Pressefreiheit nach dem Geschmack der Musikindustrie

Dienstag, den 20. Februar 2007

Woran wir uns bereits gewöhnt hatten: Das Anbringen von Hyperlinks auf die Website von AllOfMP3.com ist verboten, da das Angebot von AllOfMP3.com nach Ansicht der viele neue Entwicklungen verschlafenden Musikindustrie und einiger offenbar über das Wesen und die Funktionsweise von Hyperlinks und des World Wide Web schlecht informierten Richter illegal ist. Das Verlinken auf AllOfMP3.com sei dabei das Zugänglichmachen eines offensichtlich illegalen Angebots. Da bin ich zwar deutlich anderer Meinung (wie viele andere auch), aber wie gesagt: Daran hatten wir uns schon fast gewöhnt.

EU: Reform der Urheberrechtsabgaben auf Geräte gestoppt

Donnerstag, den 14. Dezember 2006

Gerade muss ich bei golem.de noch etwas Interessantes zum Thema Abgaben & Urheberrecht lesen:

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso legt die Pläne von Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy zur Reform der Urheberrechtsabgaben in Europa auf Eis. Die 80 größten europäischen Hersteller von Haushaltselektronik und Computern haben daraufhin angekündigt, die Regierungen von Frankreich, Deutschland, Spanien und der Niederlande wegen der dortigen Abgaben zu verklagen, berichtet die New York Times.

[via golem]

Jetzt wird es wirklich interessant. Denn wenn die Gerätehersteller (und darunter dürften sich auch finanzielle Schwergewichte wie IBM, HP und Apple befinden, die sich die besten Rechtsverdreher Rechtsvertreter leisten können) tatsächlich gegen die einzelnen nationalen Regelungen vor Gericht ziehen, kann es durchaus passieren, dass diese in einigen (oder vielen?) Mitgliedsstaaten der EU zu Fall gebracht werden.

Novelle des Urheberrechts in der Kritik

Donnerstag, den 14. Dezember 2006

Inzwischen scheinen immer mehr Bürger (und sogar einige ministeriale Beamte und Politiker) zu merken, dass eine schier grenzenlose Ausweitung des Urheberrechts weder im Interesse der Künstler noch von Vorteil der Konsumenten ist; auch die Hersteller von Geräten wie etwa Fotokopierern, CD/DVD-Brennern und Computern sowie Leermedien sind nicht gerade begeistert von der Novelle, wobei letztere im zweiten Korb der Novelle vermutlich am besten davon kommen: Die Urheberrechtsabgabe auf Geräte soll auf 5% beschränkt werden.

Google: YouTube wird für 1,6 Milliarden Dollar gekauft

Dienstag, den 10. Oktober 2006

Nachdem es am Wochenende bereits Gerüchte über eine Übernahme des Video-Community-Portals YouTube durch den Suchmaschinen-Betreiber Google gab, hat sich dies heute bewahrheitet: Google kauft YouTube für 1,6 Milliarden Dollar (~ 1,3 Milliarden Euro).

Nun stellt sich die Frage, was Google mit dem Neuerwerb vorhat:

  • Integriert Google die mit der Firma gekaufte Technologie in seine eigene Video-Plattform, bietet Google also dem Kunden einen durch diesen merger möglich gewordenen Mehrwert (aufwendige Möglichkeit) oder

Grass und das Urheberrecht

Montag, den 9. Oktober 2006

Eigentlich hatte ich diesen Artikel Grasses Urheberrecht nennen wollen, aber dieser Titel ist mir schon von mediengerecht weggeschnappt. Was ist also passiert? Gehen wir einigermaßen chronologisch vor:

  • Günter Grass wird geboren und tritt knappe 17 Jahre später als verblendeter Jung-Nazi in die Waffen-SS ein; ob unfreiwillig, wie er inzwischen behauptet, oder doch mit Kalkül, wie die Aussagen des jüngt verstorbenen Joachim Fests nahelegen, wage ich mir nach 60 Jahren nicht zu beurteilen.
  • Der GröFaZ verliert gegen die Alliierten.

AllofMP3 vs. USA vs. WTO

Freitag, den 6. Oktober 2006

Und wieder einmal hört man das Gerücht, der alleinige Grund dafür, dass Russland nicht schon längst Mitglied der WTO, sei in dem Unternehmen AllofMP3.com zu sehen. Dieses bietet ein äußerst umfangreiches Sortiment an Songs und Alben in Formaten wie MP3, MP4, WMA und OGG an. Dabei zahlt man für einen Song nur ca. 10 Euro-Cent, Alben sind häufig für einen Euro zu haben.

Der Grund hierfür liegt darin, dass AllofMP3.com seine Tantiemen nicht an westliche Monopolisten und Ausbeuter Musikkonzerne zahlt, sondern an die russische Ausgabe der GEMA – bei der die entsprechenden Abgaben um ein Vielfaches geringer sind als z.B. in den USA oder in Europa.

Second Thoughts oder: Was erlauben Enrique Rodriguez?

Mittwoch, den 4. Oktober 2006

Vorhin habe ich einen Artikel über die Probleme eines Bloggers geschrieben, der auf einem seiner Blogs einige urheberrechtlich geschützte Bilder von Aria Giovanni per deep link via Flickr eingebunden hat. Wer mehr darüber wissen möchte, möge bitte hier und hier nachlesen.

Kurzzusammenfassung: Manche Anwälte mahnen gerne ab, und manche Rechteinhaber scheinen urheberrechtliches Material bei Community-Portalen einzustellen und einen “Blog this!”-Button daneben dann lustig zu finden.

Etwas ganz anderes ist mir dann jetzt in den Sinn gekommen: Zur Zeit findet man bei z.B. Google bei einer Suche nach Aria Giovanni hauptsächlich Websites für Erwachsenenunterhaltung (also solche mit adult content) – was ja angesichts der akrobatischen schauspielerischen Tätigkeiten der Dame auch nur die Unbedarften verwundern dürfte.

Kleine Nachhilfe im Urheberrecht für Blogger

Mittwoch, den 4. Oktober 2006

Hinweis: Einige der Links in diesem Artikel klickt man besser nicht im Büro an, wenn der Chef hinter einem steht – es sei denn, der Chef ist sehr verständnisvoll oder einsam … :-D

Wie geht das noch einmal mit dem Urheberrecht im WWW/Internet? Eigentlich genauso, wie im real life auch. Was man nicht selbst erdacht/gemacht hat, darf man nur dann verwenden, wenn diese Verwendung explizit erlaubt worden ist. Das gilt auch für den Blogwald.

Keine Software-Patente im UK

Donnerstag, den 17. August 2006

Laut einer Meldung bei heise.de hat ein Beamter des Britischen Patentamtes dem Konzern Sony die Erteilung von Patenten auf bestimmte P2P-Techniken verweigert.

Begründung: Software sei nicht patentierbar.

Weiter so!

heise online - Bundesrat rügt Regierung bei der Urheberrechtsnovelle scharf

Freitag, den 19. Mai 2006

Die Bundesregierung hat den so genannten zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle auf den Weg gebracht und damit leider unter Beweis gestellt, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist.

Denn statt für einen tatsächlichen Interessenausgleich zwischen Kreativen und Konsumenten zu suchen, stärkt das neue Urheberrecht einseitig und ohne Not die Position der Rechteverwerter—die letztlich nichts zur Schaffung neuen Intellectual Properties (also geistigen Eigentums oder neuer Werke) beiträgt, sondern in einer einem Monopol gleichkommenden Position aus der Arbeit anderer enorme Gewinne erzielen.