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	<title>node-0 &#187; Günter Grass</title>
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		<title>GraSS reloaded</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2007 12:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>

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		<description><![CDATA[	OK, das SS im Namen unseres großen Nationaldichters (hust!) ist ein alter Hut, allerdings zierte die Kopfbedeckung von Günter Grass für eine gewisse Zeit eben auch ein Totenkopf. Diese Tatsache hat Günter Grass nach dem zweiten Weltkrieg dann geflissentlich verschwiegen, um umso unbelasteter einem jeden nicht-linken Nachkriegspolitiker dessen manchmal tatsächliche, manchmal aber auch nur vermeintliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>OK, das SS im Namen unseres großen Nationaldichters (hust!) ist ein alter Hut, allerdings zierte die Kopfbedeckung von Günter Grass für eine gewisse Zeit eben auch ein Totenkopf. Diese Tatsache hat Günter Grass nach dem zweiten Weltkrieg dann geflissentlich verschwiegen, um umso unbelasteter einem jeden nicht-linken Nachkriegspolitiker dessen manchmal tatsächliche, manchmal aber auch nur vermeintliche braune Vergangenheit bzw. Gegenwart unter die Nase zu reiben (igitt!).</p>
	<p>Günter Grass hatte immer zu jedem Thema etwas zu sagen, war gleichsam das ungerufene (und oftmals fehlgeleitete) moralische Gewissen einer gewiss nicht mehr faschistischen Republik.</p>
	<p>Die viel zu späte, medienwirksame inszenierte und damit verkaufsfördernde Offenbarung seiner SS-Vergangenheit in seinem letztjährig erschienenen Buch »Beim Häuten der Zwiebel« blieb unaufrichtig und halbherzig. Statt nun endlich &#8211; nach sechs Jahrzehnten! &#8211; zu den Fehlern seiner Jugend zu stehen und damit auch die eigene Fehlbarkeit, die eigene Verführbarkeit zuzugeben, schilderte Grass seine bewusste Entscheidung, zur SS zu gehen (denn <a href="http://node-0.mneisen.org/2006/08/14/voll-grass/">man konnte sich sehr wohl vorm SS-Dienst drücken</a>, wie Altersgenossen wissen), als ein schon fast tölpelhast anmutendes Hineinschlittern ohne eigenes Zutun.</p>
	<p>Wie dem auch immer sei, die Republik nahm das späte Geständnis wohl nicht mit dem Zuspruch auf, den Grass sich erhoffte. Nicht nur jüngere Menschen, sondern vor allem Zeitzeugen nehmen Grass nicht ab, dass er seine SS-Zeit jahrzehntelang erfolgreich verdrängen konnte. Auch sein Weg in die SS scheint vielen Altersgenossen nicht so zufällig zu sein, wie von Grass behauptet.</p>
	<p>Die Kritik (Majestätsbeleidigung!) konnte Grass wohl nicht verwinden und hat nun in einem Gedichtband nachgelegt. Bei <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,475141,00.html">Spiegel Online</a> lässt man <a href="http://www.henryk-broder.de/">Henryk M. Broder</a> zu dieser Thematik von der Leine, und der textet sehr passend:</p>
	<blockquote>
		<p>Der Dichter als Besserwisser &#8211; mal wieder.</p>
	</blockquote>
	<p>und</p>
	<blockquote>
		<p>Grass hat für sein literarisches Lebenswerk den Literatur-Nobelpreis bekommen; gäbe es freilich einen Preis für Selbstgerechtigkeit, Wehleidigkeit und Verkennung der Realität, müsste auch der an Grass vergeben werden, denn kein anderer Schriftsteller hat es in diesen Disziplinen so weit gebracht wie er.</p>
	</blockquote>
	<p>Der Artikel zitiert auch noch einmal Grass&#8217; unsäglichen Fehlgriff über den »entarteten Journalismus«.</p>
	<p>Er muss es wissen. Er war früher schon in der vordersten Kampftruppe gegen alles Entartete.</p>

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		<title>Grass und das Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Oct 2006 14:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[	Eigentlich hatte ich diesen Artikel Grasses Urheberrecht nennen wollen, aber dieser Titel ist mir schon von mediengerecht weggeschnappt. Was ist also passiert? Gehen wir einigermaßen chronologisch vor:
	
		Günter Grass wird geboren und tritt knappe 17 Jahre später als verblendeter Jung-Nazi in die Waffen-SS ein; ob unfreiwillig, wie er inzwischen behauptet, oder doch mit Kalkül, wie die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Eigentlich hatte ich diesen Artikel <em>Grasses Urheberrecht</em> nennen wollen, aber dieser Titel ist mir schon von <a href="http://www.medien-gerecht.de/?p=35">mediengerecht</a> weggeschnappt. Was ist also passiert? Gehen wir einigermaßen chronologisch vor:</p>
	<ul>
		<li>Günter Grass wird geboren und tritt knappe 17 Jahre später als verblendeter Jung-Nazi in die Waffen-SS ein; ob unfreiwillig, wie er inzwischen behauptet, oder doch mit Kalkül, wie die Aussagen des jüngt verstorbenen Joachim Fests nahelegen, wage ich mir nach 60 Jahren nicht zu beurteilen.</li>
		<li>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%B6FaZ">GröFaZ</a> verliert gegen die Alliierten.</li>
		<li>Die nächsten Jahrzehnte verbringt Günter Grass damit, seine eigenen &#8211; nicht unerheblichen &#8211; Verstrickungen teilweise geschickt zu nutzen (das frühe Teil-Eingeständnis, er sei als Jugendlicher begeisterter Nazi gewesen) bzw. zu verschweigen (nämlich seine Waffen-SS-Karriere) und nebenbei noch als ziemlich nerviges Gewissen der Nation auf anderen hell- bis dunkelbraunen Überbleibseln aus der NS-Zeit herumzuhacken.</li>
		<li>1989 wird noch schnell die Möglichkeit einer Vereinigung beider deutscher Staaten in ein vereintes Deutschland mit dem Hinweis auf Auschwitz als historische Unmöglichkeit abgelehnt.</li>
		<li>2006 dann offenbart Günter Grass, rechtzeitig zum Erscheinen seiner Autobiographie &#8220;Beim Schälen der Zwiebel&#8221; und nach Erhalt des Literaturnobelpreises, dass er da doch noch was zu offenbare habe: Er sei in der Waffen-SS gewesen.</li>
		<li>Ebenfalls 2006 veröffentlicht die FAZ einen Briefwechsel zwischen Grass und dem ehemaligen Bundesminister Karl Schiller, der ebenfalls eine Nazi-Vergangenheit hatte. Grass fordert Schiller in diesen Briefen aus den Jahren 1969 und 1970 auf, seine Vergangenheit publik zu machen. Unterschwellig klingt &#8211; zumindest für mich &#8211; &#8220;sonst mache ich das&#8221; mit.</li>
	</ul>
	<ul>
		<li>Pünktlich zur Buchmesse bringt sich Grass dann wieder ins Gespräch: Die Briefe unterlägen dem Urheberrecht, die FAZ habe sie also nicht veröffentlichen dürfen.
	<p>All das bestärkt mich in meinem Eindruck, Günter Grass sei es ungemein an Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit gelegen &#8211; so kann man zwischendurch schnell mal wieder seinen Marktwert steigern. Denn der hat gelitten, schon vor der Waffen-SS-Beichte. Früher war die Rolle Günter Grass&#8217; immer klar gewesen: Entweder war er auf Seiten der Mächtigen und so manchen SPD-Kanzler unterstützt (z.B. Willy Brandt) bzw. diesem einen Hauch von Bildungsbürgertum gegeben (z.B. Gerhard Schröder), oder er war das ewig vor der Gefahr aus dem konservativem Lager warnende Mahner.</p>
	<p>Diese Rolle kann er jetzt nicht mehr spielen, viel von seiner Glaubwürdigkeit ist weg.</p>
	<p>Und das mit dem Urheberrecht scheint auch nicht ganz zu stimmen: Zum einen wurden die Briefe bereits im Rahmen einer Dissertation verwendet und zumindest teilweise veröffentlicht, zum anderen ist das mit dem Urheberrecht an den eigenen Briefen so eine Sache &#8211; die rechtliche Lage ist ungeklärt. Grass hätte klar sein müssen, dass alles, was er mal aus der Hand gibt, auch aus seiner Einflusssphäre gelangt. Der Empfänger eines Briefes ist der Eigentümer eines Briefes, kann also mit diesem machen, was er will.</p>
	<p>Insgesamt also kein guter Stand für Günter Grass.</p>
	<p><a href="http://www.statler-and-waldorf.de/?p=1610">Waldorf</a> fasst das Ganze in einen prägnanten Satz zusammen:</p>
	<blockquote>
		<p>Ach Günter, Du könntest einem ja fast Leid tun &#8211; aber es kann halt ganz schön anstrengend und peinlich werden, wenn man den eigenen Moralvorstellungen noch nicht einmal im Ansatz genügt.</p>
	</blockquote>
	<p>Mehr und anderes kann man dazu schlichtweg nicht sagen.</p>
	<p><small><br />
<strong>Weitere Quellen zu diesem Thema:</strong></p>
		<li>Der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,442004,00.html">Spiegel</a> berichtet darüber, dass Günter GraSS offensichtlich eine einstweilige Verfügung gegen die FAZ erwirkt hat.</li>
	</ul>
	<ul>
		<li>Auch das <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2006/10/11/grass-zensiert-seine-vergangenheit/">lawblog</a> berichtet nun über die Versuche Günter Grass&#8217;, seine Vergangenheit durch den Missbrauch des Urheberrechts aufzuhübschen.
	<p></small></p>


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		</item>
		<item>
		<title>Grass schreibt an Karl Schiller</title>
		<link>http://node-0.mneisen.org/2006/09/29/grass-schreibt-an-karl-schiller/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Sep 2006 17:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>

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		<description><![CDATA[	Der Spiegel Online berichtet über zwei Briefe des Schriftstellers und ehemaligen Mitglieds der Waffen-SS Günter Grass an den früheren Bundeswirtschaftschaftsminister Karl Schiller. In diesen Briefen fordert das moralische Stehaufmännchen der Nation den Politiker auf, seine NS-Vergangenheit baldmöglichst aufzudecken.
	In dem Bericht heißt es u.a.:
	
		Am 15. Juli 1969 schrieb Grass in einem Brief an einstigen SA- und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,439977,00.html">Spiegel Online</a> berichtet über zwei Briefe des Schriftstellers und ehemaligen Mitglieds der Waffen-SS Günter Grass an den früheren Bundeswirtschaftschaftsminister Karl Schiller. In diesen Briefen fordert das moralische Stehaufmännchen der Nation den Politiker auf, seine NS-Vergangenheit baldmöglichst aufzudecken.</p>
	<p>In dem Bericht heißt es u.a.:</p>
	<blockquote>
		<p>Am 15. Juli 1969 schrieb Grass in einem Brief an einstigen SA- und NSDAP-Mitglied Schiller, er wolle ihn &#8220;unumwunden bitten, bei nächster Gelegenheit &#8211; und zwar in aller Öffentlichkeit &#8211; über Ihre politische Vergangenheit während der Zeit des Nationalsozialismus zu sprechen. Weiter heißt es: &#8220;Ich hielte es für gut, wenn Sie sich offen zu Ihrem Irrtum bekennen wollten. Es wäre für Sie eine Erleichterung und gleichfalls für die Öffentlichkeit so etwas wie ein reinigendes Gewitter.&#8221;</p>
	</blockquote>
	<p>Im folgenden Jahr schreibt Grass erneut an Karl Schiller.</p>
	<blockquote>
		<p>Ein Jahr später, am 28. April 1970, schrieb Grass erneut an Schiller, verwundert darüber, dass er seine Mitgliedschaft bei der NSDAP noch immer nicht zum Thema gemacht habe: Er habe lange darüber nachgedacht, &#8220;wie es möglich sein kann, dass ein Politiker mit so viel Weitblick und Erfahrung &#8230; so verengt reagieren kann&#8221;. Weiter betonte Grass, ihm sei &#8220;diese Materie nicht unvertraut&#8221;. Er habe &#8220;nur Teilantworten gefunden, die Hinweise geben könnten auf übliches intellektuelles Verhalten, also auf den berühmt-berüchtigten Hochmut des Wissenden&#8221;.</p>
	</blockquote>
	<p>Zumindest für mich schwingen in diesen Sätzen bedrohliche Untertöne mit: Gestehe Deine Vergangenheit, oder ich decke alles auf. In meinen Augen scheint es sich um eine moralisch verwerfliche Nötigung zu handeln.</p>
	<p>Die zitierten Aussagen lassen es umso verwunderlicher erscheinen, weshalb Grass seine eigenen Verstrickungen erst mit 61-jähriger Verspätung im Sommer 2006 &#8211; koinzidierend mit seiner Autobiographie &#8211; öffentlich eingestand.</p>
	<p>Der Eindruck, da habe sich jemand auf Kosten anderer als moralisches Gewissen einer ganzen Nation geriert und dabei die tiefbraunen Flecken auf der eigenen Weste bewusst verschwiegen, wird noch verstärkt.</p>
	<p>Wie kann man von anderen die Offenbarung begangener Fehler verlangen, gleichzeitig aber das eigene Fehlverhalten in gleicher Sache &#8211; so verständlich es auch unter den damals leider gegebenen Umständen war &#8211; jahrzehntelang verschweigen? Wie sieht das moralische Innenleben, das ethische Grundgerüst eines Mannes aus, der gerne Steine auf andere wirft, dabei aber alles andere als ohne Schuld ist?</p>
	<p>Ich kann mich über das Leben und Wirken von Günter Grass &#8211; das mir schon immer suspekt war &#8211; nur noch mehr wundern.</p>


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		</item>
		<item>
		<title>Die Apologeten des Günter Grass</title>
		<link>http://node-0.mneisen.org/2006/08/16/die-apologeten-des-gunter-grass/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 14:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>

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		<description><![CDATA[	Nun geht der Kampf um die Deutungshoheit los: Ist es verwerflich gewesen, dass Günter Grass in der Waffen-SS gedient hat? Darf man unserem Nationalheiligtum Günter Grass vorwerfen, was er in seiner Jugend gemacht hat? Oder, dass er es jahrzehntelang verschwiegen hat?
	Es gibt tatsächlich einige Stimmen, die Günter Grass in Schutz nehmen, sowohl unter Bloggern (z.B. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Nun geht der Kampf um die Deutungshoheit los: Ist es verwerflich gewesen, dass Günter Grass in der Waffen-SS gedient hat? Darf man unserem Nationalheiligtum Günter Grass vorwerfen, was er in seiner Jugend gemacht hat? Oder, dass er es jahrzehntelang verschwiegen hat?</p>
	<p>Es gibt tatsächlich einige Stimmen, die Günter Grass in Schutz nehmen, sowohl unter Bloggern (z.B. <a href="http://gurkenscheibe.de/?p=45">Joerch</a>, <a href="http://politik.germanblogs.de/trackbacks/show.htm?entryId=1mszeos3rlpp1">politikblog</a>, ...) als auch in den Printmedien (z.B. bei der <a href="http://www.presseportal.de/story_rss.htx?nr=861355">Zeit: Historiker Bernd Wegner über Grass: Skandalöse Reaktion von Seiten der Öffentlichkeit</a>).</p>
	<p>So wird angeführt, dass</p>
	<ul>
		<li>Günter Grass mit 17 Jahren sicherlich noch nicht genau wusste, was er tat bzw. die moralischen Implikationen noch nicht vollständig überblickte;</li>
		<li>die Reaktion der Öffentlichkeit skandalös sei (warum eigentlich?);</li>
	</ul>
	<ul>
		<li>die Öffentlichkeit ihn in seine Rolle als Moralapostel hineingedrängt habe und er sich dieser nicht entziehen, also auch seine SS-Mitgliedschaft nicht mehr beichten konnte,
	<p>und anderes Geschwafel mehr.</p>
	<p>Das alles geht aber am Kern der Sache haarscharf vorbei. Vorzuwerfen ist Grass nicht die Tatsache, dass er sich für die Waffen-SS gemeldet hat. Die Story, er wollte eigentlich zur Marine, da habe man aber keinen mehr genommen, ist von Zeitzeugen übrigens wiederlegt.</p>
	<p>Es gibt aber auch die andere Meinung (die richtige! <img src='http://node-0.mneisen.org/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> ), wie sie von immer mehr Quellen vertreten wird (z.B: <a href="http://www.zeineku.de/2006/08/12/die-ss-vergangenheit-des-gunter-grass/">zeineku</a>, <a href="http://www.bissige-liberale.com/2006/08/13/was-zu-grass/">Bissige Liberale</a>, <a href="http://www.statler-and-waldorf.de/?p=1501">Statler &#38; Waldorf</a>, <a href="http://www.peristaltische-lokomotionswellen.de/2006/08/16/grass-mit-doppel-s/">Peristaltische Lokomotionswellen</a>). Statt den Apologeten des Günter Grass nachzueifern und unseren Nobelpreisgewinner blind zu verteidigen, wird hier etwas genauer betrachtet, was Grass falsch gemacht hat.</p>
	<p>Das wirklich unappetitliche an Günter Grass später Beichte ist eben dies: dass sie so spät kommt, dass sie kommt, nachdem er sich über die gesamte Spanne der bundesrepublikanischen Geschichte als moralisches Gewissen der Nation geriert hat, häufig (fast immer), ohne dass er darum gebeten worden ist.</p>
	<p>Wer sich derart in Szene setzt und sich mit der Aura der moralischen Unfehlbarkeit umgibt, der muss vorher(!) reinen Tisch machen. Fehler machen alle, besonders in der Jugend. Diese aber bei einer solchen Lebensgestaltung und Laufbahn bis zum Lebensabend zu verschweigen, kommt einer bewussten Täuschung der Öffentlichkeit gleich.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Kauf mich!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 14:04:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Kohl]]></category>
		<category><![CDATA[Ronald Reagan]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[	Günter GraSS kann es nicht laSSen: Nach seiner Beichte, er sei Mitglied der Waffen-SS gewesen, legt er jetzt noch einmal drauf.
	Auf die Frage im ZDF Heute Journal gestern abend, warum er denn in die Waffen-SS eingetreten sei und ob seine Beichte jetzt nicht doch ein wenig spät käme, antwortet Günter Grass:
	
		Lesen Sie meine Biographie, da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Günter GraSS kann es nicht laSSen: <a href="http://node-0.mneisen.org/2006/08/14/voll-grass/">Nach seiner Beichte, er sei Mitglied der Waffen-SS gewesen</a>, legt er jetzt noch einmal drauf.</p>
	<p>Auf die Frage im <em>ZDF Heute Journal</em> gestern abend, warum er denn in die Waffen-SS eingetreten sei und ob seine Beichte jetzt nicht doch ein wenig spät käme, antwortet Günter Grass:</p>
	<blockquote>
		<p>Lesen Sie meine Biographie, da steht alles drin.</p>
	</blockquote>
	<p>Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daSS Günter Grass jetzt wenigstens finanziell seine Schäfchen ins Trockene bringen möchte, nachdem das mit der Beichte doch eher nach hinten losgegangen ist: Viele Menschen verstehen nämlich nicht, warum Grass jahrzehntelang bei jeder sich bietenden Gelegenheit (und oft brauchte es diese nicht einmal) seine Moral-Polemik herausposaunt hat und dabei offenbar nie die Zeit gefunden hat zu erwähnen, daSS er aus Erfahrung spricht.</p>
	<p>Dabei hätte er doch dadurch seine Argumentation noch unterstreichen und glaubhafter machen können. Als er beispielsweise Helmut Kohl für dessen Besuch des Soldatenfriedhofs in Bitburg zusammen mit US-Präsidenten Ronald Reagan scharf anging &#8211; weil dort unter zehntausenden deutscher und amerikanischer Soldaten auch weniger als 50 Gefallene der Waffen-SS bestattet wurden &#8211; hätte er doch prima so argumentieren können:</p>
	<blockquote>
		<p>&#8220;Der Bundeskanzler sollte nicht auf den Soldatenfriedhof in Bitburg gehen. Dort liegen auch Angehörige der SS, die man nicht zusammen mit anderen Gefallenen ehren sollte. Ich weiß, wovon ich rede, schließlich war ich gegen Kriegsende selbst bei diesem Haufen von Mördern.&#8221;</p>
	</blockquote>
	<p>Aber, wie wir wissen, hat es ganz anders stattgefunden: Immer schön gegen das Konservative und Liberale im Land wettern und dabei die Hand des jeweiligen SPD-Spitzenkandidaten oder SPD-Kanzlers halten &#8211; außer bei Helmut Schmidt, denn der war Oberleutnant im Zweiten Weltkrieg, gehörte also zu den Bösen (siehe Nato-Doppelbeschluss; man kann doch die Schergen im Osten nicht einfach mit den Waffen bedrohen, mit denen sie auch uns bedrohen &#8230;).</p>
	<p>Allerdings: Altkanzler Schmidt war in der normalen Wehrmacht, nicht bei der SS.</p>
	<p>Das gibt zumindest mir schon zu denken. Und die Biographie von Günter Grass werde ich nicht kaufen.</p>
	<p><strong>Weiteres zu diesem Thema:</strong></p>
	<ul>
		<li><a href="http://node-0.mneisen.org/2006/08/14/voll-grass/">Voll Grass</a></li>
	</ul>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Voll Grass &#8230;</title>
		<link>http://node-0.mneisen.org/2006/08/14/voll-grass/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Aug 2006 15:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Eisenhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[	... war für mich das Eingeständnis unseres Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass,  er sei gegen Kriegsende Mitglied der Waffen-SS gewesen.
	Dabei hat mein Entsetzen über diese Enthüllung durchaus mehrere Aspekte:
	
		Viele Zeitzeugen &#8211; gerade auch deutsche Schriftsteller, also Kollegen von Grass &#8211; sagen aus, dass man sich dem Dienst in der Sturmstaffel durchaus hat entziehen können, indem man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>... war für mich das Eingeständnis unseres Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass,  er sei gegen Kriegsende Mitglied der Waffen-SS gewesen.</p>
	<p>Dabei hat mein Entsetzen über diese Enthüllung durchaus mehrere Aspekte:</p>
	<ul>
		<li>Viele Zeitzeugen &#8211; gerade auch deutsche Schriftsteller, also Kollegen von Grass &#8211; sagen aus, dass man sich dem Dienst in der Sturmstaffel durchaus hat entziehen können, indem man sich etwa zur &#8220;normalen&#8221; Wehrmacht gemeldet hat. Der Wahrheitsgehalt der Aussage von Grass, er sei gegen seinen Willen in die Waffen-SS eingezogen worden, obwohl er sich eigentlich zur U-Boot-Waffe gemeldet habe, darf also bezweifelt werden.</li>
		<li>Wie kann jemand, der Mitglied bei den schlimmsten organisierten Mördern aller Zeiten war, sich zum moralisch-ethischen Gewissen einer ganzen Nation stilisieren und diese jahrzehntelang &#8211; und häufig ungefragt &#8211; mit seinen Ansichten zu angeblichen menschlichen Abgründen beglücken? Unvergessen bleibt etwa seine Kritik an Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, weil dieser während seiner Amtszeit zusammen mit dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem neben tausenden amerikanischer und deutscher Soldaten auch einige Dutzend Gefallene der Waffen-SS lagen &#8211; also Waffenbrüder von Grass.</li>
		<li>Warum bloß hat Günter Grass so lange über dieses dunkle Kapitel seines Lebens geschwiegen? Wie auch immer er in die Waffen-SS geraten sein mag &#8211; ob durch eigenen Entschluss (eher wahrscheinlich) oder durch &#8220;Zufall&#8221; (s.o., eher nicht wahrscheinlich) &#8211; er hätte wesentlich früher reinen Tisch machen können und müssen. Die (Un-) Taten eines 17-jährigen lassen sich aus meiner Sicht leicht verzeihen, fehlt einem so jungen Menschen doch für gewöhnlich noch die sittliche Reife und das moralische Rüstzeug, um die Legitimität und die Tragweite seines Handelns richtig einschätzen zu können. Warum also hat Günter Grass nicht schon vor Jahren offengelegt, worin er in jungen Jahren verstrickt war?
	<p>Nach Meinung vieler ist die moralische Instanz &#8220;Günter Grass&#8221; nun unwiederbringlich beschädigt. Es mehren sich die Stimmen, die ihm zur Rückgabe all jener Ehrungen auffordern, die er bei früherem Bekanntwerden seiner SS-Mitgliedschaft wohl nicht bekommen hätte, darunter die Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig(!) und der Nobelpreis für Literatur.</p>
	<p>Hier wird sich jetzt erweisen, ob Günter Grass die Konsequenzen aus seiner jahrzehntelangen Täuschung der Öffentlichkeit ziehen wird. Das eigentlich Vergehen ist nämlich nicht seine SS-Vergangenheit, sondern das Verschweigen derselben bei gleichzeitiger Selbstinszenierung als moralisches Gewissen der Deutschen.</p>
	<p><strong>Nachtrag</strong>: Auch die SPD muss sich fragen, ob sie sich weiterhin von Günter Grass unterstützen lassen möchte. Günter Grass hat bisher den Wahlkampf jedes SPD-Kanzlerkandidaten unterstützt, besonders in Erinnerung geblieben sind mir dabei die Unterstützung für Willy Brandt (dem bei dem jetzt Bekanntgewordenen vermutlich der Magen umdrehen würde) und Gerhard Schröder, der sich immer gerne mit Künstlern schmückte, um seine wenig glamouröse Herkunft aufzuhübschen &#8211; übrigens ein schönes Beispiel für einen kleinen Minderwertigkeitskomplex.</p>

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