der Zeitpunkt für den Antritt einer Kur, nun ja: unglücklich gewählt. Auf der anderen Seite: Wenn sich dieser Kuraufenthalt nicht mehr verschieben ließ (und Schell das bereits mehrfach getan hat) – soll Schell dann tatsächlich den Arbeitskampf über seine eigene Gesundheit stellen, zumal er ja kein Alleinunterhalter ist, sondern in der GDL auch noch ein paar andere Funktionäre seinen Job zumindest zeitweise mit übernehmen können?

Streik bei der Bahn - endlich

Dienstag, den 9. Oktober 2007

Normalerweise bin ich kein übermäßiger Freund von Gewerkschaften im Allgemeinen und von Arbeitskämpfen im Speziellen. Genauer gesagt: Von beidem halte ich nicht viel. Das nur mal vorneweg.

Gehaltsniveau

Allerdings denke ich schon, dass gute, verantwortungsvolle Arbeit auch entsprechend vergütet werden sollte. Daher halte ich das Gehaltsniveau für die Angestellten mit anspruchvolleren Aufgaben bei der Deutschen Bahn AG auch für unangemessen.

Es kann nicht sein, dass jemand, der einen mehrere Dutzend Millionen teures Gefährt mit 300 km/h durch die Lande steuert und dabei die Verantwortung nicht nur für die mehreren hundert Passagiere in diesem Zug, sondern auch für die Passagiere in anderen Zügen (mit)trägt, mit etwa € 2.100,- brutto monatlich entlohnt wird. Das ist zu wenig, insbesondere auch angesichts unseres auf hohe Steuern und Sozialtransfers beruhenden Staates.

Realitätsverlust bei der Deutschen Bahn

Donnerstag, den 20. September 2007

Wie kann man nur eine so verzerrte Wahrnehmung der Realität haben? Margret Suckale, Personalchefin der Deutschen Bahn AG, hat sich heute überrascht gezeigt, dass die Tarifgespräche der Deutschen Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und den beiden traditionellen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDAB heute erfolglos abgebrochen wurden.

Erinnern wir uns: Hauptanliegen der GDL ist ein eigener Tarifvertrag für die Zugführer – sie wollen endlich besser bezahlt werden, und bei einem Höchsteinkommen von rund 2100 Euro monatlich sit das auch verständlich. Erst recht dann, wenn man den harten Alltag mit Dienst zu »ungünstigen Zeiten« und die hohe Verantwortung der Zugführer berücksichtigt.

Die Deutsche Bahn verliert schon wieder

Samstag, den 23. Juni 2007

Gerade erst habe ich darüber berichtet, warum ich die Art und Weise, in der die Deutsche Bahn ihre ICEs einsetzt, für … wenig optimal halte. Und schon wieder bestätigt die Deutsche Bahn AG, dass sie sich nicht gerade um Reisende bemüht, die vom Flugzeug auf den Zug umsteigen wollen – in zweierlei Hinsicht.

Zum einen versucht die Bahn auf Strecken mit dem Flugzeug zu konkurrieren, wo das Flugzeug nun wirklich das bessere Verkehrsmittel ist (z.B. Frankfurt – Paris oder München – Hamburg). Hier wird das nichts mit der ökologisch korrekten Umerziehung der Reisenden, zumal das Zugticket meist nicht nur die langsamere, sondern auch die teurere Alternative ist.

Deutsche Bummelbahn (oder: shICE)

Montag, den 11. Juni 2007

Seit gestern gilt der neue Sommerfahrplan der Deutsche Bahn AG, und besonders überschwenglich werden zwei neue Verbindungen nach Paris gefeiert: Der deutsche ICE fährt von Frankfurt aus nach Paris, der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV pendelt zwischen Paris und Stuttgart.

Bahnchef Medorn freut sich darüber, dass nun die Bahn dem Flugzeug Konkurrenz mache und viele Reisende vom Flugzeug auf die Schiene umsteigen werden. Bei genauerem Hinsehen aber erkennt man, dass diese Hoffnung wohl unbegründet ist.